China-Reisebericht :Fahrrad..Erde..Ein Jahr.."Runde Sache"

China-Teil 2-jetzt 100%ig: Shanghai-Hangzhou-Huangshan-Xi'an

Ni hau!, willkommen zu meinem ersten "Kurzbericht" zum zweiten Chinaabschnitt nach der Schiffsfahrt von Japan nach Shanghai. Die 5 Tage Aufenthalt im Shanghai- Mingtown hostel gestaltete sich als ausgesprochen angenehm. Hervorzuheben war hier der gemütliche Lounge- und Barbereich und außerdem das leckerste Frühstücksbüffet bisher auf der ganzen Reise. Da wollte man sich Shanghai immer erst nachmittags ansehen, denn das Wetter gab zunächst auch nicht viel Grund ein solch gemütliches Heim zu verlassen. Die Regenwolken schwanden dann aber und mit zwei angehängten Tagen gabs sogar schönes Wetter hier.

Gut 3 Tage suchte mich hier das übelste mehrere Tage andauernde Kopfweh heim, das ich jemals hatte..waren gefühlte 10 bar..vielleicht warens die Nachwehen von der Schiffahrt, vielleicht auch nur das Shanghaiwetter, eine richtige Erklärung gabs nicht. Wahrscheinlich war's nur zu wenig Sport und Bewegung. Dieses ewige herumspazieren ist nichts halbes und nichts ganzes.

Die obere Hälfte des Oriental Pearltower verschwand bei dieser Aufnahme irgendwo in den Regenwolken, wenigstens ging der "tall"-Pete hier nur in der unteren Hälfte flöten, ließ sich kaum anders machen, denn schliesslich wollte ich den Rest vom Turm nicht auch noch verdecken. Große Menschen haben hier einzig bei manchen Busfahrten den Kopf unten zu halten, ansonsten kommt in China in keinster Weise das Gefühl der Beklemmnis auf.

Das Shanghai- World-Financial center, gerade erst 2008 fertiggestellt, und nun das Gebäude mit der höchsten Aussichtsplattform der Welt.

da sah auch das bislang höchste Gebäude Shanghais, der Jinmao- Tower geradezu klein von dort oben aus. Leider ließ das "Sauwetter" keine Blicke in die Ferne schweifen.

Shopping im Regen..bei der richtigen Beleuchtung ein riesen Spaß. Achtung Männer, lasst euch nur nicht von irgendwelchen Mädels auf der Strasse anquatschen und euch in eine Karaokebar führen, das könnte teuer werden! Sascha aus Deutschland und ich konnten die Rechnung mehr oder weniger mit dem Ruf nach der Polizei nochmal auf ein für uns vernünftiges Maß senken, ansonsten hätten die 2 lustigen Gesangsstündchen rund 600 Euro gekostet.

Na hier riecht man heimatliche bayrische Luft. Es gibt einzig ein Thema, das mich während der Reise immer mal wieder melancholisch werden lässt, und das sind Gedanken zurück in die nahe Vergangenheit. Sicher Grund genug, sich nicht mit Erdinger, Paulaner und co zu betrinken, die lokalen chinesischen Biere sind auch nicht von schlechten Eltern.

Hier sind's die Erinnerungen an meine letzten 2 Jahren Berufstätigkeit. Heidelberuger Druckmaschinen hats im Moment nicht leicht..auch diese Niederlasssung verschwindet ein wenig zwischen angrenzenden höheren Gebäuden, das wird sich aber bestimmt wieder ändern.

Dieser schmackhafte umfangreiche Hühnertopf hat uns schon zunächst ein wenig Überwindung gekostet. Schmeckte dann aber so gut wie "Muttis Eintopf"!!, Hut ab vor Hühnerfüssen . Nach einer Weile Chinaaufenthalt wird man immer mutiger bezüglich ungewohnter Nahrungsaufnahme, hab da schon bei so ätlichen Gerichten zunächst gehadert und dann mit Genuß verzehrt.

