Armenien, eine Reise an der Grenze zwischen Europa und Asien

Reisezeit: März - Oktober 2013  |  von Dominik Paireder

GRENZGESCHICHTEN!

Der Grenzgänger ... Anekdoten zur unsichtbaren Mauer

Wenn man sich mit der Vergangenheit, also mit der Geschichte Armeniens befasst, kommt man nicht an jenem sehr dunklen Kapitel vor knapp einhundert Jahren vorbei, bei dem 1,5 Millionen unschuldige Armenier ihr Leben lassen mussten. Der Genozid 1915 belastet bis heute die Beziehungen zwischen Armenien und dem heutigen Nachkommen des Osmanischen Reiches der Türkei. Dies ist auch der Grund, weshalb heute noch Russische und Armenische Soldaten gemeinsam diese Grenze in der Türkei sichern, und dies machen sie nach meiner Erfahrung nach sehr gut. Als im Jahre 1989 geborener junger Mann, sind mir die Begriffe Grenzen und Sperrzonen wenn überhaupt aus diversen Vergnügungs-Stätten in deren ich als Jugendlicher keinen Zutritt hatte, bekannt. Wenn ich nun als 23-jähriger Europäer durch dieses Land wanke, auf der Suche nach wunderschönen Plätzen kann es doch schon einmal vorkommen, dass man der einen oder anderen sogenannten Landesgrenze zu nahe kommt, bzw. in ein Gebiet eintaucht, welches nur durch eine Sondererlaubnis begangen werden darf. Wenn man nun auch noch eine Kamera bei sich trägt und diverse Grenzübergänge über den See wie Brücken und Straßen und dann wieder militärische Gebäude fotografiert, kann es schon vorkommen, dass man ohne jeden ersichtlichen Grund von einem armenischen und russischen Grenzsoldaten angehalten und aufs schärfste kritisiert wird - warum man seinen Pass oder seine Dokumente nicht mit sich führt. Wenn nun diese beiden sehr sehr höflichen militärischen Personen(man höre den Sarkasmus schreien) deine Mitreisende (eine weitere Freiwillige aus Österreich) und dich darum bitten mitzukommen und du doch noch eine Lösung parat hast, nämlich einen armenischen Koordinator zu verständigen, dann bist du richtig in Armenien angekommen(es heißt ja das Land der Steine, und dieser Brocken ist mir vom Herz gefallen). Nach einer kurzen heftigen Diskussion, dessen Ende bis zum Schluss des nicht überhörbaren Telefondialogs offen war, ertönt Armens leise und ruhige Stimme mit den Worten: "Dominik BITTE kommt zurück, ihr dürft dort nicht sein, ihr solltet zurückkommen. Ihr geht direkt in die Richtung der Türkei". Bei der Strecke nach Hause, die genauso abgehalten wurde wie die Hinreise in diese Region, nämlich mittels Auto-Stopp konnte ich mir auf einmal erklären wieso all diese Personen den Kopf schüttelten, als ich um eine Mitfahrgelegenheit in diesen Ort bat.

UND DIE MORAL VON DER GESCHICHT ... GRENZEN KENN' ICH EINFACH NICHT!

© Dominik Paireder, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Hallo ihr Lieben. Ich habe mich nun dazu überreden können, immer wieder kleine Berichte über meinen Aufenthalt in Armenien zu schreiben. Ich hoffe so den einen oder anderen das Reisen ein bisschen schmackhafter zu machen bzw. auch ein wenig zum "Nachdenken" anregen kann. in diesem Sinne WELCOME TO ARMENIA!
Details:
Aufbruch: März 2013
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: Oktober 2013
Reiseziele: Armenien
Der Autor
 
Dominik Paireder berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.