Chile-Reisebericht :um die welt mit Thomas und Danny

Chile

Südamerika - Chile (23.06. - 02.07.)

Am Abflugtag aus Neuseeland hatten wir gerade noch Zeit, um einen kurzen Ausflug ins City-Zentrum von Auckland zu unternehmen. Dort klapperten wir alle Bücherläden ab, um einen gescheiten Südamerika-Reiseführer zu kaufen. Mit einem Kilo mehr im Gepäck, kamen wir dann pünktlich am Flughafen an und investierten unsere letzten Neuseeland-Dollar in Dutyfree -Produkte und gelb-rote Fastfood-Ketten.
Unser Abflugtermin, der 23. Juni 2006, war nicht nur erwähnenswert, weil meine Mutti an diesem Tag Geburtstag hat. Nein, soviel 23. Juni hatten wir noch nie. Um 18:00 Uhr (Ortszeit Neuseeland) startete unsere Maschine zum 11stündigen Flug nach Chile. Festhalten, am gleichen Tag um 13:00 Uhr (Ortszeit Santiago de Chile) landete unsere Zeitmaschine in Chile. "Zurück in die Zukunft" ist keine Fiktion mehr, wir sind der lebende Beweis!
Im Flieger hatten wir schon gründlich den Reiseführer studiert, um den elegantesten Weg vom Airport zur Zieljugendherberge zu finden (hätten wir mal lieber den aktuellen Wechselkurs gewusst). In der Flughafen-Empfangshalle wurden wir unweigerlich als Rucksacktragendes, nicht spanisch sprechendes und leicht zu überrumpelndes Objekt identifiziert. So ließen wir uns leicht überzeugen, dass der aktuelle Kurs Amerikanischer Dollar zu Chilenischen Pesos etwa $1,- zu 2.000,- Ps. sei (richtig währe etwa $1,- zu 560,-Ps.). In Chile sind beide Währungen anerkannt, allerdings können wir nur Pesos vom Automaten abheben. Der Dollar-Preis für das Taxi war ein absolutes Schnäppchen (lt. Vergleich mit den im Reiseführer angegebenen Preisen), nur die ominöse Umrechnung bescherte uns die erste Chile-Lektion. Ich höre diesen miesen kleinen Gaucho jetzt noch lachen, aber man lernt ja bekanntlich aus Erfahrungen.

Inmitten der Stadt erhebt sich der Santa Lucia Hill mit einigen kulturellen "Rudimenten".

Inmitten der Stadt erhebt sich der Santa Lucia Hill mit einigen kulturellen "Rudimenten".

Zumindest unsere Jugendherberge stellte sich als gute Wahl heraus und eine anschießende Santiago-Stadterkundung war angesagt. Nachdem der Wechsel von Australien nach Neuseeland eher "unspektakulär" abgelaufen war, gab es hier schon eine ganze Menge Veränderungen. Wir befinden uns in einem Land mit völlig neuer Kultur, einer uns noch sehr fremden Sprache, Rechtsverkehr (Hilfe!!!), Bergen bis 7000m Höhe, usw.
Santiago de Chile mit seinen rund 5 Millionen Menschen (in allen 32 Verwaltungsbezirken), bietet unserer Meinung nach ein recht überschaubares Angebot an Unternehmungen. Vom Santa Lucia Hill bietet sich ein recht imposanter Ausblick über die City mit prächtiger Andenkulisse im Hintergrund.

Ausblick vom Santa Lucia Hill. Truebes Santiago mit den maechtigen Anden im Hintergrund.

Ausblick vom Santa Lucia Hill. Truebes Santiago mit den maechtigen Anden im Hintergrund.

In der sehr lebhaften Innenstadt wurden wir von allen Seiten angesprochen, angefangen vom Schuhputzangebot, bis hin zur Spendenaufforderung für eine Studentenorganisation. Zum Ausgehen gibt es auch genug Möglichkeiten in Santiago, doch die Idee, unseren stark eingeschränkten Spanischwortschatz unter ohrenbetäubendem Diskolärm anzuwenden, fanden wir dann nicht so gut.