Wenigstens stammte der Fuß nicht von diesem süßen Schwein. Dieses hatte nochmal Glück gehabt, schaute auch einfach viiiiiiiiiel zu lieb, als daß man es hätte schon essen wollen.

Viele Jellis auf engstem Raum- da hat's ein Wellensittich wahrlich besser verdient! Wer meine Wellensittiche kennt, der kennt auch Jelli , sind übrigens in bester Obhut bei Christiane und fressen fleissig Tapete..also mehr Platz als hier!

Apropo Platz..den gabs hier bald nicht mehr..Da hatte ich in Shanghai doch zunächst nur die Idee, mir größere Reifen zu meinem Rennrad zu besorgen. Was aus dieser Idee letztlich wurde,das zeigen die nächsten 4 Bilder! Also das Problem war schlechthin, daß die Reifengröße, die mir vorschwebte, nicht mehr in (unter) meine Bremsbackenhalterungen paßte (blabla)-Fazit: es musste ein Mountainbikerahmen her mitsamt neuen Laufrädern und neuer passender Kurbel. Die Kosten halten sich im Vergleich zu Deutschland allerdings sehr im Rahmen, sprich ein Viertel.., alles in allem also ein günstiges neues Rad!!

Das ganze sah nach etwa 1 Stunde noch so aus..

und nach 5 Stunden Arbeit nahm das neue Rad so allmählich Gestalt an. Der Radladen war zur Hälfte mit meinen Radteilen verbaut. Gut, daß es dort gerade nicht allzu stressig herging.

Dies dann der fertige Zustand, eigentlich ein völlig neues Rad, bis auf den hinteren Kettenwerfer, Sattel, Lenker mit Schalt-/und Bremselementen.. aber nun hoffentlich verdammt widerdstandsfähig auf übleren Straßen-wird sich zeigen. Der Lenker mußte dann auch noch die Flex spüren, denn wenn ich etwas an einem Rennradlenker nicht benötige oder leiden kann, so ist es das halbrund gebogene Rohrstück nach unten hin. Beim Verpacken war das sperrige Ding sowieso immer nur im Weg.

Während der Shanghaitage entschloss ich mich, meine Reise für den folgenden Monat grundlegend zu ändern. Gegen die direkte Zugfahrt nach Hong Kong und von dort weiter mit dem Flieger nach Bangladesh sprachen gleich mehrere Gründe.
1.China hatte viel zu viele schöne Gegenden, die es wert waren, sie aufzusuchen
2.Ein Land-Grenzübergang von Bangladesh nach Myanmar war erstens nicht möglich und wäre andererseits angesichts des Wegprofils mit dem Rad Selbstmord gewesen.
So trug ich mir also ne Menge Infomaterial zusammen, tauschete meinen Australien- gegen einen China-lonelyplanet (Reiseführer) und bahnte mir auf der Karte einen Weg durch China. Diesen fetten Australienreiseführer all die Zeit mit mir herumzuschleppen, wo dieses Land noch ein Weilchen warten musste, grenzte eh an Wahnsinn.
So ging es also mit dem Zug weiter ins 200km südlich gelegene Hangzhou in der Zhejiang-Provinz. Bis auf den leichten Schimmelgeruch und das 2 stündige Warten auf leicht warme Temperaturen im Zimmer das "Touran Backpacker" eine ganz gemütliche Bleibe. Die Temperaturen betrugen hier um die 5 Grad.

Hangzhou ist für die Chinesen neben Suzhou das Himmelsparadies schlechthin durch seine weit bis in die Qin-dynasie zurückreichende Geschichte um 220 BC. Alte Gebäude und Tempel sind daher hier keine Mangelware.

Maggie aus dem Hostel war mir beim Auffinden vieler interessanter Sehenswürdigheiten in Hangzhou eine gaaaaaanz grosse Hilfe!

Sonnenuntergangsromantik am Xi Hu-lake.

Die Reise führte weiter über das 200 km nordwestlich gelegene Huzhou am zweitgrößten Binnensee Chinas, dem Tai Hu, ein zunächst nicht geplanter Stopp.

