Sierra Leone-Reisebericht :5 Wochen durch Sierra Leone

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Trockenzeit eine Reise quer durch Sierra Leone

Die ersten Tage in Freetown

Die ersten vier Tage in Freetown

Morgens um 8.00 Uhr startet der Flug pünktlich via Lufthansa nach London. Zwei Biologiestundenten, Chris und ich machen uns auf eine fünfwöchige Reise nach Sierra Leone. In London angekommen heißt es warten, da der Flug nach Freetown sich um 3 Stunden verspätet. Statt um 15.00 Uhr geht der Flug von BMI erst um 18.00 Uhr, sodass mein Kumpel Chris und ich erst um 00.00 Uhr Ortszeit in Lungi (Freetown hat leider keinen Flughafen) ankommen. Am Flughafen tauschen wir unsere Euros in Leones (für einen Euro erhielten wir 5300 Leones). Ohne uns um ein Hotel gekümmert zu haben folgen wir den Menschen aus dem Flugzeug. Außerhalb des Flughafen gibt es einen Schalter von Pelican Tours, die einen per Speedboot in 15 bis 20 minütiger Fahrzeit nach Aberdeen, den westlichen Stadtteil Freetowns bringen. Schlappe 40 Dollar (200.000 Leones pro Person) kostet dieser Service, aber die billige langsame Fähre fährt zu dieser Uhrzeit nicht mehr. Gegen 2 Uhr nachts in Aberdeen angekommen fragen wir ein Paar Leute aus dem Speedboot, ob sie eine Unterkunft empfehlen können. Es handelt sich um Engänder, die in Sierra Leone einen Film drehen wollen. Da sie von mehreren Geländewagen abgeholt werden, und noch Platz in einem Wagen ist, bieten sie uns an, uns in ihr Hotel mitzunehmen. Nach 10 minütiger Fahrt, vorbei am Paddys (der Bar am Strand aus Blood Diamond) kommen wir im T. Beach Resort an (den genauen Namen habe ich vergessen). Es liegt direkt am Lumley Beach und gehört zur obersten Klasse an Unterkünften, was leider auch am Preis für unser Doppelzimmer deutlich wird. Für 150 Euro wird uns ein Doppelzimmer zugewiesen. Am nächsten morgen, nach einem obstreichen Frühstück, welches im Preis mit inbegriffen war, checken wir aus, um uns nach einer preiswerteren Unterkunft umzusehen. Wir bestellen ein Taxi beim Hotel, welches uns durch die ganze Stadt nach Downtown, Rawdon Street fährt, wo wir ins "The Place Guesthouse" einchecken. Eine Stunde für ein gechartertes Taxi kostete uns 30.000 Leones (ca. 7 Euro). Ein Doppelzimmer für gleichgeschlechtliche wird nicht angeboten, sodass jeder ein Zimmer nehmen muss. Für 55.000 Leones pro Zimmer (ohne eigenes Bad, 65.000 mit Bad) immerhin deutlich günstiger als das Resort der vorherigen Nacht, ohne viel schlechter ausgestattet zu sein. Immer noch müde von der Reise schlafen wir bis zum nächsten morgen.

Es ist Dienstag, der 06.03, 35 Grad im Schatten und die Sonne brennt. Die ersten Eindrücke von Freetown: hektisch, laut, die Straßen voller Menschen und der Verkehr kollabiert zwischen 09.00 und 19.00 Uhr regelmäßig. Bis Freitag sollten wir in Freetown bleiben um uns einen Eindruck der Hauptstadt Sierra Leones zu machen. Die einzige Sehenswürdigkeit der Stadt ist der alte aber mächtige Cotton Tree mitten im Stadtzentrum. Geschmückt mit tausenden von Flughunden, die bei Einbruch der Dämmerung losfliegen, zeigt sich alltäglich ein beindruckendes Naturschauspiel. Aufgrund der ständigen Hitze (März und April sind die heißesten Monate in Sierra Leone, aber dafür trocken), entschließen wir uns den Mittwoch nachmittag am Lumley Beach zu schwimmen. Ohne ein Taxi zu chartern, sondern mit Sammeltaxis, wo man mit den Einheimischen gemeinsam fährt, kommt man deutlich günstiger, wenn auch langsamer durch die Stadt, da die Bedürfnisse eines jeden Fahrgast berücktsichtigt werden müssen. Am Lumley Beach angekommen, werden Chris und ich sofort von 2 Beachboys belagert. Für "nur" 65.000 Leones!! passen sie während wir schwimmen auf unsere Kleidung und Rucksäcke auf und stellen uns jeweils einen Stuhl an den Strand. Für ein Fußballspiel am Strand verlangen sie im Nachhinein weitere 60.000 Leones. Schnell eilen auch sechs, zugegeben, attraktive Frauen herbei, um uns beide näher kennenzulernen, gegen Bares versteht sich. Genervt und von Blasen unter den Füßen gepeinigt, verlassen wir den Strand nach kurzer Zeit und fahren ins Hotel zurück.
Donnerstag, verbringen wir den ganzen Tag im Hotel, da unsere Füße bei jedem Schritt schmerzen.

Chris morgens im T. Beach Resort, Aberdeen, Freetown

Chris morgens im T. Beach Resort, Aberdeen, Freetown

Chris im "Place Guesthouse" bei der Behandlung seiner Blasen

Chris im "Place Guesthouse" bei der Behandlung seiner Blasen

der Cotton Tree in Freetown

der Cotton Tree in Freetown

Blick vom Guesthouse auf die Straßen im Stadtzenntrum von Freetown

Blick vom Guesthouse auf die Straßen im Stadtzenntrum von Freetown

© Sebastian Linnarz, 2012
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 04.03.2012
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 08.04.2012
Reiseziele: Sierra Leone
Der Autor
 
Sebastian Linnarz berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.