Drei Monate in Malta?

Malta-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2002 - März 2003  |  von Inge Waehlisch Soltau

Valletta und 3-Cities

Wir waren natürlich auch ziemlich oft in Valletta, der flächenmässig kleinsten Hauptstadt Europas. aber mit vielen grossartigen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt liegt auf dem Felsen der Mount Sciberras Halbinsel und ist Unesco Weltkulturerbe.
Valletta erhielt ihren Namen nach dem Grossmeister des Malteserordens Jean Parisot de la Valette, der die Stadt im Jahr 1566 gründete. Es entstanden hier Festungen, Kathedralen, Päläste und andere interessante Bauwerke innerhalb einer kurzen Zeit. Die riesigen Mauern und Festungen wurden zur damaligen Zeit vor allem als Schutz vor Angriffen errichtet. Leider wurde ein grosser Teil von Valletta im 2. Weltkrieg zerstört.
Die Busse halten ausserhalb der Stadtmauer auf dem grossen Platz, wo sich der Triton-Brunnen befindet. Man betritt die Stadt dann durch ein Stadttor und kommt direkt in die Hauptgeschäfttsstrasse "Republic Street", grösstenteils Fussgängerzone. Hier gibt es zahlreiche schicke Boutiquen - Textilien und Schmuck- in denen vor allem die gut gekleideten Malteser einkaufen. Unsere Tochter war für eine Woche zu Besuch, und so konnten wir nicht widerstehen, in einem Geschäft ein wunderschönes Abendkleid für sie zu kaufen. Hier probierten gerade eine Braut mit ihren Brautjungfern die für die Hochzeit ausgesuchten Kleider an - das war einfach nur beeindruckend.
Neben der Republic Street ist auch die parallel verlaufende Merchants Street eine wichtige Strasse zum Shoppen.

Monument  für den Freiheitskä,mpfer Dun Mikiel Xerna und Compatriots am Independence Square

Monument für den Freiheitskä,mpfer Dun Mikiel Xerna und Compatriots am Independence Square

Zu Weihnachten aufgebaute Krippe in Valletta

Zu Weihnachten aufgebaute Krippe in Valletta

Die zwischen 1575 und 1578 erbaute St. John's Co-Cathedral ist die Hauptkirche des Johanniterordens. Co-Cathedral deswegen, weil es bereits die Bischofskirche in Mdina gab. Sie ist eine der prachtvollsten Kirchen von Malta, das Äussere ist eher schlicht, und die meisten Schätze befinden sich im Inneren. Kein Wunder, dass die Innengestaltung fast 100 Jahre dauerte. Die Wände sind kunstvoll verziert, an der Decke sieht man wunderschöne Freskenmalerei, und der Boden ist mit 375 Grabplatten aus Marmormosaiken bedeckt. Auch der erste Grossmeister und Gründer der Stadt Valletta ist hier bestattet, ebenso wie fast alle folgenden Grossmeister.
Zusammen mit der Rotunda in Mosta ist die Kathedrale der Hauptsitz des Erzbischofs von Malta.
Am Platz vor der Kathedrale befinden sich Strassencafés und Restaurants, in der Mitte des Platzes steht eine kleine Statue des früheren maltesischen Premierministers Enrico Mizzi.

St. John's Co-Cathedral

St. John's Co-Cathedral

Grabplatte

Grabplatte

Nur wenige Gehminuten von der Festung entfernt liegt die Karmeliterkirche - eine der grössten Kirchen in Valletta - mit einer beeindruckenden Kuppel Man sieht die leuchtend helle Kirche schon von weitem, wenn man durch die engen Gassen auf Richtung Fort Elmo läuft. Diese Kirche ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten und gehört - wie die ganze Stadt Valletta - auch zum Unesco Weltkulturerbe.
Die Karmeliter-Kirche wurde im Jahr 1573 fertiggestellt. Die Kirche wurde während des 2. Welktriegs schwer beschädigt und zwischen 1958 bis 1981 neu errichtet und mit einer 42 m hohen ovalen Kuppel gekrönt.
Man sollte bequeme Schuhe anhaben, um durch die verwinkelten Gassen mit Barockfassaden, Springbrunnen und kleinen Heiligenstatuen der Altstadt zu laufen.

