Mit dem Wohnmobil nach Marokko 2018

Spanien-Reisebericht  |  Reisezeit: März - Mai 2018  |  von B. & F. S.

... und Frankreich


Mittwoch, 25. April: St. Jean Pla de Corts ► Aigues Mortes ► Mornas ► Mondragon, 350 km

Zuerst fahren wir in den neuen Ortsteil von St. Jean Pla de Corts. Von hier aus kann man ein schönes Foto mit den verschneiten Pyrenäengipfeln knipsen. Außerdem gibt es schöne gemütliche Lädchen um den Einkauf zu tätigen.
Nun kommen wir auf die Autobahn A9. Nach Perpignan gibt es einen Autobahnparkplatz oberhalb des Etang de Leucate. Von hier kann man weit über die Lagune sehen.
Wir nehmen die Abfahrt zum Flughafen Montpellier und bewegen uns wieder Richtung Küste. Wir möchten Aigues Mortes, Die Stadt der toten Wasser besuchen. Der von einer vollständig erhaltenen sehr hohen Stadtmauer umgebene Ort wurde im 13. Jahrhundert nach nur 30 Jahren Bauzeit in den Sumpfgebieten direkt am Meer komplett errichtet. Die Steine mussten per Schiff von weit hergeschafft werden. Heute liegt die Stadt viele Kilometer vom Meerentfernt.

Wir können die blaue Zitrone auf einem Großparkplatz direkt an der Stadtmauer abstellen. Innen spazieren wir an der Mauer entlang. Es gibt jede Menge leider versperrte Treppenaufgänge zum Wehrgang. Dann kommen wir zu einem kostenpflichtigen Zugang, aber es ist zu heiß und wir verzichten auf eine Stadtumrundung auf der Mauerkrone. In den Gassen herrscht Touristentrubel. Es gibt viele gutbesuchte Restaurants, Läden und eine schöne kühle Kirche.

Nach dem Mittag machen wir uns wieder auf zur Autobahn. Oft sind wir schon während unserer Frankreichbesuche die Rhonetalautobahn entlanggekommen und jedes Mal hat uns der hohe Felsengrat mit seinen Ruinen über dem Städtchen Mornas fasziniert.

Jetzt fahren wir rechtzeitig ab, um uns das Ganze mal näher anzusehen. Auch schon über den Orten vorher stehen Burgen auf den Kalksteinhängen. In Mornas selbst finden wir wegen großräumiger Straßenbauarbeiten keinen Parkplatz und auch nicht die Zufahrt zum alten Ortskern. Ein Stück hinter dem Ort führt eine kleine Straße auf den Berg. Wir versuchen an die spektakuläre Kulisse von hinten heranzukommen. Eine sehr schöne Landschaft breitet sich vor uns aus. Jedoch finden wir keine Zufahrt zur Burg, auch nach einem praktikablen Übernachtungsplatz suchen wir vergeblich. Aber die Kräuter der Provence, die hier überall wild wachsen, werden unser Abendessen würzen. Wir haben eine schöne Runde um den Felsen herum gedreht und sind nun wieder in der Straßenbaustelle und finden auf der anderen Seite der Nationalstraße einen Parkplatz. Am Eingang zur Stadt kaufen wir uns leckeren Puddingkuchen und steigen die steilen Gassen des in einem Felsspalt erbauten Ortes empor. Viele Häuser sind schon unbewohnt und leider hat man bei Bau der Eisenbahn vielleicht schon vor über 100 Jahren mit brachialer Gewalt eine Schneise durch Fels und mittelalterliche Häuser geschlagen. Bis zum Friedhof und der malerischen Kirche über der Stadt gelangen wir.

Die Burgruine steht noch weiter oben, dazu ist es uns schon zu spät und es ist sehr warm. Wir kehren um, fahren ein wenig weiter und finden nach dem Nachbarort Mondragon einen Terrassen-Campingplatz in einem Pinienwald. Der freundliche Platzangestellte fragt uns, ob wir von der Cote Azur oder aus Spanien zurückkommen.
Wir haben nun einen schönen Platz unter hohen Pinien, und hoffen, dass diese heute Nacht keine ihrer großen Zapfen auf unser Auto werfen. Der Nachbar im Wohnwagen unterhalb hält zwei Katzen an langen Leinen. Als ich ins hinters Auto laufe, guckt mich die eine groß an. Ich falle fast um vor Schreck.


Donnerstag. 26. April: Mondragon ► Pérouges ► St. André-s-Vieux-Jonc, 266 km

Wir möchten heute Kilometer machen und fahren deshalb gleich wieder auf die mautpflichtige A7 Richtung Lyon, vorbei an Montélimar und Valence. Ich bin mit fahren dran als nach der großen Mautstelle wir gleich zu Beginn des Autobahnrings um Lyon im Stau festsitzen. Leider folgen wir dem Umleitungsvorschlag des Navis und ich muss mich im dicksten Verkehrsgerödel auf den Stadtschnellstraßen durch Lyons Vororte kämpfen, und fahren dann auch noch sinnloserweise auf einem kurzen Abschnitt der mautpflichtigen A42.
In einer kleinen Ortschaft am Rande von Lyon kaufen wir ein sehr wohlschmeckendes Olivenbrot. In Meximieux finden wir einen Wohnmobilstellplatz, der ist leider gesperrt. Wir folgen intuitiv dem dem Hinweiszeichen für Sehenswürdigkeiten: Pérouges - cité médiévale. Auf einem Hügel erstreckt sich eine komplett erhaltene mittelalterliche Stadt. Wir stellen die blaue Zitrone unterhalb auf den Parkplatz ab und laufen durch bunte Blumenwiesen hinauf in die Stadt. Ein solch vollständig erhaltenes Bauensemble ohne jegliche spätere Hinzufügung, oder Neubauten, haben wir noch nicht gesehen.