Ein komischer Moment. In der City Santiagos verfolgten wir ein Quallifikationsspiel der Fussball-WM, welches im heimischen Leipzig stattfand.

Ein komischer Moment. In der City Santiagos verfolgten wir ein Quallifikationsspiel der Fussball-WM, welches im heimischen Leipzig stattfand.

Hatten wir doch gehofft in einen, aus Backpackersicht, noch recht unbeschriebenen Kontinenten zu reisen, so wurden wir im Hostel schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Engländer, Iren, Franzosen, Deutsche, ... zumindest für lange Nächte im Hostel war also definitiv gesorgt. Ich könnte noch mehr von unseren bescheidenen Santiago - Unternehmungen schreiben, aber der Aufgeregtheitsgrad würde sich arg im Rahmen halten.
Auch die Preise für einen Tages-Skiausflug rangierten mit Neuseeland auf einer Ebene und waren uns daher den Spaß einfach nicht wert. So orderten wir eben 2 Tickets in Richtung Norden und starteten ins vorerst letzte Abenteuer - Südamerika. Dass wir unsere Einkäufe und das Kaufen der Bustickets ausschließlich in spanischer Sprache (unserer Meinung nach!?) abwickelten, machte uns schon ein wenig stolz.

Direkt vor unserem Hostel erlebten wir die Anden im Farbenspiel des Sonnenuntergangs.

Direkt vor unserem Hostel erlebten wir die Anden im Farbenspiel des Sonnenuntergangs.

Der Bus nach La Serena war unerwartet luxioroes und die 7 Stunden Fahrt bot jede Menge Neues. Aller furzlang hielt der Bus irgendwo am Strassenrand und ein Riessenkorb, mit jeder Menge Leckereien, inklusive Baeckermeister wurden eingeladen. Nachdem dieser durch die Reihen war, stand schon der naechste Baeckerbube an der Strasse und das Schauspiel ging vom Neuen los. Am Nachmittag erreichten wir dann, nach 500km, die zweitaelteste Stadt Chiles und schlappten schnurstracks zum empfohlenen Hostel "Maria Casa". Von aussen nicht als Hostel auszumachen, waren wir nach kurzem Rundgang schnell von dieser Bleibe ueberzeugt.

Auf dem Weg zum Strand von La Serena.

Auf dem Weg zum Strand von La Serena.

La Serena selber ist ein grosses, im Kern aber ueberschaubares Staedtchen. Das Zentrum, an Arbeitstagen leider sehr beschaeftigt, vermittelt trotzdem ein warmes und buntes Kleinstadtfeeling. In den Sommermonaten wird La Serena von Touristen beschlagnahmt, die sich den endlosen Strand mit Blick auf Coquimbo zu eigen machen.

Schemenhaft kann man im Hintergrund das riessige Kreuz von Coquimbo erkennen.

Schemenhaft kann man im Hintergrund das riessige Kreuz von Coquimbo erkennen.

Im Hostel wurden wir von Mama Maria persoenlich bemuttelt und feilten mit Chlienisch-, Peruanisch- und Marokanischer Unterstuetzung an unseren Spanischkenntnissen.

Coca-Blätter findet man überall zum Verkauf. Die Blätter werden einfach gekaut, oder zu einem schmackhaften Tee angerühert. Keine Angst, Abhängigkeiten und Trancezustände treten nur vereinzelt ein.

Coca-Blätter findet man überall zum Verkauf. Die Blätter werden einfach gekaut, oder zu einem schmackhaften Tee angerühert. Keine Angst, Abhängigkeiten und Trancezustände treten nur vereinzelt ein.

Ein Ausflug in das nahe gelegene Valle Elqui ist ein absolutes Muss fuer jeden La Serena -Duchreisenden. Mit einer Minibustour erkundeten wir das Tal rund um den Rio Elqui.

Der schmale gruene Talstreifen des Valle Elqui, umgeben von den trockenen Auslaeufern der Atacama Wueste.

