69° nördliche Breite - unterwegs zur Mitternachtssonne

Reisezeit: Juli / August 2018  |  von Monika Schulmeiss

In Ilulissat

Die Sonne will nicht untergehen. Ausblick von unserer ersten Unterkunft bei Paa & Jannik im Ap#3  Neben drei Apartements werden auch noch Zimmer angeboten. Sehr angenehme und serviceorientierte Gastgeber..

Die Sonne will nicht untergehen. Ausblick von unserer ersten Unterkunft bei Paa & Jannik im Ap#3 Neben drei Apartements werden auch noch Zimmer angeboten. Sehr angenehme und serviceorientierte Gastgeber..

Um 23 Uhr - bald ist Mitternacht

Um 23 Uhr - bald ist Mitternacht

Eine Woche und ein Tag in Ilulissat

Jannik, unser erster Gastgeber, wartete mit Schild bereits am Hafen. Nach kurzer Autofahrt und Abstieg über Holztreppen betraten wir das kleine Häuschen. Es lag am Wasser und war sehr gut ausgestattet, ein Traum. Nach kurzer Instruktion durch Jannik waren wir uns selbst überlassen. Mit Einkaufen, Wäschewaschen und Kochen war der restliche Tag ausgefüllt. Im Supermarkt fanden wir ein umfangreiches Angebot vor und auch eine sogenannte Heiße Theke. In Ilulissat gibt es davon mehrere. Abends erkundeten wir den Ort. Er liegt an der Diskobucht und ist der Anziehungspunkt für Grönlandtouristen. Kreuzfahrtschiffe müssen auf Reede bleiben und die Passagiere werden ausgebootet. Wir konnten dies an den nächsten Tagen beobachten; einmal zählten wir drei dieser schwimmenden Ungetüme. Im Ort begegneten wir immer wieder Gruppen, die in werbewirksamer Bekleidung unterwegs waren, so konnte man sie den einzelnen Anbietern zuordnen.
Nach zwei Nächten mußten wir in unser zweites Quartier wechseln. In meinem Planungspuzzle hatte es keine andere Möglichkeit gegeben. Nun wir standen vor unserer neuen Unterkunft. Sie lag am Rande von Ilulissat in der Nähe des Kraftwerks. Ein Glas mit Schraubdeckel stand, gefüllt mit Zigarettenkippen, neben der Haustüre. Unsere Unterkunftgeber Mona und Hans instruierten uns über die Gepflogenheiten im Haus. Das ehemalige Kinderzimmer war für 6 Nächte nun unser Zuhause. Die Küche benutzte ich nach Absprache jeweils um 15h. Das Duschbad mit WC benutzten alle Hausbewohner gemeinsam. Eine junge Französin war noch dazu gekommen. Sie hatte ihr Zimmer im Anbau. Ich konnte mich glücklich schätzen, daß ich die Küche benutzen durfte. Ihr war das untersagt und so kochte sie auf ihren Minicampingkocher ihr Nudelgericht. In unserem Zimmer waren die Schränke vollgestopft und wir funktionierten unsere Koffer zur mobilen Aufbewahrung um. Zwei Kleiderbügel standen uns zur Verfügung. Nachdem wir ein Regal und die Festerbank von Nippes befreit hatten, konnten wir unseren Kleinkram ablegen. Ein, wie ich meinte, dunkelhäutiger Keramikbuddha sah mich dabei sorgenvoll an.

In unserem Zimmer bei Mona und Hans

In unserem Zimmer bei Mona und Hans

Eigentlich wollten wir am Donnerstag den 9. August nach Rodebay Qqaatsut, und wir hatten auch schon die Tickets der www.diskoline.gl (für Senior+65 Year gibt's Ermäßigung). Die Strecke (ca. 20 km) von dort Richtung Ilulissat wollten wir gehen. Bereits am Mittwoch zeichnete sich Schlechtwetter mit Regen und Nebel ab. Alternative wäre die Rückfahrt mit dem kleinen Schiff gewesen, doch es gab keine freien Plätze mehr. Die Linie fährt nur einmal in der Woche, immer donnerstags. Wir haben also storniert und bekamen einen kleinen Betrag rücküberwiesen. Am Donnerstag war dann das vorausgesagte schlechte Wetter eingetroffen. A. machte seine Speedwanderung zum Flughafen und zurück. Ich wollte Wäschwaschen und erhielt die Information, daß hier, in Ilulissat, bei Regen nicht gewaschen wird. Die Waschmaschine blieb außer Betrieb und ich widmete mich der Handwäsche. Eine reißfeste, wasserdichte Einkaufstasche und der Plastik- Papierbehälter aus unserem Zimmer ermöglichte mir im kleinen Duschbad meine Aktion durchzuführen. Wäscheleine hatte ich, wie immer auf Reisen, mit, ebenso 8 Wäscheklammern. Kreativ spannte ich die Leine vor dem Hauseingang unter das Vordach. Die Wäsche konnte erst einmal abtropfen, danach wurde sie von mir auf den freiliegenden Heizungsrohren und dem gekippten Fenster im Zimmer drapiert.
Wir ließen uns die Laune nicht verderben. Am nächsten Morgen schien die Sonne und wir machten Ilulissat wieder unsicher. Jeden Tag führte mich der Weg zumindest einmal an den Schlittenhundeplätzen vorbei, A. mußte mit. . Ungläubig sah ich die Hunde an ihren Plätzen liegen. Nachts war manchmal wolfsähnliches Geheul zu hören. Ich empfand dieses intensive Jaulen auch als einen Ausdruck ihres Daseins , für mich Elend. Die Situation der Tiere hatte so gar nichts mit den Bildern der Schlittenhunde im Winter gemein, die auf Reiseprospekten zu sehen sind.
Am vierten Tag unseres Aufenthaltes haben wir unser "Wohnzimmer" entdeckt, das wir dann jeden Tag am späten Nachmittag aufsuchten; das Cafe Inuit. Hier konnten wir den Tag angenehm ausklingen lassen. Die Hauptstraße vor und zurück, die Geschäfte waren uns schon alle bekannt und der Ort sehr übersichtlich. Vor den Läden der Tourenanbietern standen meist kleine Gruppen, die auf ihre Abfahrt warteten. Einer der Anbieter mit Office in Ilulissat

