Finnland-Reisebericht :Finnisch-Lappland im Winter

10-tägige Reise in den Nordosten Finnisch-Lapplands, das heißt 10 Tage schneeschuhtouren, langlaufen, saunieren und eine der schönsten und urtümlichsten Landschaften Europas erleben. Auch nach mittlerweile einigen Jahren Reiseerfahrung in Lappland lässt mich dieser Ort nicht los. Besonders im Winter entwickelt Lappland seine ganz besonde Magie.

Miksi Suomi? - Warum Finnland?

"Aber warum denn Finnland? Norwegen ist toll, da wollte ich immer mal hin"

... das habe ich schon so oft gehört und antworten tu ich auch immer auf die gleiche Weise: "Weil Finnland einfach ganz besonders ist". Finnland hat nicht die höchsten Berge, nicht die spektakulärsten Aussichten, nicht die kultigste Jugendkultur, aber für mich ist Finnland seit Jahren ein absolutes Sehnsuchtsziel.
Ich, Janis (25), bin seit einem halben Jahr mit meinem Geographiestudium durch und arbeite derzeit bei einer Gemeinde in Südwestfalen im kommunalen Klimaschutz. In den vergangenen Jahren hat es mich wieder und wieder in den Norden gezogen, auch wenn das Reisebudge knapp war. Island, Norwegen, Schweden, Kanada, aber kein Land hat mich bisher so begeistert wie Finnland. Dabei spielen ganz viele Einflüsse eine große Rolle für mich.
Die Finnische Sprache etwa steht für sich genommen bereits für so vieles, was ich an diesem Land schätze: Sie ist rau, hoch kompliziert, unvergleichlich und trotzdem schön. Ich hatte das Glück im Sommer 2013 einen vierwöchigen Crash-Kurs in Helsinki besuchen zu dürfen, bevor ich mich für den Rest des Jahres nach Rovaniemi begeben habe, wo ich mein Auslandssemester (Erasmus) verbrachte. Vier Wochen á sechs Stunden pro Tag und ich bin nicht in der Lage einen Satz zu lesen, geschweige denn einen gesprochenen Satz zu verstehen, sobald es über das übliche "Mein Name ist..." oder "Wie geht es dir?" hinausgeht.
Finnland ist für mich der Geruch von Kiefernwäldern, das Knarren der Holztüren der Schutzhütten in einem der zahlreichen Nationalparks die ewige Dämmerung im Spätwinter, wenn man nie genau weiß, ob die Sonne noch auf- oder schon wieder untergeht. Finnland, das ist Karjalanpiirakka (Karelische Piroggen), Minttu (Minzschnaps) und Nightwish (Metal Band). Es sind aber auch extrem introvertierte Menschen, große Weiten und hohe Preise. Finnland ist kein Land für Pauschalurlauber. Die hier erfundene Sauna ist hier kein Wellnesstempel sondern meist Jahrzehnte alte Hütten mit Holzofen, die man erst einmal zwei bis drei Stunden befeuern muss, um in den Genuss der wohligen Wärme zu kommen. Die Städte sind (bis auf wenige Ausnahmen) keine Touristenmagnete, es gibt keine weltbekannten Popsternchen und bekannt für ihre auffallende Schönheit sind die Finnen selbst auch nicht. Dennoch hat das Land etwas, das mich seit einigen Jahren nicht mehr loslässt, etwas das in der heutigen Zeit häufig nicht genügend geschätzt wird: nämlich "rauha", was man in etwa mit Frieden oder Ruhe übersetzen könnte.

Wer sich auf Finnland einlässt, wird sehr bald erfahren, dass die Menschen hier großen Wert auf ihren inneren Frieden legen. Dieser ist zumeist direkt mit der Nähe zur Natur verbunden. Für viele Finnen besteht die ideale Freizeitbeschäftigung darin, alleine oder mit wenigen Freunden oder Verwandten angelnd, wandernd oder skifahrend im Wald zu verschwinden. Davon sind wir Deutschen häufig weit entrückt und es ist immer wieder schön zusehen, dass die anderswo noch enger mit der Natur verbunden sind, als dies bei uns häufig der Fall ist. Auf meinen bisherigen Reisen nach Finnland - oder besser gesagt, nach Lappland, denn alle meine bisherigen Reisen in den Norden haben mich bis in diesen äußersten Winkel Europas geführt - konnte ich immer wieder ein Stück dieses "rauha" mit nach Hause nehmen.
Mein Wunsch ist es, dass mir dies auch auf der bevorstehenden Tour gelingt.

© Janis Dinter, 2018
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 17.02.2018
Dauer: 12 Tage
Heimkehr: 28.02.2018
Reiseziele: Finnland
Der Autor
 
Janis Dinter berichtet seit 4 Monaten auf umdiewelt.
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Janis über sich:
(Stand: 13.02.2018):

Geboren: 24.03.1992
In: Siegen (NRW)
Ausbildung: B.Sc. + M.Sc. Geographie an der Universität Innsbruck
derzeit: Klimaschutzmanager der Gemeinde Burbach
Hobbies: (natürlich) Reisen, Sport (derzeit American Football), Musik (machen und hören)