Natursteinhäuser, teilweise mit Fachwerk, fast alles bewohnt und genutzt, ein Hotel, Restaurants, Lädchen, eine Druckwerkstatt, eine Schule. Wir besuchen die Kirche am Stadttor und das Museum, in dem viel über die Geschichte und die Bauweise des Ortes dargestellt wird. Auch Baupläne, Wohnungseinrichtung, Handwerkszeuge, Waffen sind ausgestellt. Vom Turm des Museums hat man einen schönen Rundblick über die alten Dächer und kann weit übers Land sehen.
Auf unserer weiteren Fahrt auf kleinen und kleinsten Straßen bewegen wir uns in einer Landschaft mit hunderten von kleinen Seen und Teichen. Dazwischen wohlbestellte Felder, Gehölzstreifen und gepflegte Anwesen. Wir sind in der „Froschfresser“-Region.
In dem kleinen Dorf St. André-s-Vieux-Jonc stellen wir uns neben dem Sportplatz unter einen blühenden Kastanienbaum und beenden die heutige Tour. Wir schlendern durch den Ort, kaufen etwas Obst beim Bäcker, der hier außer Baguette und Croissants in bescheidenem Umfang auch andere Dinge des täglichen Bedarfs anbietet.


Freitag, 27. April: St. André-s-Vieux-Jonc ► Besançon ► Baume les Dames, 199 km

Wir verlassen die Gegend und umrunden Bourg-en-Bresse auf ganz kleinen Straßen, vorbei an schönen Bauerngehöften und durch kleine Weiler. Wir kommen allmählich auf Straßen, die wir schon oft benutzt haben. Zwangsläufig führte uns der Weg nach Süden immer wieder durch diese Region. Mittags sind wir in Besançon. Auch hier sind wir einige Male durchgekommen, aber noch nie haben wir die malerisch über der Stadt thronende Festung besucht.

Auf dem Parkplatz gleich nach dem Tunnel durch den Festungsfelsen treffen wir am Parkscheinautomaten auf ein einheimisches Ehepaar. Die Frau ist Deutschlehrerin und macht uns darauf aufmerksam, dass das Parken zwischen 12⁰⁰ und 14⁰⁰Uhr kostenlos ist. Wir wissen nicht, wie lange wir für den Aufstieg zur Festung brauchen, deshalb parken wir um, auf den danebenliegenden Platz, welcher mit einer Bezahlschranke an der Ausfahrt versehen ist.
Der Aufgang ist mit vielen Treppen und sehr steil. Wenn wir hoffen, es geschafft zu haben, geht es nach dem nächsten Absatz noch weiter nach oben. Dann sind wir wirklich da. Hier oben wäre auch ein Parkplatz gewesen…

Der Eintritt kostet 10,70 Euro pro Person. Aber es gibt auch viel zu sehen. Mehrere Museen, einen Tierpark, und der Rundgang über die Festungsmauern. Man könnte mehrere Tage in diesem Komplex zubringen. Das Wetter ist heute auch wunderbar hierfür, aber wir wollen weiter.
Wieder unten angekommen, gibt’s eine kleine Stärkung und wir fahren auf kleinen Nebenstraßen direkt an der Doubs entlang. Überall kleine Liebevoll sanierte Häuser. Wir halten beim Bäcker und begeben uns dann auf den Wohnmobilstellplatz an der Kanalschleuse von Baume les Dames. Hier standen wir schon einmal auf dem Rückweg von Korsika.
Am späten Nachmittag sitzen wir in der Sonne und ich schreibe am Reisetagebuch. Dann kommt eine schwer erkältete Kassiererin.
Abends sind wir auf der Restaurantterrasse am Kanal und genießen unser Abendessen mit Forelle. Nach einem Abendspaziergang geht der letzte Tag in Frankreich zu Ende.


Samstag, 28. April: Baume les Dames (Frankreich) ► St. Georgen (Deutschland), 260 km

Wir sind noch in Frankreich und fahren eine geraume Strecke am Fluss Doubs entlang. Die Bauart der Häuser ähnelt immer mehr dem, was wir von Deutschland kennen. In Montbéliard wechseln wir auf die Autobahn, durch Belfort, Mulhouse kommen wir nach Freiburg und sind am Mittag bei Sonnenschein oben am Dreitälerblick im Schwarzwald. Vor unserem Auto genießen wir kurz den Ausblick. Deutschland hat uns wieder.

Sonntag, 29. April und Montag, 30. April: St. Georgen

Zwei Tage genießen wir, bei unserem Sohn zu Gast zu sein, machen Ausflüge an den Bodensee und in den Hochschwarzwald, dann nehmen wir die Letzten Kilometer unter die Räder.


Dienstag, 1. Mai: St. Georgen ► Heimatort, 451 km

© B. & F. S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Schon einmal in Marokko unterwegs, waren wir fasziniert von Land und Leuten. Wir werden wiederkommen schworen wir damals. Das haben wir nun getan und haben mehr Zeit mitgebracht als auf der Reise von 2014. In zwei Monaten nahmen wir 10.682 Kilometer mit unserer blauen Zitrone unter die Räder.
Details:
Aufbruch: 06.03.2018
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 01.05.2018
Reiseziele: Marokko
Frankreich
Spanien
Deutschland
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 32 Monaten auf umdiewelt.