Indien-Reisebericht :Zum Jahreswechsel nach Südindien

Vijayawada

Als ich in der Zeitung die Ankündigung eines buddhistischen Festivals fand, das sich auch noch terminlich als Abschluss meiner Reise eignete, stand für mich fest es geht nach Amaravati! Der für das Festival angegebene kleine Ort ist auf Google-Maps fast 40Km von Vijayawada entfernt, dorthin geht es von Chennai aus mit dem Zug, einen Flughafen gibt es in Vijayawada auch. Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, daß die ganze Gegend Amaravati genannt wird, was soviel heißt wie "Sitz der Götter". Man hat große Pläne diese Gegend als Hauptstadt von Andhra Pradesh zu einer modernen Metropole auszubauen und damit auch die bedeutsame historische Vergangenheit wieder aufleben zu lassen.

Die Hotels in Vijayawada sind etwas teuer, zumindest wenn es mit WIFI sein soll, Bei Verlängerung schwankten die Preise von Tag zu Tag, das richtete sich scheinbar nach den Preisageboten der Reiseportale im Internet. Ich blieb immer im selben Hotel. Da mir der Austragungsort des Festivals aber lange nicht klar war, verlängerte ich immer wieder und zahlte für dasselbe Zimmer je nach Tag zwischen 1300-1750Rs.

Vijayawada hat eine Million Einwohner. Der vorbeifließende Krishna-River ist dem Rhein vegleichbar.

Vijayawada hat eine Million Einwohner. Der vorbeifließende Krishna-River ist dem Rhein vegleichbar.

Amaravati soll als Hauptstadt von Andhra Pradesh zu einer modernen Metropole ausgebaut werden. Die Region besteht aus 30 Dörfern zwischen den beiden Städten Vijayawada und Guntur. Hier der Blick auf Vijayawada im Jahr 2018. Pläne im Internet für die Hauptstadt sehen recht futuristisch aus.

Amaravati soll als Hauptstadt von Andhra Pradesh zu einer modernen Metropole ausgebaut werden. Die Region besteht aus 30 Dörfern zwischen den beiden Städten Vijayawada und Guntur. Hier der Blick auf Vijayawada im Jahr 2018. Pläne im Internet für die Hauptstadt sehen recht futuristisch aus.

Die Straßen sind in einem guten Zustand, inklusive Fußgängerwege. Gottseidank gibt es hier nur selten diese Speedbreaker. Oftmals sah ich in der Stadt Streetfood, wie hier auf der Straßenseite gegenüber, für Europäer etwas ungewohnt im Stehen zu Essen.

Die Straßen sind in einem guten Zustand, inklusive Fußgängerwege. Gottseidank gibt es hier nur selten diese Speedbreaker. Oftmals sah ich in der Stadt Streetfood, wie hier auf der Straßenseite gegenüber, für Europäer etwas ungewohnt im Stehen zu Essen.

Der bekannteste Tempel in Vijayawada befindet sich auf diesem Gebäude. Mit dem Fahrstuhl geht es 7 Stockwerke hoch, erst dann kam ich zum Eingang des Durga-Tempels. Am Tag zuvor war der Tempel geschlossen wegen "blood moon". Eine seltene Konstellation bei der die Erde zwischen Sonne und Vollmond steht, der Erdschatten bewirkt eine rötliche Färbung des Mondes.

Der bekannteste Tempel in Vijayawada befindet sich auf diesem Gebäude. Mit dem Fahrstuhl geht es 7 Stockwerke hoch, erst dann kam ich zum Eingang des Durga-Tempels. Am Tag zuvor war der Tempel geschlossen wegen "blood moon". Eine seltene Konstellation bei der die Erde zwischen Sonne und Vollmond steht, der Erdschatten bewirkt eine rötliche Färbung des Mondes.

...oben auf dem Dach dann der Eingang in den Durga-Tempel. Die Göttin Durga ist eine weitere Erscheinungsform der höchsten indischen Göttin Devi. Ähnlich wie die Göttin Minakshi in Madurai. Durga wird oft mehrarmig dargestellt auf einen Tiger reitend. Innerhalb des Tempels durfte man nicht fotografieren. Wie so oft erschien Jemand der mit mir den Gang durch den interessanten Tempel machte, in diesem Fall eine Inderin mit gutem englisch, ihr Sohn arbeitet in den USA. Innerhalb des Tempels war ein Baum, wenn ich mich recht erinnere war er etwas verwachsen mit dem Gebäude. Vor dem Baum fing meine Begleiterin an sich hinzuknien und zu beten, sie war da nicht die Einzige. Sie meinte, der Baum ist schon immer hier, die Göttin Durga mag diesen Baum (der Baum zeugt von der Nähe der Göttin).

...oben auf dem Dach dann der Eingang in den Durga-Tempel. Die Göttin Durga ist eine weitere Erscheinungsform der höchsten indischen Göttin Devi. Ähnlich wie die Göttin Minakshi in Madurai. Durga wird oft mehrarmig dargestellt auf einen Tiger reitend. Innerhalb des Tempels durfte man nicht fotografieren. Wie so oft erschien Jemand der mit mir den Gang durch den interessanten Tempel machte, in diesem Fall eine Inderin mit gutem englisch, ihr Sohn arbeitet in den USA. Innerhalb des Tempels war ein Baum, wenn ich mich recht erinnere war er etwas verwachsen mit dem Gebäude. Vor dem Baum fing meine Begleiterin an sich hinzuknien und zu beten, sie war da nicht die Einzige. Sie meinte, der Baum ist schon immer hier, die Göttin Durga mag diesen Baum (der Baum zeugt von der Nähe der Göttin).

vor dem Festival hatte ich noch Zeit die Umgebung zu erkunden.

ich und mein Expeditionsteam bei der Überquerung des Krishna-Rivers.
Danke Jungs!

ich und mein Expeditionsteam bei der Überquerung des Krishna-Rivers.
Danke Jungs!

