69° nördliche Breite - unterwegs zur Mitternachtssonne

Reisezeit: Juli / August 2018  |  von Monika Schulmeiss

Kopenhagen entdecken

Unsere Entscheidung für die Reiseroute nach Grönland über Kopenhagen war schnell gefallen; und wir haben es nicht bereut.

Am Frederiksholms Kanal

Am Frederiksholms Kanal

Knippelsbro mit dem markanten Turm, der auch auf der 200 Kronen-Banknote abgebildet ist.

Knippelsbro mit dem markanten Turm, der auch auf der 200 Kronen-Banknote abgebildet ist.

Die Oper wurde dem dänischen Staat vom Großreeder Maersk Mc Kinney Moller geschenkt. Sie bildet den Kontrapunkt zu den architektonisch beeindruckenden Bauten auf der anderen Seite des Inderhavnen.

Die Oper wurde dem dänischen Staat vom Großreeder Maersk Mc Kinney Moller geschenkt. Sie bildet den Kontrapunkt zu den architektonisch beeindruckenden Bauten auf der anderen Seite des Inderhavnen.

Unterwegs in Kopenhagen

Der zentrale Busstopp in Kopenhagen ist noch ausbaufähig. Auf dem Weg zum nahegelegenen Hauptbahnhof reihten wir uns ein zwischen kofferziehende Reisende, die auf teils sandigen Gehsteigen und um Bauzäune herum dahintrotteten. Es war heiß. Vor dem Aufzug im Bahnhofsgebäude stand eine Menschentraube. Wir schleppten unser Gepäck die Treppe hoch in die Haupthalle. Erst einmal Luftholen und sich in der historischen Bahnhofshalle mit der beeindruckenden Deckenkonstruktion aus Holz zurechtfinden. 36 Stunden-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, so war unsere Information, wären eine gute Sache. Als wir vor dem Automaten standen und berieten, wie wir zu den Karten kämen, sprach uns eine freundliche Servicemitarbeiterin aus dem Visitor Centre an. Kurz darauf hielten wir die Tickets (2 Tickets zum Preis 400,- Dänenkronen, www.moviatrafik.dk) in der Hand, mit denen wir in den nächsten Tagen Kopenhagen entdecken wollten.
Wir nahmen ein Taxi zu unserer Unterkunft, A&O Copenhagen Noerrebro, die ungefähr 4km vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Der Stadtteil Noerrebro wirkte mit seinem Multikultiflair sehr anregend , aber nicht immer einladend. Sehr positiv fielen die breiten Fahrradwege, wie überall in Kopenhagen, auf. Ein sehr familien- und gruppenfreundliches Hotel, fast Hostel, mit guter Ausstattung und Service erwartete uns. Die hohe Zimmertemperatur war dem extrem heißen Wetter geschuldet. In unserer Straße aßen wir in einem sehr einfachen orientalischen Ecklokal Falafel. Den wackeligen Tisch unterlegte ich mit einem am Boden liegenden Kartonschnipsel.

Häuserfrront am Grabroedretorv Abseits der Fußgängerzone Stroeget lädt dieser Platz mit seinen Häuserfronten und einer alten Platane zum Verweilen ein. Die Lokale rundum sind gerne und gut besucht, auch wir haben eines getestet.

Häuserfrront am Grabroedretorv Abseits der Fußgängerzone Stroeget lädt dieser Platz mit seinen Häuserfronten und einer alten Platane zum Verweilen ein. Die Lokale rundum sind gerne und gut besucht, auch wir haben eines getestet.