Der schmale gruene Talstreifen des Valle Elqui, umgeben von den trockenen Auslaeufern der Atacama Wueste.

Hier wird seit 1999 der Rio Elqui angestaut und dient nur zur Wasserversorgung der Region. Dass man hier Unmengen an Elektrizitaet gewinnen koennte, faellt wahrscheinlich nur dem deutschem Ingenieursauge auf?!

Hier wird seit 1999 der Rio Elqui angestaut und dient nur zur Wasserversorgung der Region. Dass man hier Unmengen an Elektrizitaet gewinnen koennte, faellt wahrscheinlich nur dem deutschem Ingenieursauge auf?!

Zu sachdienlichen Hinweisen und naeheren Angaben dieser Frucht, wenden sie sich bitte an uns! 
(Sorry, den Name haben wir echt vergessen). Auf jeden Fall ist sie essbar und waechst zu einem echten Brocken an.

Zu sachdienlichen Hinweisen und naeheren Angaben dieser Frucht, wenden sie sich bitte an uns!
(Sorry, den Name haben wir echt vergessen). Auf jeden Fall ist sie essbar und waechst zu einem echten Brocken an.

Wie befinden uns ja hier schon am unteren Rande der Wueste und der Fluss ist somit von hoher landwirtschaftlicher Bedeutung. Die fruchtbaren Ufer werden hauptsaechlich zum Weinanbau genutzt (Valle Elqui ist eines der groessten Weinanbaugebiete Chiles). Von hier stammt auch das Chlienische Nationalgetraenk Pisco.

...in den heiligen Lager- und Reifestaedten der Pisco-"Kelterei".

...in den heiligen Lager- und Reifestaedten der Pisco-"Kelterei".

Den Weihnachtsstern findet man hier sehr haeufig vor.

Den Weihnachtsstern findet man hier sehr haeufig vor.

Natuerlich liessen wir eine Führung mit anschließender Verkostung in der Pisco-"Kelterei" nicht entgehen. Naja, ein Schnappsglas konnte jeder probieren und dann nicht mal mit Original-Pisco, da dieser erst ab 22Uhr zur Probe ausgeschenkt werden darf (per Gesetz). Aber kaufen war erlaubt...
Den Abschluss unserer Tour bildete der Besuch eines Weltraumobservatoriums. Nicht schlecht, aber vom Hocker haut es einen nun wirklich nicht!

Naechtlicher Blick vom Observatorium auf Vicuña!

Naechtlicher Blick vom Observatorium auf Vicuña!

Thomas ging am nächsten Tag gleich noch auf Inseltour nach Isla de Damas.
Mit einem umgebauten Fischerkahn ging's in einer 3stündigen Tour um die Inseln. Vorbei an Seelöwen-, Humboltpinguin-, Pelikan- und Kormorankolonien stellte sich die Tiervielfalt vor. Auf einer kleineren Nachbarinsel wurde dann noch für einen Spaziergang halt gemacht. Dort waren Unmengen von Muscheln angeschwemmt und sogar zum Bau der Wege verwendet worden.

Ein Rückenwirbel eines kleinen Wales!

Ein Rückenwirbel eines kleinen Wales!

Nach Absprache mit anderen Backpackern, entschieden wir uns unsere Weiterreise nach San Pedro de Atacama anzutreten. Um die 17h Fahrt mit dem Bus möglichst effektiv zu gestalten, starteten wir abends um 23Uhr und sparten so eine zusätzliche Übernachtung. San Pedro liegt im nördlichen Zipfel Chiles und ist nur 50km von der Bolivianischen Grenze entfernt. In der Zwischenstation Antofagasta erkundeten wir uns erstmal nach den Fußball-WM Ergebnissen, um schließlich gut gelaunt die letzten Stunden bis San Pedro abzusitzen.

Einer der zahllosen Vulkane in der Umgebung von San Pedro.

Einer der zahllosen Vulkane in der Umgebung von San Pedro.

