Uruguay-Reisebericht :Fahrrad..Erde..Ein Jahr.."Runde Sache"

Uruguay

Hola ihr Lieben! (24.-28.08.2009)
Willkommen in Uruguay, einem Land südöstlich in Südamerika zwsichen Argentinien, Brasilien und dem Atlantischen Ozean. Uruguay gehört bezüglich Größe und einer Einwohnerzahl von nur 3,4 Mio klar zu den kleineren Kanditaden Südamerikas.
Zunächst stand Uruguay nicht auf dem Reisezettel, doch von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires ist es nur ein Wimpernschlag mit der Fähre hinüber die 40 km auf dem Ausläufer des Rio de la Plata nach Colonia del Sacramento, der nächstgelegenen Hafenstadt auf Uru-Seite. Einreisebestimmungen sind wie bei allen anderen südamerikanischen Ländern für Deutsche wie für die meisten anderen europäischen Staatsbürger problemlos, keine besonderen Visavorschriften odgl., dies erlaubt recht schnelle und unkomplizierte Wechsel zwischen den Ländern.

Direkt im Anschluss an die Fähre ging es direkt mit dem Bus 200 km östlich in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Diese 1,3 Mio Einwohner zählende Stadt macht mehr als 1/3 der gesamten Landesbevölkerung aus, die nächstgrößere Stadt besitzt nicht einmal 1/10 der Ausmaße.
Montevideo ist rundum wunderschön. Hier trifft man auf vorwiegend freundliche und ausgeglichene Menschen, stilvolle alte Gebäude, eine Straße namens Av. 18 de Julio, die des öfteren von Parkanlagen und Plätzen unterbrochen wird. Langeweile sollte hier nicht aufkommen.

Viele Straßen hier sind geziert mit schattenspendenden Baumalleen..

der "Palacio Legislativo" sollte auf der Besuchsliste nicht fehlen,..

entlang der Uferstraße östlich des Stadtkerns löst ein Strandabschnitt den nächsten ab, an dem viele ihrem Morgenfitnessprogramm nachkommen,..

Angeln scheint ein Volkssport,..

und wenn man nicht schnell genug die Pedale tritt, so wird man ins morgendliche Pflichtprogramm des lokalen Fernsehsenders eingespannt. Gott, sprang mir da zunächst das Herz in die Hose , denn mit meinen doch noch mageren Spanischkenntnissen wäre da eine Konversation mit dem Redakteur auf Glatteis gelaufen, Blacky hätte am liebsten die Kurve gedreht,..

..wäre da nicht die weibliche Stimme aus der Sprechmuschel gewesen, die mir die Fragen zu meinem Kurztrip nach Uruguay in englisch gestellt hätte. Ach ja, der Tag war gerettet,..

und einen Schluck "Mate" gabs als Belohnung für's wackere Durchhalten. Irgendwie schmeckte das aber ein wenig bitter. Ach, ist Uruguay doch ein freundliches Land, hier trinkt man Mate gemeinsam aus einem Becher und man weiß man tut seiner Gesundheit dabei etwas zugute.

Mate gehört hier einfach zum Alltag dazu. Es findet sich kaum ein Fußgänger, der nicht seinen Matetee fest mit der Hand umklammert. Genauer gesagt benötigt man hierzu beide Hände, denn in der anderen Hand wartet die Thermoskanne gefüllt mit heißem Wasser auf ihren erneuten Einsatz. Insgesamt kann in das kleine Gefäss, in dem sich Unmengen Teeblätter befinden, die ihren Geschmack freigeben wollen, mehr als zehn Mal nachgeschenkt werden, ohne daß das Getränk denn fade schmeckt. Mate ist im übrigen vorrangig in Paraguay, Uruguay und Argentinien zu Hause. Die kleinen Gefässchen stehen auch überall zum Verkauf.

Nach den Fernsehminütchen folgte die Fortsetzung des Strandradelns vorbei an niedlichen kleineren Häfen..

und teils gemeinsam mit dem ein oder anderen Pulk Rennradfahrern. Erstaunlicherweise ist Uruguay ein wahres Rennradländle, so viele Strampler in Trikot gabs bisher auf der gesamten Reise nicht zu Gesicht. Blacky umgeben von all seinen Artgenossen war happy und versuchte immer mal wieder, seine Forderfelge hinter die Laufräder seiner Artgenossen zu manövrieren, musste denn aber doch meist feststellen, sein Herrchen war nicht in Trainingslaune. . Ach, tat mir der Kleine leid.

