Vier Wochen Altherrensegeln in den Virgin Islands

Amerikanische Jungferninseln-Reisebericht  |  Reisezeit: Februar / März 2010  |  von Manfred Sürig

Nationalpark St.Johns, US Virgin Islands

Buck Island hat Sigi zunächst als Ziel genannt. Eine winzige unbewohnte Insel südöstlich von St.Thomas. An der Südwestspitze darf man sich tagsüber gratis eine Muringtonne zum Festmachen schnappen, denn hier ist Nationalpark und zugelassenes Schnorchelrevier, bei der heutigen Flaute ein schöner Zeitvertreib.

Ich will ohne Schnorchelbrille die Wassertiefe vor den Felsen testen und treffe zielsicher mit der Zehenspitze genau auf einen Seeigel. Mit seinen Widerhaken am Stachel hinterlässt er eine bleibende Erinnerung. Die gesamte Mannschaft ist an der anschliessenden Operation beteiligt, mir den Stachel aus dem Zeh zu ziehen, am Ende bleibt aber ein schwarzer Punkt und gelegentlich ein Schmerz wie beim ersten Wassertiefentest.
Und das gleich am ersten Urlaubstag!

Eigentlich gibts das Bier immer nach dem erfolgreichen Ankermanöver. Hier kommen wir noch schneller ans "Muringbier"

Eigentlich gibts das Bier immer nach dem erfolgreichen Ankermanöver. Hier kommen wir noch schneller ans "Muringbier"

Sigi hat sich auf seine Erfahrung oder den Wetterbericht verlassen, gegen 17 Uhr machen wir los und können hoch am Wind gerade noch auf St. Johns anliegen, wo wir gleich hinter der ersten vorgelagerten Insel einen Ankerplatz finden. Nun gibts abends auch noch ein Ankerbier !
Freitag ,5.2.2010. Gegen das bisschen Wind werden wir heute aufkreuzen müssen. Sigi nennt noch kein Ziel, da ist der Weg das Ziel. Zunächst gehts dicht an Jost van Dyke Island heran, dann machen wir einen Kreuzschlag zur Trunk Bay nördlich von St.Johns.

 Ein leiser Luftzug würde uns gut tun. So baden und schnorcheln wir immer wieder und cremen uns mit Schutzfaktor 30 mehrfach ein.

Ein leiser Luftzug würde uns gut tun. So baden und schnorcheln wir immer wieder und cremen uns mit Schutzfaktor 30 mehrfach ein.

Dass die Muringtonne bei so wenig Wind auch mal neben dem Schiff treiben kann, finden wir auch nicht außergewöhnlich. Erst als sie sich immer weiter vom Boot entfernt, merken wir, dass Wolfgang uns gar nicht richtig festgemacht hatte!

Dass die Muringtonne bei so wenig Wind auch mal neben dem Schiff treiben kann, finden wir auch nicht außergewöhnlich. Erst als sie sich immer weiter vom Boot entfernt, merken wir, dass Wolfgang uns gar nicht richtig festgemacht hatte!

In der benachbarten Cinnamon-Bay liegen wir besser, nämlich am eigenen Anker, und beim Ankern ist auf Wolfgang Verlaß, hier geniesst er sein Ankerbier mit Zigarre, weshalb andere Crewmitglieder nicht zu sehen sind !

In der benachbarten Cinnamon-Bay liegen wir besser, nämlich am eigenen Anker, und beim Ankern ist auf Wolfgang Verlaß, hier geniesst er sein Ankerbier mit Zigarre, weshalb andere Crewmitglieder nicht zu sehen sind !

4 Meilen weit liegt der Salt Pond, dorthin motoren wir zum schnorcheln. Auch einen ersten Landgang machen wir, steil auf der Straße und dann auf einem Ziegenpfad, unsere erste Anstrengung auf dieser Reise. Und oben ist auch kein Luftzug zu spüren!
An Bord zurück, nennt uns Sigi unser Ziel für morgen: eine Bucht im Süden von St.Johns, ein total windgeschütztes "Hurrican hole" wo ankernden Yachten auch bei stärkstem Sturm nichts passieren kann.
Und der Wind reicht sogar, um dorthin zu segeln! Dazu brauchen wir fast den halben Tag, dann erreichen wir die Coral Bay, die einzige Bucht hier, in der man auch an Land gehen darf. Die anderen Hurricane holes sind Naturschutzgebiet und gesperrt.
Der Landgang in der Nachmittagshitze ist ernüchternd, der "Supermarkt" hat bei begrenzter Auswahl unverschämte Preise und vor dem Restaurant hocken ein paar versoffene Gestalten, aber schon so voll, dass sie nicht mehr agressiv werden können.
Wie schön haben wir es doch bei unserer Vollpension an Bord ! Nur hier können wir nackt über Bord springen und stundenlang baden, in glasklarem Wasser, in dem ab und zu Rochen unter uns lang gleiten und gelegentlich Schildkröten auftauchen und viermal hintereinander Luft schnappen, bevor sie wieder abtauchen. In der Mittagshitze ein Nickerchen im Schatten, abends nah dem Mahl ein Gläschen Rotwein. "Ich möchte mit niemand tauschen", Werner hat es auf den Punkt gebracht ! Wir haben uns akklimatisiert und fragen den Skipper heute erst gar nicht, wohin es morgen gehen soll!

© Manfred Sürig, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Revier gerade mal so groß wie die westliche Ostsee. Und da soll es jeden Tag was neues zu entdecken geben ? Hunderte von Ankerbuchten, Inselchen allein für uns oder Remmidemmi in zünftigen Yachtiekneipen. Wir lassen uns wieder vom Skipper Sigi überraschen und werden nicht enttäuscht.
Details:
Aufbruch: 03.02.2010
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 04.03.2010
Reiseziele: Amerikanische Jungferninseln
Puerto Rico
Britische Jungferninseln
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.