In China ist es der Brauch, Ausländer bei sich wohnen zu lassen und so lud mich Echo aus dem Zug einen Tag zu und mit ihrer Familie zum Beisammensein und Essen ein. War eine wunderschöne Erfahrung bei so viel Gastfreundschaft. Angemerkt sei, alles auf rein freundschaftlicher Basis!

Die zunächst geplante Reise führte mich dann am Folgetag nach Huang Shan in der Anhui-Provinz, gut weitere 300 km südwestlich. Zugfahren ist sehr preiswert und das Streckennetz ist bestens erschlossen.

Durfte mit meiner grossen Fahrradtasche im Speisewagen Vorlieb nehmen mit Blick aufs speisende Personal.

Huang Shan zählt durch seine knorrigen Kiefern, seinen zerklüfteten Felsgipfeln und rollenden Wolkenseen zu den schönten Berglandschaften Chinas.
Der Tagestrip begann früh morgens, wenn noch alles schlief.

Dieser Baum bekannt als "Löwenkiefer".

Blick in die Ferne

Stütze mit viel Aufwand und Liebe

Hier tat sich schon der ein oder andere etwas schwer bei den vielen Aufstiegen

Wenns dann gar nicht mehr ging, musste eben geholfen werden.

weshalb, zeigt dieses Bild.

Der Vorbesitzer dieser Provianttasche gab sie sicherlich nicht freiwillig her. Wenn diese Primaten erst einmal daran festhalten, sollte man loslassen. Die Affen zeigen ihre spitzen Zähne!

Alles für die Liebe. Je größer das Schloss, desto besser.

Macht schon müde, das Arbeiten in luftiger Höhe! Sauerstoff ist hier knapper und da schläft sich's schon mal'n Stündchen im Sitzen.

Führte leider kein Fußweg nach unten, so gings mit dem cable car ins Tal. Hieß weniger schwitzen und dafürmehr lächeln.

Der Cigung Ge- Tempel mit Blick auf die Berglanschaft.

Gewürze, die gibt's bei uns noch nicht mal in der Apotheke..Natürliche Mittelchen nur für die Gesundheit.

Dieser Herr führte an seiner mobilen Kücheneinrichtung ein Diplomszeugnis, das seine Kochkünste bestätigen sollte. Und das wurden sie, denn es war eine Augenweide ihm beim Zubereiten seiner Suppe zuzusehen. Die Schnelligkeut und Präzision, mit der er die Zutaten von 20 cm Entfernung mit einem Löffel in die Schüsselchen schleuderte, das war einfach nur einmalig und Spitzeeeeeeeeeee!!

Poolbilliard mit Michael aus Australien im gemütlichen Old street hostel. Vielleicht sieht man sich weit südlich in Naning wieder.

Nicht immer Spass mit all den olen Gepäcktaschen und dem Fahrrad über der Schulter, aber machbar.

Sitzt man dann aber erst mal im Zug und hat die Radtasche unter den Sitz befürdert, so steht abwechslungsreiches Bahnreisen an, oftmals über viele Stunden.

Es ging im Schlafwagen gut 15 Stunden weiter ins weit nordwestlich gelegenere XiAn' in der Shaanxi-Provinz.
Der Drumtower inmitten der Stadt ein Wahrzeichen.

Auch von innen eine Pracht.

und so manches, das einen überracht..

oder böse ansieht. Ansonsten vernimmt man in China nur liebe und strahlende Blicke.

Der Bell- Tower, wie aus Gold!

und andere Hingucker!

Das gesellschaftliche Zusammensitzen in China ein viel gesehenes Bild. Die Tiere in den Käfigen gehören hier allerdings auch dazu.

Die riesige Stadtmauer von XiAn'.
Trotz schönem Wetter hieß es hier lieber einen Pullover mehr anziehen, waren ca. -5 bis 0 Grad, konnte euch hier in Sachen Temperatur also nicht übertrumpfen.