Karmeliterkirche

Karmeliterkirche

Es gibt auf ganz Malta mehr als 365 Kirchen - wie man sagt - eine für jeden Tag...
Alle kann man ganz sicher nicht besichtigen.
Eine bedeutende Kirche ist die im Jahr 1577 errichtete Barockkirche "St. Paul's Shipwreck" - gewidmet dem Apostel Pauls, der vor der Küste Maltas Schiffbruch erlitten hatte. Die Wände und Böden dieser Kirche sind mit verschiedenfarbigem Marmor ausgestattet, und an den Decken sieht man beindruckende Fresken.
Am 10. Februar findet jedes Jahr eine St. Paul's Prozession in den Strassen von Valletta zu Ehren des Apostels statt.

St. Paul's Kirche

St. Paul's Kirche

Ein Highlight ist der im 16. Jahrundert gebaute Grossmeisterpalast, dessen prunkvolle Räume auch für Staatsbesuche genutzt werden. Der Palast ist eines der ältesten Gebäude in Valletta und war ursprünglich der Sitz des Grossmeisters des Malteser Ordens. Jetzt ist der Palast der Sitz des maltesischen Präsidenten. Im Palast gibt es viele kostbare Kunstschätze, es gibt einen grossen Sitzungs- und Ratssaal und auch eine Waffenkammer mit Uniformen und Waffen, die vor allem von den Ordensrittern stammen. In den zwei Innnenhöfen sieht man Palmen und andere Pflanzen sowie eine Pintode-Fonseca-Uhr.
Der Malteserorden hatte sich in unterschiedliche Nationalitäten gegliedert, wobei jede Nation ihren eigenen Palast hatte, die als Auberges bezeichnet wurden - Herbergen mit Verpflegung. Sie wurden alle im 16. Jahrundert erbaut. Obwohl viele dieser Auberges im 2. Welktrieg vernichtet wurden, gibt es immer noch einige davon in Valletta.
Die Auberge de Castille ist ein prächtiges Gebäude aus Kalkstein und heutzutage der Sitz des Premierministers. Die erste Auberge de Castille wurde 1573-74 errichtet, das Gebäude wurde aber abgebaut und im spanischen Barockstil zwischen 1741 und 1744 neu errichtet und 1791 renoviert.
Die Auberge Italie wurde 1574 errichet Lange Jahre war das Hauptpostamt hier untergebracht war, jetzt befindet sich hier das Tourist Office.
Weitere wichtige Auberges waren die Auberge de Provence, Auberge d'Arago und Auberge d'Angleterre et Bavière.

Auberge de Castillo

Auberge de Castillo

Auberge d'Italie

Auberge d'Italie

Das Fort St. Elmo wurde während der Herrschaft des Johanniterordens zwischen 1670 und 1693 als Schutz gegen Angriffe errichtet, und auch noch im 2. Weltkrieg genutzt. Es liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Marsamxett und dem Grand Harbour und überwacht immer noch die Einfahrt zu den Häfen von Valletta.
Während der Belagerung von Malta durch die Osmanen im Jahr 1565 wurde das Fort trotz heftiger Gegenwehr nahezu vollständig zerstört, jedoch danach recht schnell wieder aufgebaut. Das Fort wurde auch nach der Besetzung der Inseln durch Grossbritannien 1814/15 weiter genutzt, und 1866 wurde das Fort zusätzlich verstärkt..
Am Beginn des 2. Welktriegs wurde die Bastionen vor dem Fort weiter verstärkt und trotzte allen Angriffen der Italiener. Nach der Unabhängigkeit von Malta im Jahr 1964 und dem Abzug der letzten britischen Truppen blieben grosse Teile des Forts ungenutzt. Heute befinden sich in Teilen der Festung die Polizeiakademie und das Nationale Kriegsmuseum, nur dieses ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Blick auf Fort Elmo

Blick auf Fort Elmo

Fort d'Elmo

Fort d'Elmo

Eine Art grüner Lunge sind ruhigen die Upper Barraka Gärten und die Lower Barakka Gärten. Von den Upper Barraka Gärten, die es bereits seit 1661 gibt hat man einen wunderschönen Blick auf den Naturhafen und den Grand Harbour sowie die gegenüberliegende Stadt Vittoriosa.
Noch heute gibt es die Traditon aus den 1820er Jahren: ein Kanonenschuss pünktlich um 12 Uh.
Die Lower Barraka Gärten wurden in den Jahren 1798 bis 1800 auf den Bastionen des Grand Harbours angelegt. Im Garten befinden sich Palmen und Sträucher sowie ein im römischen Stil gestalteter Tempel und ein Springbrunnen. Auch von hier aus hat man den schönen Blick auf den Hafen.

