4 Jahre im Nahen Osten

Reisezeit: Juli 2004  |  von Martin Meese

Zu den Wüstenschlössern in Jordanien

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Vom 27.07.- 29.07.2004 war ich mal wieder dienstlich in Amman unterwegs.
Am 29.07, nach vollbrachter Arbeit wollte ich mir die Wüstenschlösser der Kalifen der Omayyaden aus Damaskus ansehen.
Diese Wüstenschlösser liegen zum großen Teil im jetzigen Jordanien, in der östlichen Wüste.

Besucht werden Qasr Kharana, Qasar Amra[/k[/[/f]], [f]Qasr Azraq[/f][/k][/f], wo Lawrence von Arabien den Winter 1917/18 verbrachte, bevor er den Angriff auf Damaskus
startete.

Alle drei Wüstenschlösser lassen sich leicht an einem Tag von Amman aus besuchen, oder es befindet sich ein Resthouse in Azraq

Das eigendliche Ziel ist aber das [f]Qasr Tuba[/f]. Ohne Geländefahrzeug und Führer oder GPS nicht zu finden

Asphaltierte Straßen haben die Wüstenpisten ersetzt. Unromantisch, haben aber den Vorteil, dass die Wüstenschlösser schnell erreichbar sind

Asphaltierte Straßen haben die Wüstenpisten ersetzt. Unromantisch, haben aber den Vorteil, dass die Wüstenschlösser schnell erreichbar sind

Qasr Kharana

Ein 35 X 35 m großer Klotz in einer eher abweisenden Gegend, direkt an der Hauptstraße Amman- Azraq - Iraq gelegen.

Ungeklärt ist ob Kharana von den Omayyaden erbaut oder nur von Ihnen benutzt wurde.
Sehenswert alle mal.

Qasr Kharana, ca 80 km ostwärts Amman

Qasr Kharana, ca 80 km ostwärts Amman

Der Eingangsbereich des Wüstenschlosses

Der Eingangsbereich des Wüstenschlosses

Die mächtigen Säulen der Omayyadenfestung

Die mächtigen Säulen der Omayyadenfestung

Weiter ging´s zum 20 km weiter gelegenen Qasr Amra
Das " kleine rote Schloss" aus Sandstein erbaut.
Zwischen 705 und 715 unter Kalif Walid I. als Lust- , ähm ,Bade- und Jagdschloss erbaut.

Von Innen mit tollen, zum Teil restaurierten Fresken ausgestattet

Rückseite Qasr Amra

Rückseite Qasr Amra

Dann ging`s wieder zurück zum Qasr Kharana. Dort ist nach meiner Karte der Einstieg in die Wüstenpiste, um mein
Hauptziel, das Qasr Tuba zu erreichen.
2 Stunden Fahrzeit rechne ich für die 50 km ein.

Auf geht´s

Auf geht´s

Wüstenblumen am Pistenrand

Wüstenblumen am Pistenrand

Nach 2 Stunden 15 Minuten, ich kam über eine kleinen Hügel, sah ich es das Qasr Tuba, abseits aller Touristenwege, aber was rumpelt da so komisch?

Wie schrieb ich Eingangs ?
Erfahrung,  vorsichtige Fahrweise, von wegen. Da kannste nicht´s gegen machen.
600 m vor dem Ziel, son mist.

Wie schrieb ich Eingangs ?
Erfahrung, vorsichtige Fahrweise, von wegen. Da kannste nicht´s gegen machen.
600 m vor dem Ziel, son mist.

Rad wollte zuerst nicht ab, und ich mußte ganz schön asten bevor ich es runter hatte.
Aber dann gings weiter, und zuerst wurde das Lager aufgeschlagen.

Geschafft. Verschwitzt und  dustig, zum Glück hatte ich noch ein paar gekühlte Bierchen mit,Fliegen ärgerten einen , aber froh heil angekommen zu sein.

Geschafft. Verschwitzt und dustig, zum Glück hatte ich noch ein paar gekühlte Bierchen mit,Fliegen ärgerten einen , aber froh heil angekommen zu sein.

In seiner ganzen Pracht...

In seiner ganzen Pracht...

...das Qasr Kharana.

...das Qasr Kharana.

Und dann bekam ich auch noch Besuch. Zum Glück konnte ich ganz nach arabischer Tradition zum Kaffee einladen.
Waren recht geschwätzig.
Erzählten, sie seien aus Amman und hier um nach vergrabenen Goldschätzen aus der Hinterlassenschaft der Türken zu suchen.
Möglich das Ganze, gelesen habe ich darüber auch schon.
Da kommt der Abenteurer durch.

Waren nett und freundlich, und verzogen sich nach einer halben Stunde.

Waren nett und freundlich, und verzogen sich nach einer halben Stunde.

Das gute war, das sie mir noch einen anderen Weg erklärten um zurück nach Azraq zu kommen.
Eigendlich hätte ich Richtung Osten,50 km einfach dem GPS nach eine Piste suchen müssen.
Nach dem Reifenmißgeschick hatte ich aber ein wenig Bammel, noch so Ding und ich komm nicht mehr weiter.
Doch die netten Bedus erzählten mir von einer neuen Straße 10 km südlich, dort ist eine neue geteerte Straße, die dann schnurstracks nach Azraq führt.
Ich war erleichtert.

Dann taten sie noch Ihr Abendgebet, und waren verschwunden

Dann taten sie noch Ihr Abendgebet, und waren verschwunden

Ich war auch rechtschaffend müde und zog mich in meine Dackelhütte zurück.

Ich war auch rechtschaffend müde und zog mich in meine Dackelhütte zurück.

Um 0530 Uhr wurde ich dann wach. Ausgeschlafen, Käffchen gemacht und eingepackt.
Um 0700 Uhr war Abmarsch. Die Bedus hatten Recht. Nach 10 km erreichte ich unbeschadet die geteerte Straße und eine Stunde später Azraq.

Die Tür zum Turm des Qasr Azraq.
1000 kilo wiegt jeder Teil dieser steinernen Flügeltür, die in steinschanieren besfestigt kinderleicht geöffnet oder eben geschlossen weden kann.

Die Tür zum Turm des Qasr Azraq.
1000 kilo wiegt jeder Teil dieser steinernen Flügeltür, die in steinschanieren besfestigt kinderleicht geöffnet oder eben geschlossen weden kann.

Anders als die anderen Wüstenschlösser, die aus Sandstein gefertigt wurden, wurde Qasr Azraq aus Basaltstein gebaut.

Blick aus dem Turmzimmer, indem Lawrence von Arabien den Winter 1917/18 übernachtete.

Blick aus dem Turmzimmer, indem Lawrence von Arabien den Winter 1917/18 übernachtete.

Der Turm von Qasr Azraq von der Innenhofseite.

Der Turm von Qasr Azraq von der Innenhofseite.

Das war´s, die Wüstenschlösser in der östlichen Wüste in Jordanien.
Ein, für mich schöner, interessanter und aufregender Tripp in die Vergangenheit arabischer Kultur.

© Martin Meese, 2004
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Beruflich seit 4 Jahren in Damaskus, unterwegs in Syrien, Jordanien und dem Libanon. Meistens mit Geländewagen und Zelt durch traumhafte Wüsten und interessante Städte des Nahen Osten.
Details:
Aufbruch: Juli 2004
Dauer: unbekannt
Heimkehr: Juli 2004
Reiseziele: Syrien
Jordanien
Der Autor
 
Martin Meese berichtet seit 20 Jahren auf umdiewelt.