Myanmar aus der Ferne nach einem Jahr!

Reisezeit: Februar - Dezember 2021  |  von Gundula Henkel

Der Militärputsch erzürnt die Bevölkerung : Das Militär reagiert mit Gewalt. Die ersten Toten

Ein Jahr nach unserem gemeinsamen Spaziergang durch Mandalay...,

schreibt unsere Freundin, setzt dort, wo wir gemeinsam an einem frühen Morgen das bunte Treiben im Hafen am Irrawaddy Fluss beobachtet haben, das myanmarische Militär erstmalig Schusswaffen und Bomben gegen die Demonstranten ein. Händler, Hafenarbeiter wollten das Ablegen der Schiffe und damit das Transportieren von Kriegsmaterial verhindern. Das Militär kreiste die demonstrierende Masse ein und warf Bomben in die friedlich demonstrierende Menschenmasse, sodass die ersten Toten und schwer Verwundeten zu beklagen sind. Unsere Freundin in Yangon wird von ihren guten Freunden in Mandalay informiert. Wir haben sie kennen gelernt, als wir mit ihr durch die Stadt rund um den alten Königspalast geschlendert sind und von den Mandalay Bergen den Sonnenuntergang bewunderten.
Wir sind zutiefst erschrocken und entsetzt, als wir die Nachricht lesen. Wir haben das friedliche Bild am Fluss noch vor Augen. Am Morgen, als die Sonne noch nicht so heiß schien, hatten wir uns auf den Weg gemacht, um uns das Treiben im Hafen anzusehen und durch die kleinen Straßenmärkte oberhalb der Landebrücken zu schlendern. Tödliche Schüsse trafen jetzt Unschuldige. Vor einem Jahr haben wir sie in den Straßen von Mandalay getroffen, die jungen, stets fröhlichen und uns gegenüber immer freundlichen jungen Menschen. Jetzt weinen sie um ihre Toten und Verwundeten und befürchten eine Zukunft in Diktatur und Terror.
Unsere Freundin hat inzwischen Name und Wohnort gewechselt, um sich und die Familie schützend weiter am zivilen Widerstand zu beteiligen. Allerdings wird es, so schreibt sie, für sie immer schwieriger Fotos zu senden. Die oben genannten Ereignisse haben wir über YouTube angesehen. Wir versuchen ihr Mut zu machen und bitten sie, uns weiter teilhaben zu lassen an ihren Erlebnissen und Eindrücken, so schwer es für sie auch ist. Vor allem aber wünschen wir, dass sie gesund und in Freiheit bleibt.

© Gundula Henkel, 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vor einem Jahr unternehmen wir eine Rundreise durch Myanmar. Wir waren beeindruckt von der Schönheit des Landes, dem Prunk der Tempel und Pagoden, vor allem aber von der Herzlichkeit der Menschen. Soe, unsere Freundin in Yangon, und ihre Familie begleiteten uns damals und sprachen viel von der Hoffnung der Menschen nach mehr Demokratie und Öffnung. Diese Hoffnung ist vorerst zerstört. Das Militär hat die Macht übernommen, und ich will von ihren erschütternden Erlebnissen berichten.
Details:
Aufbruch: 16.02.2021
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Dezember 2021
Reiseziele: Myanmar
Live-Reisebericht:
Gundula schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Gundula Henkel berichtet seit 26 Monaten auf umdiewelt.
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