Nach einem umfangreichen Frühstück am nächsten Tag versuchten wir uns auf der S-tog (S-Bahn) in Richtung Hauptbahnhof. Wir wählten dazu einen , wie wir auf der Rückfahrt herausfanden, umständlichen Weg. ( Einfachere Rückfahrt: aus dem Zentrum Richtung Farum -A-/ Station:Ryparken umsteigen und in Richtung Ny Ellebjerg -F- bis Station:Bispebjerg).
Trotz des heißen Wetters legten wir einige Kilometer zu Fuß zurück. Vom Hauptbahnhof um den Vergnügungspark Tivoli herum, weiter in den kleinen Park hinter der Ny Carlsberg Glyptotek um der Hitze zu entgehen. Auf das Schloß Christiansborg haben wir nur einige Blicke geworfen. Es zog uns an's Wasser des Inderhavnen. Am Kierkegards Plads blendete uns der impossante Schwarze Diamant, wie die Bibliothek genannt wird. Zurück über die belebte Fußgängerzone Stroeget, vorbei am Rathaus suchten wir die angenehm temperierte Halle des Hauptbahnhofs auf. In einem Fastfoodrestaurant asiatischer Ausrichtung füllten wir unseren Kalorienhaushalt auf.
Die beiden Tage darauf tippelten wir weitere Sehenswürdigkeiten ab: das Schloss Amalienburg, das Kastell, die kleine Meerjungfrau und den Königlichen Rosengarten der sich nur als steppenartige, gelbbraune Anlage darbot. Unterwegs suchten wir eine Tasse mit Königlichen Konterfei, die leider nirgends, trotz Nachfrage, zu bekommen war. Anders als die Engländer vermarkten sich hier die Royals nicht in dieser Form. (Die Tasse sollte auf Wunsch ein Mitbringsel werden.) Im historischen Kaufhaus (seit 1870) Magasin du Nord lohnt sich ein Besuch, auch wenn man nicht fündig wird. Abends stand in unserer Straße noch ein Besuch des Supermarktes an. Mit dem dänischen Geld stand ich wegen der vielen Münzen auf Kriegsfuß. Ich zahlte mit Schein und wartete auf mein Wechselgeld, was auch gleich ausgespuckt wurde. A. packte inzwischen unseren Einkauf ein. Die nächste Kundin war schon an der Reihe und ich stand noch immer mit offener Hand und den Münzen und wartete. Es mußte doch noch etwas kommen, und tatsächlich kam nochmals eine Ladung, die ich freudig an mich nahm. Es war das Wechselgeld der anderen Kundin, ebenfalls Touristin. A. und der Geschäftsinhaber merkten nun was vorgefallen war. Wir , das heißt die beiden Männer sortierten die Münzen bis alles seine Richtigkeit hatte. Wir mußten lachen. Die andere Kundin vergaß ihre erstandenen Waren. Der Ladenbesitzer überholte uns, laufend auf der Straße, um der Kundin ihren Einkauf zu übergeben; nochmals Lachen von allen Beteiligten. Am vorletzten Tag fuhren wir Richtung Flughafen (mit M2 Richtung Kastrup) und sahen uns dort um. Auf der Rückfahrt stiegen wir am Amagerstrand aus und genossen die Brise am Wasser. Die letzte Nacht vor unserem Abflug nach Nuuk über Kangerlussuaq war kurz. Abflug um 9h15.

Den Amager Strand  erreicht man mit der Linie M2 Richtung Flughafen Kastrup. Die künstlich angelegte Insel mit ihrer Dünenlandschaft bietet Strandflair vor Kopenhagens Haustür. (Mit dem 36 Stundenticket problemlos zu ereichen)

Den Amager Strand erreicht man mit der Linie M2 Richtung Flughafen Kastrup. Die künstlich angelegte Insel mit ihrer Dünenlandschaft bietet Strandflair vor Kopenhagens Haustür. (Mit dem 36 Stundenticket problemlos zu ereichen)

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Grönland als Reiseziel stand schon lange auf meiner Wunschliste. Es sollte aber keine der angebotenen Kreuzfahrten sein, sondern wie bei A. und mir üblich, eine Reise auf eigene Faust. Die Anreise über Kopenhagen und ein Puzzle um den Fahrplan der Fähre an Grönlands Küste von Nuuk nach Ilulissat waren lösbar.
Details:
Aufbruch: 27.07.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 16.08.2018
Reiseziele: Grönland
Dänemark
Der Autor
 
Monika Schulmeiss berichtet seit 35 Monaten auf umdiewelt.
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