Dieses Prachtstück hatten wir im laotischen Luang Prabang noch in äußerst gepflegterem Zustand gesehen, dem Besitzer gehört eins hinter die Ohren. Wahrscheinlich gibt's in Uruguay nicht die richtigen Ersatzteile.

Mein Schwarzer war da im Vergleich in weitaus gepflegterem Zustand.

Wenn ich etwas liebe, so sind es Straßenmärkte, da weine ich manchmal fast Asien hinterher. Das Obst hier kostet auch hier nicht die Welt und dann stimmt auch der Vitaminhaushalt. Den Schnupfen, den ich nun schon seit Sydney mit mir herumtrage scheint auch fast beerdigt.

Damit die Beine nicht einrosten, stand die nächste längere Radstrecke an. Von Montevideo hieß das Etappenziel Punta del Este, knapp 170 km östlich (incl. leichter Umwege). Da die Straße leider immer nur stückweise an der Küste entlang führt, hieß es immer wieder Vorlieb nehmen mit der Schnellstraße.

Die vorhandenen Küstenstraßen sind denn aber aller Ehren wert und ein Radfahrparadies.

Punta del Este ist Uruguays Strandlocation schlechthin, hier tummeln sich den vielen Hotelkomplexen nach in der südamerikanischen Sommerzeit die Menschenmassen an den langen ausgedehnten Sandstränden, in der jetztigen Winterzeit ist aber recht ruhig und relaxt. Mit Schwimmen sollte man es aber bei einem Versuch belassen.

Etwas, das hier jeden in den Bann zieht, ist das morgendliche Zubereiten des Fischfangs. Die eine Hälfte des Fischs landet in der Kiste, die andere wandert mit den Gräten in die Mäuler der Seelöwen. Was den schweren Kerlen dann satt gefressen sind, freuen sich die Möven.

Dem Dicken hier war nur noch nach Sonnenbaden.

Hier hatte der Statiker wahrscheinlich gerade Urlaub,.. Katastrophe, da war gar Blacky der Sprung zu weit.

Auch für jenen Radler schien das Erreichen des süßen Inselchen "isla Gorriti" allein mit dem Rad eine unlösbare Aufgabe, schien aber zunächst als würde er wahrlich eine Lösung finden wollen, ohne Boot hinüberzuwechseln.

Mit dem Bus ging es zurück nach Colonia del Sacramento. Dessen malerische und entzückende Altstadt, das "barrio historico" aus Kolonialzeiten (was der Stadtname ja schon erahnen lässt) wurde 1680 von den Portugiesen gegründet und war einst auch Schmuggelzentrum in die spanischen Kolonien.
Trotz der vielen Touristen, die von CdS. nach Argentinien wechseln, hat die Stadt recht ruhigen Charme.

Mit der Schnellfähre meisterten wir den Hinweg in einer Stunde, für den Rückweg mit der Autofähre mussten wir mit 3 Stunden vorlieb nehmen, doch das Enertainmentprogramm arbeitete gegen die Langeweile.

Nach Uruguay und wenigen Tagen Restaufenthalt nach Rückkehr in Argentinien gings mit dem Flieger ins brasilianische Sao Paulo. Von dort arbeite ich zu diesem Zeitpunkt gerade die Berichte auf, nachdem man diesen zusätzliche Tag hier unerwarteterweise zu meinem Brasilienaufenthalt als hinzugewonnen formulieren könnte, da am Vorabend der Flieger zu pünktlich Sao Paulo verließ.

Vlg,
peterle

© Peter Greiner, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
13 Monate Weltreise geschmückt mit unvergleichbar schönen Erfahrungen auf einer Vielzahl von Radabschnitten sowie dem Leben unter den Menschen durch Homestay, langen Busfahrten auf Reissäcken in Myanmar, Bergvölker in Laos und vieles mehr. Die Reise führt durch Ungarn nach Griechenland, Dubai, Indien, Japan, China, Myanmar,Thailand, Laos, Vietnam, Malaysia, Philippinen, Borneo, Singapur, Sydney, Chile, Argentinien, Brasilien, Florida, Mexiko und findet in Madrid ihr Ende.
Details:
Aufbruch: 28.08.2008
Dauer: 13 Monate
Heimkehr: 28.09.2009
Reiseziele: Großbritannien
Ungarn
Serbien
Griechenland
Vereinigte Arabische Emirate
Indien
China
Japan
Hongkong
Myanmar
Thailand
Laos
Kambodscha
Vietnam
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Der Autor
 
Peter Greiner berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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