Myanmar aus der Ferne nach einem Jahr!

Reisezeit: Februar - Dezember 2021  |  von Gundula Henkel

Der Militärputsch erzürnt die Bevölkerung : Millionen im Land trauern um die erste Tote

Trauerfeier in Yangon

Die ersten Schüsse des Militärs richteten sich vor wenigen Tagen gegen eine Studentin in der Hauptstadt des Lande. Die 20 jährige Frau verstarb an den Folgen. Unsere Freundin berichtet nun, dass die Trauer um die Studentin sich zu einer das gesamte Land umfassende Protestaktion entwickelte und sie an der Gedenkveranstaltung in Yangon ebenfalls teilnahm. Ihr gelang es, Fotos zu machen und schreibt, `wir sind müde vom täglichen Kampf, aber wir werden nicht aufgeben.`

Rote Rosen zum Gedenken der jungen Toten.

Rote Rosen zum Gedenken der jungen Toten.

Junge Frauen weiten die Trauerfeier zum Protest gegen die Militärregierung und für die Freilassung ihrer faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi aus.

Junge Frauen weiten die Trauerfeier zum Protest gegen die Militärregierung und für die Freilassung ihrer faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi aus.

Der Protest geht weiter und umfasst immer mehr Menschen im Land

Während das Militär mit dem Einsatz von Schusswaffen und Bomben, immer mehr Gewalt, Einschüchterung und Kappen der Internet- und Telefonverbindungen ins Ausland versucht, den Protest zu stoppen, zeigen vor allem junge Menschen, dass sie Vertreibung und Verhaftung nicht fürchten und sich tapfer und mutig dem Militär entgegenstellen. Junge Schauspieler, Sänger und freie Künstler zeigen offen in bunten und schrillen Kostümen ihren Protest, bahnen sich ihren Weg zu den ausländischen Vertretungen und übergeben Schreiben an Schreiben, damit die Weltöffentlichkeit von den Vorgängen in Myanmar erfährt. Sie verharren friedlich sitzend auf der Straße sowie auf den Plätzen und nehmen das gesellschaftliche Leben, soweit es geht, selbst in die Hand. Vorbild und zentrale Figur bei den Protesten bleibt die faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi, sie ist allgegenwärtig bei den Menschen im Land.

Es gibt wohl kaum eine Familie, die sich nicht an den friedlichen Protesten und dem zivilen Widerstand beteiligt. Und sei es nur das Knüpfen von roten Bändchen, die die Menschen als Zeichen der Unterstützung des Protests tragen.

Es gibt wohl kaum eine Familie, die sich nicht an den friedlichen Protesten und dem zivilen Widerstand beteiligt. Und sei es nur das Knüpfen von roten Bändchen, die die Menschen als Zeichen der Unterstützung des Protests tragen.

Stricken und Häkeln für die Freiheit und Demokratie in Myanmar.

Stricken und Häkeln für die Freiheit und Demokratie in Myanmar.

Vor allem junge Menschen wollen nicht aufgeben. Sie haben die letzten Jahre in gesellschaftlicher Pluralität und Offenheit genossen. Sie wollen ihr Leben weiterhin nach ihren Vorstellungen und Ideen gestalten. Sie haben nichts zu verlieren, auch deshalb tragen sie offen ihren Protest zu Schau.

Vor allem junge Menschen wollen nicht aufgeben. Sie haben die letzten Jahre in gesellschaftlicher Pluralität und Offenheit genossen. Sie wollen ihr Leben weiterhin nach ihren Vorstellungen und Ideen gestalten. Sie haben nichts zu verlieren, auch deshalb tragen sie offen ihren Protest zu Schau.

Händler liefern Lebensmittel und Wasser und verteilen sie an die Protestierenden auf den Straßen. Immer mehr Menschen schließen sich dem Protest an. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig, kümmern sich um Sachspenden und geben Geld.

Händler liefern Lebensmittel und Wasser und verteilen sie an die Protestierenden auf den Straßen. Immer mehr Menschen schließen sich dem Protest an. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig, kümmern sich um Sachspenden und geben Geld.

Das Militär versucht, die Straßen zu den ausländischen Vertretungen zu versperren, um die Menschen im Land weiter zu separieren von der Außenwelt. Nachts wird das Internet regelmäßig abgeschaltet, Telefonverbindungen werden gekappt. Die Menschen halten sich über persönliche Kontakte bei Tag und Nacht auf dem Laufenden und organisieren den Selbstschutz auf den Straßen und in den Wohngebieten.

Das Militär versucht, die Straßen zu den ausländischen Vertretungen zu versperren, um die Menschen im Land weiter zu separieren von der Außenwelt. Nachts wird das Internet regelmäßig abgeschaltet, Telefonverbindungen werden gekappt. Die Menschen halten sich über persönliche Kontakte bei Tag und Nacht auf dem Laufenden und organisieren den Selbstschutz auf den Straßen und in den Wohngebieten.

Freiwillige regeln den Verkehr, um die Straßen freizumachen für den Weg zu den ausländischen Vertretungen. Das Militär hatte versucht, die Demonstranten zu behindern.

Freiwillige regeln den Verkehr, um die Straßen freizumachen für den Weg zu den ausländischen Vertretungen. Das Militär hatte versucht, die Demonstranten zu behindern.

Der Botschaftsrat der Botschaft Singapurs informiert sich vor den Toren der Botschaft über die Situation,  spricht mit den Demonstranten und nimmt zahlreiche Protestschreiben entgegen.

Der Botschaftsrat der Botschaft Singapurs informiert sich vor den Toren der Botschaft über die Situation, spricht mit den Demonstranten und nimmt zahlreiche Protestschreiben entgegen.

Die Menschen lassen sich nicht von ihrem Protest abbringen und verbleiben friedlich vor den Toren der ausländischen Vertretungen.

Die Menschen lassen sich nicht von ihrem Protest abbringen und verbleiben friedlich vor den Toren der ausländischen Vertretungen.

Wie lange wird der friedliche Widerstand dem Militär noch widerstehen? Die Angst macht sich unter den Menschen breit, auch weil über 20 Tausend Schwerverbrecher aus den Gefängnissen entlassen wurden, die mordend und raubend durch das Land marschieren und die durch das Militär bedrohten Menschen zusätzlich verängstigen.

Wie lange wird der friedliche Widerstand dem Militär noch widerstehen? Die Angst macht sich unter den Menschen breit, auch weil über 20 Tausend Schwerverbrecher aus den Gefängnissen entlassen wurden, die mordend und raubend durch das Land marschieren und die durch das Militär bedrohten Menschen zusätzlich verängstigen.

© Gundula Henkel, 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vor einem Jahr unternehmen wir eine Rundreise durch Myanmar. Wir waren beeindruckt von der Schönheit des Landes, dem Prunk der Tempel und Pagoden, vor allem aber von der Herzlichkeit der Menschen. Soe, unsere Freundin in Yangon, und ihre Familie begleiteten uns damals und sprachen viel von der Hoffnung der Menschen nach mehr Demokratie und Öffnung. Diese Hoffnung ist vorerst zerstört. Das Militär hat die Macht übernommen, und ich will von ihren erschütternden Erlebnissen berichten.
Details:
Aufbruch: 16.02.2021
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Dezember 2021
Reiseziele: Myanmar
Live-Reisebericht:
Gundula schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Gundula Henkel berichtet seit 26 Monaten auf umdiewelt.
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