Ägypten-Reisebericht :Kerstin in Kairo - again

Irgendwie komme ich von dieser Stadt einfach nicht los. Mittlerweile kenn ich mich da auch schon ganz gut aus und hab mir einen guten Freundeskreis aufgebaut. Da ich also irgendwie irgendwann doch immer wieder zurück gehe, führe ich diesen Bericht nun einfach weiter :-)

Auf geht's!

Nach einem langen halben Jahr des Wartens kann ich mich nun endlich wieder auf den Weg nach Kairo machen. Allerdings hat sich das Kofferpacken mal wieder als gar nicht so einfach erwiesen, denn neben etwas feineren Klamotten für die Arbeit, brauche ich ja auch noch etwas, was ich in der Freizeit tragen kann, und was, was ich abends tragen kann, und was, wenn es mal etwas kühler wird... (ich hatte vorher mal ein bisschen recherchiert und jeder Reiseführer gab für September und Oktober Temperaturen um 30Grad an......von daher an dieser Stelle nur ein vielsagender Blick... ). Schlussendlich musste neben meinem Riesenkoffer noch eine weitere kleine Tasche her und ich kam auf stolze 38 Kilo.....

Eine Stunde später als geplant ging es dann endlich los Richtung Flughafen Köln-Bonn. Gegen alle Erwartungen verlief das Einchecken völlig problemlos und ich musste netterweise die 8kg Übergepäck nicht bezahlen. Vor lauter Aufregung (oder so) hatte ich nicht daran gedacht, nach einem Fensterplatz zu fragen, und so saß ich am Rand. Was aber auch nicht schlimm war. Am Fenster neben mir saß ein sehr netter Mann, der ursprünglich aus Ägypten kommt aber schon seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebt - lustigerweise in Bielefeld. Jaja, die Welt ist manchmal klein...
Noch vor dem Start des Fliegers gab es noch einen kleinen, amüsanten Zwischenfall: in der Sitzreihe vor mir saß am Gang eine Araberin. Sie hatte sich ein Tuch über den Kopf gelegt und sah aus, als würde sie schlafen. Ein Pärchen, das eindeutig als absolut typische Touristen eingestuft werden kann, wollte sich nun auf die anderen Plätze setzen: doch die Dame reagierte nicht. Und reagierte nicht, und reagierte nicht, und reagierte nicht....bis eine Stewardess kam. Die Sache war: die Dame hat gebetet und Unterbrechungen sind dabei unerwünscht (auch hier kann sich jetzt jeder seinen eigenen Teil denken... ). Als das Touristen-Pärchen sich schließlich auf seine Plätze setzen konnte - natürlich der Mann neben die arabische Frau (normalerweise achten die Fluggesellschaften eigentlich darauf, dass so etwas nicht passiert), pflanzte der Mann seinen Arm auch direkt auf die Armlehne und sagte nur "Na, das fängt ja gut an!". Und ich musste für mich schmunzeln. Dazu sag ich nur: Welcome to Egypt

Nach 4 Stunden hieß es dann auch für mich "Ahlan wa sahlan" und "Taxi? Taxi?" und mich empfing eine unglaubliche Wärme und Schwüle. Glücklicherweise waren meine Koffer da und wir konnten uns schnell Richtung Hausboot machen. Wo mich allerdings niemand erwartete.... Alle dachten, dass ich erst einen Tag später kommen würde.... Kann mich nur wiederholen: Welcome to Egypt.... Aber alles kein Problem: Nova (mehr zu dem Hausboot und seinen Bewohnern kommt in einem der nächsten Kapitel) war glücklicherweise da, und so hatte ich einen Platz zum Schlafen.

Tja, und nun bin ich auf die nächsten zwei Monate gespannt

© Kerstin Franz, 2008
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 01.09.2008
Dauer: 16 Monate
Heimkehr: 20.12.2009
Reiseziele: Ägypten
Der Autor
 
Kerstin Franz berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt. Kerstin über sich:
Hi! Ich bin Kerstin und habe in Bielefeld Pädagogik mit dem Schwerpunkt auf Erwachsenen- und Weiterbildung studiert. Während der Vorbereitung für eine Prüfung habe ich mich intensiv mit internationaler Weiterbildung befasst und dadurch das Interesse bekommen, mein vom Studium aus verlangtes Praxissemester im Ausland zu machen, um selbst zu erfahren, wie Weiterbildung in anderen Ländern funktioniert. Gerade die islamische Welt rückt dafür immer mehr in den Blickpunkt. Zudem hab ich durch Aufenthalte in Kairo festgestellt, dass mich das Arabische interessiert. Also hab ich mich u.a. in diesem Bereich für ein Praktikum umgesehen - und wurde bei einem Büro, das seinen Sitz in Abu Dhabi hat, angenommen. Dort verbrachte ich 8 Monate des Jahres 2006. Von Oktober 2007 - März 2008 lebte ich dann für 4 Monate in Kairo um für meine Diplomarbeit zu recherchieren. Und nach der Abgabe zieht es mich direkt wieder dorthin