Blick auf Valletta

Blick auf Valletta

Blick auf Valletta

Blick auf Valletta

Der Grand Harbour war für viele Jahrhunderte die Lebensader von Malta. Er ist ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aus aller Welt, sowie ein Kreuzfahrt- und ein Yachthafen.
Empfehlenswert ist eine Hafenrundfahrt.
An der Hafenpromenade gibt es einige Restaurants und Bars sowie Geschäfte.
Das älteste Café in Valletta ist das "Caffee Cordina" in einem alten Palast, wo tranditonells maltesisches Gebäck angeboten wird - das Familienunernehmen gibt es schon seit 1837.

Grand Harbour

Grand Harbour

Hafeneinfahrt

Hafeneinfahrt

Hafenrundfahrt

Bei einer Hafenrundfahrt bekommt man einen guten Eindruck von den zahlreichen riesigen Befestigungsanlagen der Stadt Valletta. Auf der Rundfahrt erfährt man auch vieles von der Geschichte des Hafens.

Hafenrundfahrt

Hafenrundfahrt

Hafenrundfahrt

Hafenrundfahrt

Die Rundfahrt durch den Grand Harbour und den Marsamxett Harbour - die grössten Naturhäfen des Mittelsmeers - dauerte etwa zwei Stunden.

Mächtige Festungsanlage

Mächtige Festungsanlage

Gewaltige Mauern

Gewaltige Mauern

Hafenrundfahrt

Hafenrundfahrt

Fort St. Angelo in Vittoriosa

Fort St. Angelo in Vittoriosa

Von Sliema aus werden alle 9 Buchten der zwei obigen Häfen angefahren, sowie die 3 historischen Städte Vittoriosa, Senglea und Cospiicua. Ausserdem sieht man die gewaltigen Bastionen und Festungsanlagen, die zum Schutz von Valletta errichtet wurden.

Einfahrt nach Vittoriosa

Einfahrt nach Vittoriosa

Eine der Buchten

Eine der Buchten

Hafenrundfahrt

Hafenrundfahrt

Mächtige Festungsanlagen

Mächtige Festungsanlagen

3-Cities

Die drei Städte (3 cities) werden nicht von so vielen Touristen besucht, sind aber vor allem geschichtlich interessant, da hier fast alle Völker, die je auf Malta siedelten, Wohnstatt und Festungen bauten.
Die Häfen in den Buchten wurden bereits seit phönizischer Zeit genutzt, und sorgten so für den Lebensunterhalt der Menschen.
Die grösste der drei Städte am Grand Harbour gegenüber von Valletta ist Cospicuaa oder Bormia, wie sie früher hiess. Der grösste Teil der Uferlinie ist eine ältere Werft. Das Gebiet wird restauriert und als Marina ausgebaut. Auch diese Stadt wurde im 2. Welktrieg stark beschädigt. Im Herzen des Hafengebiets liegt ein Marktzentrum. Sehenswert sind die Stiftskirche der Unbefleckten Empfängnis und die 1638 erbaute Festung von Firenzuola.

Blick von Vittoriosa

Blick von Vittoriosa

Die kleine Stadt Senglea liegt auf einem schmalen Kap, das in den Grand Harbour hineinragt. Hier wurden im 2. Weltkrieg etwa 75% der Häuser zerstört. Die sehenswerte Pfarrkirche wurde wieder aufgebaut. Von Senglea aus hat man einen besonders schönen Blick auf Valletta.
Auf der Bastion St. Sebastian, die die Hafeneinfahrt bewacht, sieht man eine steinerne Vedette. Das skulputurale Auge und Ohr über den Fenstern sind Symbole der Wachsamkeit.

St. Sebastian Bastion in Senglea

St. Sebastian Bastion in Senglea

Vittoriosa oder Birgu liegt auf einer der Landzungen, die in den Grand Harbour hineinragen und gegenüber von Valletta. An der Spitze an einer strategisch wichtigen Lage befindet sich das Fort St. Angelo, die älteste Festung der Insel.
Vittoriosa war die erste Heimat der Malteser Ritter, als sie 1530 hier ankamen. Die Auberges, Paläste und Kirchen hier sind älter als in Valletta.

Fort St. Angelo Vittoriosa

Fort St. Angelo Vittoriosa

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wie ist es mit Überwintern in Malta? Unsere Erfahrungen - aber schon einige Jahre her...
Details:
Aufbruch: 08.12.2002
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 09.03.2003
Reiseziele: Malta
Italien
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 24 Monaten auf umdiewelt.