Tunesien - 2000

Reisezeit: Juni 2000  |  von Uschi Agboka

Mit der Harley 14 Tage durch Tunesien.

Kurz-Reisebericht Tunesien 2000

H.O.G. Tunesienrundfahrt " Le Reve Bleu 2000"
vom 10. Juni bis 24. Juni 2000
- ein Bericht meines Lebensgefährten, Rolf Kummer

Als wir vor 2 Jahren die Ausschreibung im HOG-Newsletter lasen, dachten wir, wie kann man nur eine Rundfahrt in Tunesien unternehmen. Tunesien bedeutete für uns schlechte Straßen, Hitze, Sand usw.. Nachdem wir nur Positives über vorangegangene Rundfahrten gehört hatten, entschlossen wir uns, im Jahre 2000 daran teilzunehmen.
Um es vorwegzunehmen, wir hatten selten eine so schöne, gut organi-sierte und erlebnisreiche Rallye mitgemacht. Bei dieser Rundfahrt kam nichts zu kurz: Motorradfahren, Kultur, gutes Essen und relaxen am Pool und Strand.
Insgesamt nahmen 33 Harleys an der Rallye teil. Flora und Ray aus Australien, Maria aus Tschechien, Michel aus Frankreich und Dietmar aus Österreich gaben ihr einen internationalen Anstrich. Die Rallye wurde vom Rhein-Neckar Chapter zusammen mit HOG Europe organisiert.
Die ganze Strecke wurde im Konvoi gefahren. Durch die guten Kontakte der Organisatoren (Thomas Beisel und Petra Martin) zu den tunesischen Behörden und der Polizei mussten wir an keiner Ampel oder Kreuzung anhalten, da die Polizei bei unserem Herannahen sofort den Weg frei-machte. Teilweise begleitete uns durch größere Orte ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht. Überall wo wir auftauchten, erregten wir Aufsehen, da es in Tunesien keine Harleys gibt. Die Bevölkerung winkte uns zu und für die Kinder am Straßenrand waren wir eine willkommene Abwechslung.
Die Anreise führte uns bis ca.80 km vor Genua, wo für uns ein Hotel ge-bucht war. Tags darauf ging's dann nach Genua, von wo uns dann die Fähre Carthago (Bj. 99) in 24 Stunden nach Tunis brachte. In Tunis an-gekommen, übernachteten wir in einem schön gelegenen Hotel in der Nähe von Sidi Bou Said. In diesem Hotel konnten wir auch die warmen Kleidungsstücke deponieren, da wir am letzen Tag hierher wieder zu-rückkamen.

In Tunis ist es nicht einfach, Motorrad zu fahren, da durch das viele Öl, welches die teilweise schrottreifen Autos verlieren, die Straßen vor Ampeln und Kreisverkehren teilweise glatt wie Schmierseife sind.
Die erste Etappe führte uns nach Tabarka an der algerischen Grenze. Unterwegs besichtigten wir die römischen Ruinen von Utica. Das Mittag-essen bestand während der Rundreise immer aus einem Picknick mit Käse, Fisch- und Wurstkonserven. Die dadurch gewonnene Zeit verbrachten wir abends am Pool.
Durch das Atlasgebirge mit schönen Korkeichenwäldern kamen wir am nächsten Tag zu der römischen Ruinenstätte Bulla Regia und weiter nach Sbeitla. In Le Kef überraschte uns ein Unwetter, welches uns total durchnässte, da wir die Regenkleidung in Tunis gelassen hatten. Uns wurde mitgeteilt, dass solche Gewitter im Juni untypisch sind. Sonst hat-ten wir aber während der gesamten Rundfahrt nur Sonnenschein und Temperaturen bis 38°C.Nach der Besichtigung der römischen Ruinenstadt Sbeitla fuhren wir durch die Steppenwüste zur Oasenstadt Tozeur. Dort übernachteten wir in einem Hotel, das aus dem Märchen " 1001 Nacht " zu stammen schien.
Einer der Höhepunkte war am nächsten Tag die Bergoasenrundfahrt. In dieser Gegend wurden auch viele Außenaufnahmen für den Film "Der englische Patient" gedreht.
Durch den Salzsee " Schott el Djerid", den meisten bekannt durch Karl Mays Roman " Durch die Wüste", gelangten wir nach Douz. Heute führt eine gute Straße durch den Schott, doch sollte man es tunlichst vermei-den, die Straße zu verlassen, denn der See ist heute immer noch so ge-fährlich wie zu Karl Mays Zeiten.

Douz liegt am Rande der Sahara, und ein Kamelritt führte uns in die Sandwüste. Eine Besonderheit in unserem Hotel war eine schwefelhaltige Thermalquelle, welche einen Pool speiste. Hier hätten wir uns ge-wünscht, einen Tag länger zu bleiben, um die Wüste und die Thermalquelle länger zu genießen.
Im Höhlendorf Matmata, unserem nächsten Ziel, konnten wir eine Höh-lenwohnung besichtigen. Diese in den Fels gehauenen Wohnungen sind im Sommer angenehm kühl.
Dann war unsere längste Etappe mit 350 km nach Monastir angesagt. Auf guten Straßen war das kein Problem. Zu den Straßen ist noch zu bemerken, je weiter man nach Süden kam, um so besser wurden die Straßen, da die vorhandenen Pisten mit einem Teerbelag versehen wur-den und deshalb relativ neu sind. Trotzdem hatten wir noch genügend Staub geschluckt, welcher durch entgegenkommende Fahrzeuge, die auf den Standstreifen auswichen, verursacht wurde.
In Monastir konnten wir in einem Ferienclub 3 Tage relaxen. Kurze Aus-flüge führten uns aber nach El Djemzum sechst größten römischen Kol-loseum, Mahdia, Monastir und Sousse.
Ein Abend diente dazu, für den tunesischen Hilfsfonds 2626, der Projekte in nichttouristischen Gegenden unterstützt, eine Spendenaktion durchzuführen. Insgesamt kamen 5.500,00 DM durch den Verkauf von T-Shirts, Schmuckstücken und anderen Erinnerungsgegenständen zu-sammen. Eine Aktion, die bei den tunesischen Behörden sehr gut ankam. Die Bürgermeister von Monastir und Sousse sowie weitere Behör-denvertreter waren bei der Übergabe der Spende zugegen.
Leider gingen die 14 Tage zu schnell vorüber. Nach der Ankunft in Genua erwischte uns am San Bernadino-Pass das typische mitteleuropäische Wetter mit viel Regen.
Zum Schluss möchten wir uns bei Thomas, Petra und Dyhaa, unserem tunesischen Begleiter, recht herzlich für die hervorragende Organisation bedanken. Wir werden sicher mal wieder an der Tunesienrundfahrt teil-nehmen.

Bilder auf der Homepage meines Mannes, www.harley-rolf.de

© Uschi Agboka, 2009
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 10.06.2000
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 24.06.2000
Reiseziele: Tunesien
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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