Spanien-Reisebericht :Jakobsweg von Seant Jean Pied de Port bis ans Ende der Welt

von Puente la Reina nach Estella

Wir sind morgens ziemlich spät aufgestanden und kasperten beim Rucksackpacken noch rum. Im Frühstückssaal waren die essbaren Sachen schon so ziemlich abgegrast. Trotzdem fanden wir noch das ein oder andere Essbare. Da wir danach noch aufs Zimmer gingen, Nilton noch rausfand, dass eine Frau aus der Herberge aus Brasilien kam und wir anschliessend noch Marias vergessene Jacke aus der gestrigen Bar rausholten, war es schon relativ spät als wir über die Brücke von Puente la Reina gingen.

Die alte Gasse von Puente la Reina mit Brücke wirkt tatsächlich so als wäre man in einem anderen Jahrhundert angekommen. Gemäß einem Reiseführer soll sich hier an den Gebäuden auch wirklich nur wenig verändert haben.

Es sollte heute wieder richtig warm werden. Sind wir gestern einmal hoch zum Pass und dann wieder runter bis nach Puente la Reina gegangen sagten unsere Karten für heute ein ständiges Hoch und Runter ohne nennenswerte Höhen voraus.
Wir waren seit Roncesvalles immer noch in Navarra. Mann kann sagen, dass die Gegend durchgängig nur schön war.

Es war wieder heiß in Navarra

Es war wieder heiß in Navarra

Nach Puente la Reina betraten wir noch eine Kirche. Ich wäre alleine sicherlich nicht hineingegangen aber da die anderen drei einen stärkeren Bezug zur Kirche hatten, gingen sie hinein und ich kam mit. Im nachhinein bin ich froh mit reingegangen zu sein. Ich ging auch später noch mit Nilton in mehrere Kirchen. Ich finde heute, dass es irgendwie dazugehört.

In Roncesvalles in der ersten Herberge bekamen wir einen Zettel, den wir ausfüllen und beim Pass stempeln abgeben mussten. Hier wurde gefragt, ob unsere Pilgerreise sportliche, kulturelle, spirituelle oder religiöse Gründe hätte. Man mußte das entsprechende Kreuz unter den jeweiligen Grund setzen. Für mich passte der sportliche aber auch der spirituelle Grund, eventuell auch der kulturelle, aber der religiöse wohl nicht. Wir schielten uns in Roncesvalles noch gegenseitig auf das Papier und ich weiß noch das Maria über meine Kreuze gelacht hatte, ich weiß eigentlich gar nicht mehr warum. Ich hatte zumindest den sportlichen, kulturellen und spirituellen Grund als Pilgergrund angegeben. Irgendjemand sagte mir aber kurz danach, dass die Compostella (Pilgerurkunde) in Santiago von der Kirche nur übergeben wird, wenn man den religiösen Grund mit angegeben hatte. Das ein oder andere Mal auf meiner Reise hielt ich aufgrund dieser Information inne und fand es sch**** dass ich die Compostella vielleicht nicht bekommen sollte. Vielleicht hätte ich etwas schummeln sollen.

"Freaks on the way"

"Freaks on the way"

.....auf den Weg nach Cirauqui

.....auf den Weg nach Cirauqui

In Cirauqui kamen wir an eine Bar wo wir lange rasteten. Hier traf ich viele wieder, die mir auf dem Weg schon begegnet waren. Zwischenzeitig schloss sich uns für eine Weile ein Argentinier an, der aber dann irgendwie wieder verschwand.

Auf dem Weg nach Lorca wurde es wieder so richtig heiß. Wir drehten fast durch als der ersehnte Brunnen endlich kam.

Maria verlor am Brunnen ihr kleines Portemonnaie aber merkte es leider erst später. Lorca hatte 2 Herbergen welche gegenüber lagen, die Stimmung als wir ankamen, hatte etwas, dass ich mochte.

...wir bestellten uns erstmal was zu essen

Nach dem Essen gingen wir weiter und hatten so viel Spaß wie immer, aber es sollte auch der letzte Tag zusammen sein. In der Hitze fielen wir wieder im nächsten Dorf am Brunnen ins Gras.

....irgendwann gingen wir dann Richtung Estrella

.....so kamen wir spät in Estrella an. Wir kamen direkt am Ortseingang an einer schönen Altstadtstraße zur städtischen Herberge an. Sie war leider voll und das war echt schade, da ich schon einen Blick in den Innenhof werfen konnte und ich einige bekannte Gesichter erblickte. Außerdem hatte die Herberge einen wirklich schönen Innenhof. Die Herbergsfau hatte aber leider nur noch drei Betten frei. So gingen wir wieder auf die Straße und trafen vor der Herberge auf Jatzek aus Roncesvalles. Neben Jatzek standen noch das ein oder andere bekannte Gesicht, unter anderem ein älterer Schweizer der mich vertraut begrüßte und ein rumänisches Paar Ende 20. Der Rumäne bot uns an ein Bett frei zu machen und im Bett seiner Freundin mit zu schlafen. Echt nett, aber die anderen wollten es noch eine Herberge weiter versuchen. So gingen wir weiter und kamen zu der Alberque Capuchinos Rocamador. Es war eine sehr große und ziemlich sterile Unterkunft. Wir hatten ein 6 Mannzimmer. Es waren noch 2 Radfahrer aus Ecuador mit dabei.

Es war unser letzter gemeinsamer Tag und wir gingen in ein Restaurant in der Altstadt. Maria schenkte mir noch ein Armband von ihrem Arm. Das berührte mich sehr und es blieb bis zum Ende meiner Reise an meiner Hand.
Abends saßen wir noch mit Sangria von der Tankstelle im Innenhof der Herberge. Hier bekamen Nilton und ich noch einen Babyschnuller von Maria. Warum? Keine Ahnung!
Maria und Alessandro wollten ab hier mit dem Zug ein großes Stück überspringen. Niltons Plan war mit mir weiter zu gehen.
Schade Maria und Alessandro waren Teil meines Traumteams auf dem Jakobsweg.

Maria e Allessandro se passou desde que uma parte muito grande da minha Camino de Santiago. Allessandro você fosse a razão ea influência calmante. Maria o seu humor tem me contagiou e eu rir, por vezes, ainda em pensamentos sobre o seu caminho. Foi uma grande felicidade para mim que eu encontrei você.

© Thomas Eggers, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
880 km zu Fuß über den klassischen Jakobsweg.
Details:
Aufbruch: 07.05.2015
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 10.06.2015
Reiseziele: Frankreich
Spanien
Der Autor
 
Thomas Eggers berichtet seit 34 Monaten auf umdiewelt.
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