Wahrlich ein Hundeleben -  Nach unseren Informationen, von einem Hundebesitzer und einem Cafe- und Restaurantbetreiber, werden die Hunde im Sommer nur jeden 2ten Tag gefüttert, dabei erhält jeder in der Regel 3 Fische. Es ist fast unmöglich Futter zuzukaufen, da es zu teuer wäre. Wenn in den Familien Jäger und Fischer sind ist die Haltung gut  machbar. Die Welpen kommen mit sechs Monaten an die Kette, früher waren sie 10 Monate alt. Die Hunde sind Gebrauchstiere und sind sich selbst überlassen, an der Kette, auf einen der vielen Schlittenhundeliegeplätzen. Ausgewiesen werden diese Plätze von der Stadt Ilulissat.

Wahrlich ein Hundeleben - Nach unseren Informationen, von einem Hundebesitzer und einem Cafe- und Restaurantbetreiber, werden die Hunde im Sommer nur jeden 2ten Tag gefüttert, dabei erhält jeder in der Regel 3 Fische. Es ist fast unmöglich Futter zuzukaufen, da es zu teuer wäre. Wenn in den Familien Jäger und Fischer sind ist die Haltung gut machbar. Die Welpen kommen mit sechs Monaten an die Kette, früher waren sie 10 Monate alt. Die Hunde sind Gebrauchstiere und sind sich selbst überlassen, an der Kette, auf einen der vielen Schlittenhundeliegeplätzen. Ausgewiesen werden diese Plätze von der Stadt Ilulissat.

Junge Welpen suchten Kontakt zu A. am Straßenrand.  Streicheln, Füttern und Betreten der Liegeplätze ist verboten und davor wird auch dringend abgeraten.

Junge Welpen suchten Kontakt zu A. am Straßenrand. Streicheln, Füttern und Betreten der Liegeplätze ist verboten und davor wird auch dringend abgeraten.

Was ein Trockenfisch werden will... gesehen an einem der Häuserblocks am Rande von Ilulissat

Was ein Trockenfisch werden will... gesehen an einem der Häuserblocks am Rande von Ilulissat

Wegemarkierung am gelben Weg - siehe UNESCO Weltnaturerbe

Wegemarkierung am gelben Weg - siehe UNESCO Weltnaturerbe

Abends im Duett. Wale suchten abends den Kangia Icefjord auf, der in diesem Bereich von Booten nicht befahren werden darf. Wir beobachteten mehrere von ihnen vom markierten gelben Wanderweg aus; durch das Fernglas waren sie wunderbar zusehen und lediglich die Mücken haben gestört. Siehe auch UNESCO Weltnaturerbe

Abends im Duett. Wale suchten abends den Kangia Icefjord auf, der in diesem Bereich von Booten nicht befahren werden darf. Wir beobachteten mehrere von ihnen vom markierten gelben Wanderweg aus; durch das Fernglas waren sie wunderbar zusehen und lediglich die Mücken haben gestört. Siehe auch UNESCO Weltnaturerbe

Unerläßlich: Mückenschutz - in diesem Fall stand ich Modell. Zusätzlich verwendeten wir noch Antibrummspray

Unerläßlich: Mückenschutz - in diesem Fall stand ich Modell. Zusätzlich verwendeten wir noch Antibrummspray

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Grönland als Reiseziel stand schon lange auf meiner Wunschliste. Es sollte aber keine der angebotenen Kreuzfahrten sein, sondern wie bei A. und mir üblich, eine Reise auf eigene Faust. Die Anreise über Kopenhagen und ein Puzzle um den Fahrplan der Fähre an Grönlands Küste von Nuuk nach Ilulissat waren lösbar.
Details:
Aufbruch: 27.07.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 16.08.2018
Reiseziele: Grönland
Dänemark
Der Autor
 
Monika Schulmeiss berichtet seit 35 Monaten auf umdiewelt.
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