USA-Reisebericht :USA Westcoast 29.09.2017 - 21.10.2017

Tag 4 - Yosemite Part 1

So Kneippgänge beleben ja den Kreislauf, ne?

Um 5 Uhr werde ich wach, weil Martin neben mir am Handy hängt. Leider ist es nicht der Jetlag der ihn wachgemacht hat. Vergangene Nacht wurden in Las Vegas über 50 Menschen erschossen und einige besorgte Freunde haben angerufen und geschrieben, unsicher ob wir noch in der Stadt waren. Ich schalte den Flugmodus aus und fange ebenfalls an die 30 Nachrichten zu beantworten und allen zu versichern dass wir in Sicherheit sind, ehe wir uns die Schlagzeilen selber ansehen. Einfach furchtbar…
Nun sind wir einmal so früh wach und fangen an uns für den Yosemite zu rüsten. Schon beim Aufstehen merken wir, wie kalt es über Nacht geworden ist und ein Blick in die Wetterapp offenbart, dass wir draußen gemütliche 2 Grad unter Null haben Nach dem Death Valley ist das ein dezenter Temperaturunterschied. Also dick einpacken und raus in die Kälte. Selbst bei den drei Metern zur Rezeption um den Schlüssel abzugeben friert mir alles ab. Im Auto gehen wir also von Klima auf Heizung und fahren Richtung Tioga Road, die uns über den Pass in den Yosemite National Park führen wird. Die Passstraße soll wunderschön sein und wir freuen uns schon die Sierra Nevada von Nahem zu sehen.

Der erste Blick von der Tioga Road

Der erste Blick von der Tioga Road

Schon nach den ersten Meilen kommen wir an einem Bergsee an, über dem am frühen Morgen noch Nebenschwaden hängen. Wir steigen aus um ein paar Fotos zu machen und die Ruhe zu genießen aber selbst in unseren dicken Termosachen ist uns so kalt, dass wir es nicht lange aushalten. Weicheier So setzen wir unseren Weg fort bis zum Olmsted Point. Von Osten kommend ist es der erste spektakuläre View Point, von dem man bereits den Half Dome sehen kann. Vom Parkplatz laufen wir die empfohlenen 300m durchs Geröll und landen auf einem kleinen Fels, der einen wirklich tollen Ausblick bietet. Wir haben auch immernoch riesiges Glück und weder Wolke noch Nebel, die uns die Sicht verderben könnten. Und da der Fels bereits in der Sonne liegt ist es direkt auch gar nicht mehr so kalt. Und so genießen wir die Ruhe ein wenig, ehe wir weiter Richtung Yosemite Valley fahren.

Die Schönheit eiskalter Bergseen

Die Schönheit eiskalter Bergseen

Olmsted Point

Olmsted Point

Der Blick ins Valley

Der Blick ins Valley

Gegen halb 10 erreichen wir das Village und strecken uns erstmal. Im Tal ist es windstill und dementsprechend warm und wir drehen eine Runde durch den Shop. Erstaunlicherweise ist es hier günstiger als in Lee Vining. Wer hätte das gedacht.
Um uns erstmal etwas die Beine zu vertreten laufen wir zum Mirror Lake, ein etwa 1,5 Meilen langer Hike durch die Wälder zu einem kleinen See. Der Weg ist auch wirklich schön und entspannend, das Ziel eher enttäuschend. Hauptsächlich weil es total überlaufen und voller amerikanischer Familien ist, deren Kinder im See schwimmen gehen. “See”. Kein Vergleich zu dem Bergsee heute morgen oder dem June und Mono Lake, die wir gestern gesehen haben

Squirrels gibt es natürlich in Massen

Squirrels gibt es natürlich in Massen

Mirror Lake

Mirror Lake

Zurück am Auto beginnen wir ein paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Wir halten an den Bridal Veil Falls, dem Tunnel View Point und machen uns dann auf den vergleichsweise weiten Weg zum Glacier Point. Es lohnt sich absolut und Fotos können kaum festhalten, was wir hier sehen. Und auch wenn wir keinen Bär sehen (worauf wir sehr gehofft hatten), so läuft uns zumindest ein Kojote durchs Blickfeld. Ist doch auch was.

Bridal Veil Falls

Bridal Veil Falls

Tunnel View

Tunnel View

Blick vom Glacier Point

Blick vom Glacier Point

Kann ich schon nicht hingucken, wenn da irgendwer so nah an den Abgrund robbt

Kann ich schon nicht hingucken, wenn da irgendwer so nah an den Abgrund robbt

Es ist schon später Nachmittag und so machen wir uns auf den Weg nach Midpines, wo wir ein Zimmer über airbnb gebucht haben. Die Lage ist recht gut, um den Park zu erkunden, da es nur etwa eine Stunde Fahrt ist. Und im Park zu schlafen war uns dann doch ein bisschen zu teuer
Wir finden die Farm dank der Beschreibung des Gastgebers problemlos und werden herzlich von Linda empfangen, der die Farm gehört. Sie lädt uns auf ein Glas Wein auf die Veranda ein und wir kommen direkt ins Gespräch. Später stößt noch ihr Mann Lloyd dazu und wir sitzen bis 23 Uhr zusammen und unterhalten uns über Gott und die Welt. Die Beiden sind wirklich goldig, leben pensioniert auf ihrem riesigen Stück Land mit fünf Hunden, einer Katze, fünf Pferden und einer Menge Hühnern und Truthähnen und vermieten ihr Gästezimmer um immer wieder neue Leute aus aller Herren Länder kennenzulernen. Das ist doch ein Traum oder?

Nach zwei Runden Haselnussschnaps fallen wir alle totmüde ins Bett. Morgen geht es zur zweiten Runde in den Yosemite!

© Johanna Bley, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Westküste war schon lange ein Traum von uns. Schon 2014 wollten wir hin aber haben es doch immer wieder verschoben. Im Herbst 2017 haben wir dann endlich die Staaten unsicher gemacht. 22 Tage, 4 Staaten und jede Menge zu sehen...
Details:
Aufbruch: 29.09.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 21.10.2017
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Johanna Bley berichtet seit 25 Monaten auf umdiewelt.
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Johanna über sich:
Jahrelang gab es soviel Wichtigeres...und 2015 war es dann soweit: mein Reisejahr! Von Rom über London, einmal quer durch Irland, nach Mailand und schließlich auf Rundreise durch Vietnam. Ich will die Welt sehen! Und euch nehme ich mit