Frankreich-Reisebericht :555 Stunden mit dem Boot auf Tour

9. Tag Schwebsange nach Metz

Freitag 6. August 2010. Nachdem wir am gestrigen Tage unsere Julia mit 365 Liter Diesel randvoll getankt haben, fahren wir unserem heutigen Ziel dem Altstadthafen Metz entgegen.

Leider hat sich ein schleichendes technisches Problem herausgestellt. Der neue zweite Tank ist undicht und es landet Diesel in der Bilge. Ich möchte die Urlaubsreise jedoch nicht unterbrechen und beschließe den Tank so schnell wie möglich leer zu fahren und dem Problem in der Bilge werde ich so lange mit Windeln zu Leibe rücken.

Am heutigen Tag warten gut 60 Stromkilometer und 6 Schleusen auf uns. Ganz gemütlich starten wir um 08.40 Uhr bei Betriebsstundenstand 1.758 und 200 Meter Sichtweite unsere heutige Törn Etappe.

Ein Schweizer Ehepaar (Antonia und Walter) in einem 11 Meter Stahlverdränger gesellt sich zu uns und so fahren wir ganz gemütlich Mosel aufwärts, wo sich die Sonne langsam durch den Nebel zwingt und die wunderschönen Nebelschwaden von der Mosel vertreibt. Ich muss gestehen, dass sich ein solches Fahrgefühl bislang noch nicht erleben durfte.

Hier sind wir gerade am Schleusen in Schengen

Hier sind wir gerade am Schleusen in Schengen

Riesige Wolken bilden sich über den Kühltürmen von Cattenom. Rings umher ist strahlend blauer Himmel. Gigantische Wolken überschatten das Gebiet von Cattenom, denn die machen sich ihr Wetter selbst.

Gott sprach: .....und der Mensch mache sich die Erde Untertan! Ob er das damit gemeint hat?

Gott sprach: .....und der Mensch mache sich die Erde Untertan! Ob er das damit gemeint hat?

In Thionville am Stadtsteiger ist gähnende Leere. Einzig und allein Bevölkern über 50 wunderschöne Schwäne das Gebiet um den Anleger. Gemeinsam mit dem Schweizer Ehepaar fahren wir gegen 17.00 Uhr in den Hafen von Metz ein.

© Michael Kaufmann, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir mussten einfach raus, eine unsagbare Leere hat uns nach dem plötzlichen Tod unseres ältesten Sohnes umgeben. Auf unserer Julia suchten wir Kraft und Entspannung.
Details:
Aufbruch: 28.07.2010
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 21.08.2010
Reiseziele: Deutschland
Luxemburg
Frankreich
Der Autor
 
Michael Kaufmann berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Michael über sich:
Nachdem unsere 3 Kinder aus dem Haus sind, haben meine Frau und ich uns nach Jahren des chartern von Booten, verbunden mit dem ständigen Ärgernis Zeit und Wetter, im Jahre 2006 für den Kauf einer in die Jahre gekommene Nimbus entschieden.
Da wir durch unsere Firma doch noch sehr eingespannt sind, fiel die Wahl auf eine Nimbus 800 Turbo, die wir für 2 Personen und einen Hund (Rauhhaar Dackel) komplett nach unseren Wünschen umgebaut haben. Diese Nimbus ist eines der wenigen wertbeständigen Boote in Europa, welche ausgestattet mit einer breiten rundum zugänglichen Gangbord, als GFK Halbgleiter mit Dieselmotor und Z-Antrieb sowie Bootsschleusen geeignet, uns als Wasserwanderer mit 200 Betriebsstunden und zusammengerechnet 2 Monaten im Jahr auf dem Wasser, als geeignet erschien, dem uns geliebten Hobby nachzugehen. Ausgestattet mit einem zusätzlichen Notmotor (Langschafter 3,3 PS) befahren wir mit ruhigem Gewissen auch Gewässer wie den Rhein.
Ausstattung:
Innenausbau komplett Eiche Massiv. Kabine komplett Alcantara in beige und marine blau. Deck mit Ecksitzbank, farbgleich mit Kabinenausstattung in Kunstleder. Bad mit großer elektrischer Toilette, Waschbecken und Außendusche. 100 Liter Wassertank und 20 Liter Heißwasserboiler mit Druckwasseranlage sowie Einhandhebelmischer an allen Wasserentnahmestellen. Wabasto Diesel Heiz- und Klimaanlage. 2 Kühlschränke, 2 Flammen Gasherd, Backofen und Spüle. Echolot, Kompass, GPS. Ankerwinde mit 30 Meter 8mm Kette. Digitale Satellitenanlage mit TFT Fernseher, Stereoanlage. 220 Volt Landanschluß mit FI Sicherung und 4 Steckdosen. 1000 Watt Spannungswandler. 2 Batterien (1 x 230 Ah Verbraucher und 1 x 120 Ah Starter Batterie) mit automatischen Ladegeräten.
Motor: 6 Zylinder 170 PS Diesel Volvo Penta. DuoProp Antrieb.
Gewicht Vollgebunkert und Reisebereit mit "Pött un Pann" 4.500 kg. Höchstgeschwindigkeit 18 Kn rund 33 km/h. Verbrauch max 0,8 l/km.
Durch einen zusätzlich eingebauten Tank, haben wir insgesamt 500 ltr Diesel an Bord, hiermit können wir die mittlerweile in einigen Revieren nur noch spärlich vorhandenen Wassertankstellen bequem überbrücken.
Unsere Reviere sind Rhein, Lahn, Mosel, Saar, Main und Neckar.