So war es damals in Zypern

Ägypten-Reisebericht  |  Reisezeit: September 1988  |  von Inge Waehlisch Soltau

Mit dem Schiff nach Ägypten

Im vorigen Jahr machten wir bereits die Mini Kreuzfahrt nach Israel. Es hatte insgesamt alles recht geklappt und der Kurztrip war für uns sehr interessant.
Deshalb entschlossen wir uns, jetzt auch eine solche Tour nach Ägypten zu buchen, und zwar bei dem gleichen Veranstalter.
Diesmal ging es von Paphos aus mit dem Bus nach Limassol, wo das Schiff "Princesa Marissa" am späten Abend Richtung Ägypten ablegte.
Am anderen Morgen kamen wir früh in Port Said an. Die Fahrt mit dem Bus ging durch die Wüste - manchmal parallel zum Sueskanal - nach Kairo.
Die nachfolgenden Bilder sind vom Bus aus fotografiert...

Schiff auf dem Sueskanal

Schiff auf dem Sueskanal

Gegenverkehr in der Wüste

Gegenverkehr in der Wüste

Wir fuhren endlos durch Kairo, und die nachfolgenden Bilder sind ebenfalls vom Bus aus gemacht.
Kairo mit ca. 18 Mio. Einwohnern ist die grösste Stadt auf dem afrikanischen Kontinent und ist bekannt für Schmutz, Staub, Smog und Lärm. Kairo ist ein multikultureller Schmelztiegel und Verwaltungs- und Handelszentrum von Ägypten.
Die reichen Stadtviertel befinden sich im Zentrum, aber auch dort gibt es Viertel mit grosser Armut. Auf den Strassen sah man moderne teure Autos neben einfachen Eselskarren.

Kairo

Kairo

Der Nil

Der Nil

Kairo und der Nil

Kairo und der Nil

Wir fuhren dann direkt zu den Pyramiden von Gizeh, ca. 15 km von der Innenstadt von Kairo entfernt. Die Pyramiden sind das einzige noch heute erhaltene der Sieben Weltwunder der Antike und eines der bekanntesten Bauwerke der Welt. