Mit dem Wohnmobil nach Marokko 2018

Spanien-Reisebericht  |  Reisezeit: März - Mai 2018  |  von B. & F. S.

Zurück durch Spanien...


Sonntag, 22. April: Cala de Mijas ► Totana, 416 km

An der Küste entlang geht es noch bis Malaga, dann biegen wir ab in die Berge der Sierra Nevada. Auf den Berggipfeln liegt noch jede Menge Schnee. Granada umfahren wir. Die Alhambra würden wir uns gerne ansehen, aber das ist mal so im Vorbeifahren nicht zu machen. Man muss die Eintrittskarten vorbestellen und ist damit terminlich fest gebunden.
Nach Granada ist die mautfreie Autobahn wenig befahren und führt durch ausgedehnte Waldgebiete, später dann wieder Obstanbaugebiete und Olivenhaine.
Mandel-, Apfel,- und Aprikosenbäume stehen in Blüte.
Bei Guadix und Baza Sind viele Höhlenwohnungen in die Lehmabhänge eingearbeitet. Sie scheinen auch Größtenteils noch bewohnt zu sein. Während unserer Mittagsrast schauen wir auf die Schneeberge. Nachmittags treffen wir auf einem kleinen Wohnmobilstellplatz in den Orangenplantagen oberhalb von Totana ein. Er ist sehr schön angelegt und ruhig. Der Besitzer erzählt, es hat hier schon Monate nicht geregnet.


Montag, 23. April: Totana ► Castellan de la Plana, 386 km

Schön ist es hier, eine ganz milde Luft, Wir müssen jedoch weiter. Wir warten auf den angekündigten Bäcker, aber er kommt nicht. So essen wir unsere letzten Brotreste und machen uns reisefertig. Im Ort Totana wird eingekauft und dann geht es wieder auf die Autobahn. Vorbei an den großen Städten Murcia, Elche, Alicante. Auf dieser Autobahn gibt es kaum Parkplätze. Wir müssen dringend mal….Pause machen und etwas essen. Wir fahren eine Abfahrt, kommen ins Verkehrsgerödel, fahren wieder auf und wieder ab, können endlich auf einem kleinen Wirtschaftsweg in einer Orangenplantage anhalten. Ein alter Mann von einem zurückliegenden einzelnen Wohnhaus schaut mal vorsichtig nach, was wir hier machen, findet uns wohl doch ungefährlich und läuft wieder zurück.

Weiter durchqueren wir den Großraum Valencia und sind gegen halb vier nachmittags an der Küste und finden einen kleinen kostenfreien Stellplatz fast diirekt am Strand von Castellan de la Plana. Ein ausgiebiger Spaziergang führt uns über den breiten Strand und über die schön angelegte parkartige Strandpromenade wieder zurück. Alles ist schön angelegt und sauber. Spiel und Sportgeräte gibt es in allerlei Formen, ausreichend Parkplätze, schöne Bepflanzungen und Bänke.


Dienstag, 24. April: Castellan de la Plana (Spanien) ► St. Jean Pla de Corts (Frankreich), 467 km

Unser Frühstück findet für die Hälfte draußen in der Sonne, und die andere Hälfte im Auto statt. Ein städtischer Kontrolleur erklärt uns die Regeln hier: Parken und übernachten ja, aber keinen Stuhl, keinen Tisch draußen aufstellen.
Heute fahren wir weiter auf mautpflichtiger Autobahn Richtung Barcelona. Im großen Umkreis dieser Stadt wird es wieder recht wuselig. Mittags halten wir nur ganz kurze Rast, dann kommen wir in Grenznähe zu Frankreich. Deshalb fahren die Abfahrt Figueres von der Autobahn runter, um noch in Spanien zu tanken. Der Diesel ist hier billiger als in Frankreich. Bevor wir eine Tankstelle finden, verfahren wir uns auf weitläufigen Umgehungs- und Schnellstraßen. Als wir wieder in die richtige Richtung kommen, finden wir auch eine. An dieser recht großen Tankstelle muss man vor dem Tanken die Kreditkarte oder den Personalausweis hinterlegen, die Angestellte hat hierfür extra einen Aufbewahrungsständer an ihrer Kasse, dann erst wird die Zapfsäule freigeschaltet. Das ist uns zum ersten Mal begegnet. Die Gegend scheint wohl nicht ganz so sicher zu sein.
Beim rausfahren aus der Tankstelle sehen wir die erste „Barby“ stehen. An der weiteren Strecke stehen dann noch ganz viele. Wir halten Ausschau nach einem Supermarkt, biegen ab und stehen vor einem Markt für Sex-Toys. Das haben wir nicht gesucht, doch das Gewerbegebiet hier an der Grenze zu Frankreich hat sich auf wenige Branchen beschränkt: Spielcasinos, Sex- und Erotikmärkte und LKW-Handel. Auf der anderen Straßenseite finden wir doch noch einen Lebensmittelmarkt. Frank bleibt mal lieber im Auto, ich kaufe ein. Beim Bezahlen wird mein 50 Euro-Schein unter Hinzuziehung von Sicherheitspersonal ausgiebig geprüft und doch für echt befunden. Wo sind wir hier hingeraten? Der letzte Ort auf spanischer Seite, La Jonquera, und der erste auf französischer Seite, Le Perthus, sind sehr belebt und es gibt jede Menge Geschäfte mit Markenprodukten und doch sehen beide Orte grundverschieden aus.
In Le Boulou finden wir einen kleinen Wohnmobilstellplatz. Er ist aber zu voll, wir entscheiden uns 5 Kilometer weiter in St. Jean Pla de Corts auf einen Campingplatz zu fahren. Ein schöner Platz für knapp 10 Euro, zu Fuße der Pyrenäenlandschaft. Wir stehen mit Blick auf die Berge. Hinter uns auf dem Weg klicken die Boule-Kugeln. Wir sind eindeutig in Frankreich.

Nach dem Abendessen laufen wir in den alten burgenähnlichen Ortskern, der von außen aussieht wie eine Filmkulisse. In der Mitte befindet sich eine Kirche die nicht frei steht, sondern von anderen Häusern eingebaut ist. Die Gassen sind so schmal, dass keine Autos fahren können. Die großen sehr alten Natursteinhäuser sind teilweise schon verlassen, aber die bewohnten sind als Kleinode liebevoll hergerichtet. Es wird schon dunkel und Fledermäuse umfliegen die alten Gemäuer. Der Rückweg führt über einen kleinen Fluss, der wohl manchmal soviel Wasser führt, dass die Straße mit einer Schranke gesperrt wird.

© B. & F. S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Schon einmal in Marokko unterwegs, waren wir fasziniert von Land und Leuten. Wir werden wiederkommen schworen wir damals. Das haben wir nun getan und haben mehr Zeit mitgebracht als auf der Reise von 2014. In zwei Monaten nahmen wir 10.682 Kilometer mit unserer blauen Zitrone unter die Räder.
Details:
Aufbruch: 06.03.2018
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 01.05.2018
Reiseziele: Marokko
Frankreich
Spanien
Deutschland
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 32 Monaten auf umdiewelt.