Amaravati

Diese 38m hohe Buddha-Figur wurde erst 2011 fertiggestellt und soll an die buddhistische Blütezeit in dieser Region erinnern.

Diese 38m hohe Buddha-Figur wurde erst 2011 fertiggestellt und soll an die buddhistische Blütezeit in dieser Region erinnern.

Mein erster Ausflug ging in den kleinen Ort der auf der Landkarte Amaravati genannt wird, einstmals ein buddhistisches Zentrum. Mit dem Bus von Vijayawada braucht man fast 2 Stunden. Immer noch Buslinie 301 wie in meinem Lonely Planet-Reiseführer von 2014 angegeben, den ich noch als PDF-Ausgabe auf dem Laptop habe. Nur 1km entfernt von dieser monumentalen Figur ist Indiens größte Stupa, die aber inzwischen zerfallen ist. Man nimmt an, daß von Amaravati aus der Buddhismus nach Südost-Asien vordrang. Laut Wikipedia war der Buddhismus einstmals über Jahrhunderte die bevorzugte Religion Indiens, heute sind nur noch 0,7% der Inder Buddhisten. Buddha wurde sozusagen in den Hinduismus integriert. Wenn ich Buddhisten daraufhin ansprach, so meinten diese, daß in Indien das Interesse am Buddhismus wieder zunimmt.

In Amaravati reservierte ich mir ein Hotelzimmer für den Beginn des Festivals in ein paar Tagen, der kleine Ort wird sicher überlaufen sein, dachte ich mir. Tatsächlich traf ich kurz darauf Einen der sich als "Regierungsbeamter" ausgab, und mir bestätigte dass das Festival bei dieser großen Buddhafigur stattfinden wird. Am Ende fand es aber doch in Vijayawada statt, gar nicht weit von meinem dortigen Hotel entfernt.

Das Innere der großen Buddhafigur ist begehbar, die Wände sind geschmückt mit Darstellungen aus der buddhistischen Vergangenheit.

Das Innere der großen Buddhafigur ist begehbar, die Wände sind geschmückt mit Darstellungen aus der buddhistischen Vergangenheit.

Mir sagte ein Besucher, die Reliefs zeigen Szenen aus Buddhas Leben

Mir sagte ein Besucher, die Reliefs zeigen Szenen aus Buddhas Leben

Undavalli

Ein Ausflug zum Höhlentempel Undavalli lohnt sich, die Anlage ist ca 7km von Vijayawada entfernt

Nach längerer Zeit wieder ein für Ausländer gesonderter Eintrittspreis - 200Rs. Fotografieren erlaubt.

Nach längerer Zeit wieder ein für Ausländer gesonderter Eintrittspreis - 200Rs. Fotografieren erlaubt.

Vom "Balkon" des Höhlentempels aus blicken diese mir etwas fremdartig anmutenden Skulpturen auf die Felder der Bauern. Die Anlage entstammt dem 7.Jahrhundert, ihre Wurzeln gehen noch weiter zurück. Ursprünglich ein Jain-Tempel wurde es mit dem Wechsel der religiösen Dominanz zu einem Buddhistischen Tempel, um letztendlich zu einem Hindu-Tempel zu werden.

Vom "Balkon" des Höhlentempels aus blicken diese mir etwas fremdartig anmutenden Skulpturen auf die Felder der Bauern. Die Anlage entstammt dem 7.Jahrhundert, ihre Wurzeln gehen noch weiter zurück. Ursprünglich ein Jain-Tempel wurde es mit dem Wechsel der religiösen Dominanz zu einem Buddhistischen Tempel, um letztendlich zu einem Hindu-Tempel zu werden.

Im Innern des Höhlentempels findet man diese große liegende Vishnu-Figur

Im Innern des Höhlentempels findet man diese große liegende Vishnu-Figur

... um die herum noch andere Figuren geschart sind. Hier ein geflügeltes Wesen!? Das ist Garuda, das Reittier von Vishnu, halb Mensch halb Adler. Oder wie mir ein Inder erklärte "Vishnu's Lufthansa":

... um die herum noch andere Figuren geschart sind. Hier ein geflügeltes Wesen!? Das ist Garuda, das Reittier von Vishnu, halb Mensch halb Adler. Oder wie mir ein Inder erklärte "Vishnu's Lufthansa":

In den Tempeln stoße ich Immer wieder auf Abbildungen des Gottes Ganesha, glücksverheißend, der hat aber auch eine ungewöhnliche Biographie.

In den Tempeln stoße ich Immer wieder auf Abbildungen des Gottes Ganesha, glücksverheißend, der hat aber auch eine ungewöhnliche Biographie.

Weitere Skulpturen im Undavalli Höhlentempel

Weitere Skulpturen im Undavalli Höhlentempel

© Walter Wolf, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Beeindruckende Tempelbauten und 30 Grad im Januar. Dazu die Aussicht auf ungewohntes Essen und wohl auch seltsame Bräuche weckten mein Interesse für den Süden Indiens.
Details:
Aufbruch: 13.12.2017
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 08.02.2018
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Walter Wolf berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Walter über sich:
Jetzt in der Rente habe ich Zeit zum Reisen. Dies kombinier ich meist mit einem Schachturnier.