Die berühmte terracotta Armee besucht sich mit dem Bus in gut einer Stunde im östlich gelegenen Lintong. Florian aus München hielt in Shanghai Vorlesungen in Elektrotechnik an chinesischen Studenten in Deutsch. Wie waren seine Worte: viel verständnisvolles Nicken, doch nichts verstanden.

Die ca. 2000 Jahre alte Armee fand man in drei Gewölben 1974 und 1976.

Das größte Gewölbe zeigt rund 6000 bestens erhaltene Krieger mit Kampfausrüstung.

Das Mausuleum "tomb of Qin Shihuang", gut 1 km westlich, gebaut 246 BC für Ying Zheng eines der größten der Welt. Der Thronherrscher besiegte einen Wiederrsacher nach dem anderen und vereinigte einen Großteil des Landes.
Hier der Blick vom Mausoleum.

Für den Abstieg vom Berg hätte man sich auch für diese Schuhe, die einen mit großen Katzenaugen ansahen entscheiden können, es war nur nicht die richtige Schuhgröße dabei.

Huaqing pool, gut 30 km östlich von XiAn' am Fusse des LiShan. Wasser vom Berg wird in die dortigen Bäder geleitet.

kein Weihnachtsschmuck!

Taoist Tempel

und wieder ging ein Tag zuende.

In Xian' an der "big wild goose pagoda" findet allabendlich ein prachtvolles Wasserfeuerwerk statt mit musikalischer Begleitung

Wau!

Im Shuyuan hostel war nach dem Dumplings- Abendessen erst mal wieder Aufheizen mit ein paar Bierchen angesagt.

XiAn' eine wunderschöne moderne Stadt mit allen Geschäften, die es auch bei uns gibt und dem Talent, wunderschöne Bauwerke wunderbar ins Licht zu setzen. Stellte mir China bis auf die großen Metropolen im Vorfeld völlig anders vor. Bin sehr positiv überrascht!

Daß Weihnachten vor der Tür steht, das kann man hier auch wunderbar vernehmen. Leider feiere ich dieses Jahr nicht zu Hause mit meiner Familie, aber die nächsten Weihnachten kommen sicher auch wieder.

Wenn ich hier ein wenig etwas vermisse bei diesen nordchinesischen Temperaturen, so ist es ein leckerer Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Darum beneide ich euch ja schon ein wenig!

Meine Reise führt weiter über Chengdu, Chongqing von dort 4 Tage auf dem Jangze-river durch die "Drei Schluchten" und dem Dreischluchtenstaudamm nach Yichang. Nächstes Jahr ist der Jahrhundertdamm fertiggestellt und wird einen Großteil der Landschaft hinter der Staustufe unter sich vergraben.
Werde mein Einmonatsvisa für China versuchen zu verlängern und den Süden weiter durchreisen.
Ich wünsche euch allen eine sehr schöne Vorweihnachtszeit, trinkt für mich einen Glühwein mit aber nicht zuviel.
Liebe Grüße,
Peter

© Peter Greiner, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
13 Monate Weltreise geschmückt mit unvergleichbar schönen Erfahrungen auf einer Vielzahl von Radabschnitten sowie dem Leben unter den Menschen durch Homestay, langen Busfahrten auf Reissäcken in Myanmar, Bergvölker in Laos und vieles mehr. Die Reise führt durch Ungarn nach Griechenland, Dubai, Indien, Japan, China, Myanmar,Thailand, Laos, Vietnam, Malaysia, Philippinen, Borneo, Singapur, Sydney, Chile, Argentinien, Brasilien, Florida, Mexiko und findet in Madrid ihr Ende.
Details:
Aufbruch: 28.08.2008
Dauer: 13 Monate
Heimkehr: 28.09.2009
Reiseziele: Großbritannien
Ungarn
Serbien
Griechenland
Vereinigte Arabische Emirate
Indien
China
Japan
Hongkong
Myanmar
Thailand
Laos
Kambodscha
Vietnam
Malaysia
Philippinen
Singapur
Australien
Neuseeland
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Uruguay
Brasilien
Paraguay
Vereinigte Staaten
Mexiko
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Der Autor
 
Peter Greiner berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Peter sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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