Frankreich - Vogesen 2016 - Teil II

Reisezeit: September 2016  |  von Uschi Agboka

13. Tag - 15. September 2016: Informationen über Karpfen-Angeln

Informationen über Karpfen-Angeln

Während ich an meinen Aufzeichnungen weiter schreibe, macht Rolf sich auf, um den Anglern zuzuschauen. Die sind über sein Interesse ganz aus dem Häuschen, zeigen ihm ihre Prachtexemplare, die verwogen, vermessen und dann wieder in den See gesetzt werden. Das ist ja eine merkwürdige Art des Angelns. Ich muss das mal erforschen im Internet.

Hier das, was ich gefunden habe:

Der Karpfen ist sehr beliebt bei Anglern, da er ein starker Kämpfer ist, sehr groß wird und sich durch
Boiles sehr selektiv beangeln lässt. Das Karpfenangeln hat sich in der letzten Zeit zu einem bedeutenden Zweig der Angelfischerei entwickelt, dem viele vor allem jüngere Angler nachgehen. Dabei gelten Fische (je nach Gewässer) von über 10 bis 15 Kilogramm als bemerkenswerter Fang. Der Weltrekord für Spiegelkarpfen wurde im Jahr 2012 am Euro Aqua See in Ungarn aufgestellt, er liegt bei 46,1 Kilogramm bei einer Länge von 113 Zentimetern. Der neue Weltrekordschuppenkarpfen mit einem Gewicht von 45,5 Kilogramm wurde 2013 im französischen „Etang de Saussaie“ gefangen. In der Karpfenangelei ist es verbreitet, den Fang wieder auszusetzen.

Dieses Catch and Release steht im Konflikt mit dem Tierschutzgesetz, da hier einem Wirbeltier ohne vernünftigen Grund Leiden zugefügt wird. Offiziell dürfen Fische nur in Übereinstimmung mit dem Hegeziel (beispielsweise gefährdeter Bestand) und dem Tierschutzrecht zurückgesetzt werden.

Wie wir hier in Frankreich an unserem See feststellen können, interessiert sich niemand für den Tierschutz. Ich empfinde diese Angelei als Tierquälerei, die ich ablehne.

Karpfenangeln gilt als nicht einfach, da es beachtlicher Erfahrung und Gewässerkenntnis bedarf, um besonders große Exemplare zu fangen. Sind junge, hungrige Setzkarpfen im Frühjahr ab 8 C Wassertemperatur relativ einfach zu fangen, so ist für scheue und vorsichtige Großkarpfen oft eine andere Strategie nützlich. Karpfenangeln beginnt mit der intensiven Beobachtung des Gewässers zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten auf Karpfenspuren, wie zum Beispiel Bläschenentwicklung durch gründelnde Karpfen am Gewässergrund oder zitternde Schilfhalme durch Berührungen mit Karpfen. Besonders verdächtige Stellen sind Schilfkanten, Seerosenfelder, verkrautete Gewässerteile, Inseln, Landzungen, versunkene Bäume, überhängende Äste etc. Sandbänke, Plateaus, Muschelfelder und Scharkanten werden durch Ausloten (Lotblei oder Echolot) entdeckt. Danach beginnt die mehrtägige Periode des Anfütterns (wie Boiles, Brot, Hartmais, Partikel, Tigernüsse (Zyperngras), Kichererbsen, oder gequollener Weizen) zu einer bestimmten Tageszeit über mehrere Tage hinweg, um Karpfen an den Köder oder an den Platz zu gewöhnen.

Boilies sind meist runde Köder, die gekocht oder dampfgegart werden und dadurch, je nach verwendeten Zutaten, zäh bis sehr hart werden. Darum lösen sie sich unter Wasser kaum auf und können fast nur von Karpfengefressen werden. Als Lockstoff werden Aromen in verschiedenen Geschmacksrichtungen verwendet, die bereits unmittelbar nach Einbringen in das Gewässer abgegeben werden und somit die Lockwirkung erhöhen sollen. Somit ist sehr selektives Angeln möglich.

Die scheuen Karpfen ziehen sich häufig in schwer zugängliche Gewässerabschnitte zurück, stark verkrautete Buchten, Seerosenfelder, versunkene Bäume oder überschwemmtes Unterholz, wo sie kaum noch zu fangen sind. Gehakte Tiere versuchen sich mit aller Kraft in unzugängliche Zonen in Sicherheit zu bringen, wobei schwerere Tiere beachtliche Kräfte aufbringen können, weshalb Schnüre mit über 10 Kilogramm Tragkraft ein Muss sind.

© Uschi Agboka, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisetagebuch Vogesen Teil II - 11. bis 17. September 2016 Touren durch Elsaß, Lothringen, Champagne, Burgund, Französischer Jura
Details:
Aufbruch: 11.09.2016
Dauer: 7 Tage
Heimkehr: 17.09.2016
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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