Auf dem Weg zum Nordkap
Letzte Vorbereitung und Vorfreude
Letzte Vorbereitungen und letzte Stunden bis zur Abfahrt
Jetzt sind es tatsächlich nur noch drei Tage. Wenn ich daran denke, wie lange Philipp und ich über diese Reise gesprochen und Pläne gemacht haben, ist es schon ein besonderes Gefühl: Am Montag um 2 Uhr morgens steigen wir ins Auto und fahren los – Richtung Nordkap.
Die Vorfreude steigt, ein bisschen Aufregung gehört inzwischen auch dazu. Die ersten Sachen sind gepackt, die Angeln auf Vordermann gebracht und langsam sammelt sich alles, was mit muss. Wobei uns wahrscheinlich spätestens Sonntagabend noch einfällt, was wir vergessen haben.
Unser Tiguan ist jedenfalls bereit. Ein guter Freund hat ihn komplett durchgecheckt und die Winterräder sind drauf. Anfang Oktober vielleicht etwas früher als sonst – aber für diese Reise sicher sinnvoll. Am Nordkap werden inzwischen teilweise nur noch um die 4 Grad und kräftiger Wind vorhergesagt. Gefühlt kann es also deutlich kälter werden.
Unsere grobe Hinfahrt steht: Kagel – Rostock – mit der Fähre nach Gedser – Stockholm – Umeå – Rovaniemi – Inari – Nordkap.
Die Fähre, unser schon im ersten Bericht beschriebenes Långholmen Hotel in Stockholm und eine Unterkunft in Umeå sind gebucht. Mehr wollen wir bewusst nicht festlegen. Wir möchten spontan entscheiden, wie weit wir fahren, wo wir bleiben oder ob wir irgendwo einen Tag länger machen. Passende Apps für Unterkünfte in Skandinavien sind schon auf den Handys. Philipp hat sich vorgenommen, möglichst in jedem Land eine Nacht draußen zu verbringen – an einem Lagerplatz, in einer Schutzhütte oder irgendwo an einem See. Die Ausrüstung dafür ist dabei.
Mich zieht es zum Schlafen altersbedingt dann doch eher ins warme Bett mit Frühstück. Die Abende und notfalls auch halben Nächte verbringen wir trotzdem gemeinsam draußen. Polarlichter wollen schließlich gesehen und nicht verschlafen werden.
Wir freuen uns auf Stockholm, den Polarkreis, Lappland, Inari und natürlich das Nordkap. Dazu die Weite und Stille des hohen Nordens und auf der Rückreise die besondere Landschaft Nordnorwegens mit ihren Fjorden rund um die Finnmark und Alta.
Gerade diese Gegensätze machen die Reise für uns aus: erst Stockholm mit Großstadt und Leben – und wenige Tage später vielleicht irgendwo stehen, wo kilometerweit kaum jemand unterwegs ist. Und mit etwas Glück sehen wir unterwegs auch die erhofften Polarlichter und Rentiere am Straßenrand oder mitten darauf.
Für den Rückweg steht ebenfalls eine grobe Richtung fest. Vom Nordkap soll es durch Nordnorwegen über Alta und anschließend Richtung Pajala nach Schweden gehen. Von dort wieder südwärts, wahrscheinlich noch einmal über Stockholm und weiter über Vadstena.
Ein kleiner Abstecher steht ebenfalls auf unserer Wunschliste: Katthult – der Hof aus „Michel aus Lönneberga“.
Die Gebäude aus den Filmen stehen dort noch. Die etwas Älteren unter uns werden Michel, Ida, Alfred und natürlich den berühmten Tischlerschuppen sicher noch kennen. Mal sehen, ob wir dort ankommen und sofort denken: Ja, genau so sah das damals im Fernsehen aus.
Wenn es zeitlich passt, schauen wir vorbei. Danach geht es weiter Richtung Dänemark, mit der Fähre von Gedser nach Rostock und schließlich zurück nach Kagel.
Bis Montag müssen noch ein paar Sachen ihren Platz im Auto finden. Aber das Wichtigste ist erledigt: Auto und Angeln sind vorbereitet, Winterräder drauf, Fähre und erste Unterkünfte gebucht – und die Route steht zumindest ungefähr.
Und genau dieses „ungefähr“ gefällt mir.
Wir wollen nicht jeden Tag durchplanen. Wenn es irgendwo schön ist, halten wir an. Wenn es uns gefällt, bleiben wir länger. Und wenn unterwegs etwas Interessantes auftaucht, das heute noch auf keiner unserer Karten steht, dann fahren wir eben hin.
Fast 3.000 Kilometer liegen allein bis zum Nordkap vor uns. Fünf Länder, Großstadt und Einsamkeit, Lappland, Polarkreis, Fjorde und Nordkap. Vielleicht Polarlichter, ein paar Fische, für Philipp die eine oder andere Nacht draußen – und ganz sicher vieles, von dem wir heute noch nichts wissen.
Noch drei Tage.
Dann müssen wir nicht mehr planen.
Dann fahren wir einfach los.
| Aufbruch: | 05.10.2026 |
| Dauer: | 14 Tage |
| Heimkehr: | 18.10.2026 |
Norwegen
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