Nun befanden wir uns also in einer auf 2430 m ü. NN. gelegenen Oase in der Atacama Wüste. Die Atacama Wüste ist die trockenste Wüste der Erde. Um Euch eine Vorstellung von trocken zu geben - das amerikanische Death Valley ist um etwa 50fach "feuchter", also die reinste Oase dagegen! Durch das Klimaphänomen El Nino kommt es etwa aller 6-10 Jahre zu heftigen Regenfällen, die zum kurzzeitigen Erblühen der Wüste führen.

San Pedro bietet ein entsprechend spektakuläres Angebot an Natursensationen wie man es nur schwer woanders findet. Besteigung diverser aktiver Vulkane, in 5600m ü. NN, die Salzablagerung Salar de Atacama, wo man sogar Flamingos erspähen kann, die Geysire von El Tatio, unter anderem die höchstgelegenen Geysire der Welt (etwa 4500m ü. NN), und, und, und.
OK, genug der Prahlerei. Im Hostel trafen wir bald Cordula und Melli, Bekannte aus La Serena wieder.

Optisch machten die Raeder ja noch einen guten Eindruck, technisch die absoluten Vollruinen!

Optisch machten die Raeder ja noch einen guten Eindruck, technisch die absoluten Vollruinen!

Zusammen besorgten wir uns vier museumsreife Mountainbikes und radelten in Richtung Valle de la Luna (Mond-Tal), ein weiteres Highlight der Gegend. Schon unterwegs boten sich umwerfende Anblicke.

Bei der Umgebung vergass man kurzzeitig alle Anstrengung, aber nur kurzzeitig!

Bei der Umgebung vergass man kurzzeitig alle Anstrengung, aber nur kurzzeitig!

Auf der Duene links probieren sich Mutige am Sandborden.

Auf der Duene links probieren sich Mutige am Sandborden.

Vorwaerts immer, rueckwaerts ....

Vorwaerts immer, rueckwaerts ....

Wüstenlandschaft, riesige Sanddünen und bizarr geformte Felskulisse. Die Bodenbeschaffenheit und der zu Wünschen übrig lassende Zustand der Räder forderte uns einiges ab, mal ganz abgesehen davon, dass wir durch die Wüste fuhren. Endlich am besagten Ziel angekommen, futterten wir sämtliche Notvorräte aus dem Rucksack und machten es uns auf einer hoch gelegenen Düne bequem. Von dort verfolgten wir dann ein tolles Naturschauspiel während des Sonnenuntergangs. Die Umgebung wirkte wie im Märchen, in Worten schwer wiederzugeben.

...kurz vorm Verschwinden der Sonne. 
(Tommi, Melli, Cordula und dor Danny)

...kurz vorm Verschwinden der Sonne.
(Tommi, Melli, Cordula und dor Danny)

...let the show begin!

...let the show begin!

Nach 37 km, mit blutigem Knie, gebrochenem Sattel und Platten kamen wir ausgepowert wieder in San Pedro an. Am Abend gab es noch ein Deutsch-Schweizerisches Abendessen und Erfahrungsaustausch am Kaminfeuer.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ihr seid alle herzlich eingeladen, hier auf www.umdiewelt.de, uns einmal um die Welt zu begleiten. Starten wollen wir am 1. September 2005 und Ende Juli 2006 wieder in der Heimat einschlagen. Da wir immer für jeden Spaß zu haben sind wird es für Euch sicher nicht langweilig!
Details:
Aufbruch: 01.09.2005
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 31.07.2006
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Cameron Highlands
Singapur
Australien
Outback
Australien: Tiere
Neuseeland
Chile
Bolivien
Argentinien
Der Autor
 
Danny und Thomas / Schönfeld und Grab berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Danny und Thomas sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Danny und Thomas über sich:
Zwei angehende Ingenieure, beide sportlich, gutaussehend und selten schlecht gelaunt.
Aus dem Gästebuch (3/360):
moisbois 1503046996000
folgt mir auf in­stag­ram lfe_22 mois
Smithc810 1501789950000
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Marcel 1480929165000
Ich finde es gut das ihr eine Seite er­stellt habt wo man was über das Tier­reich vund so erfährt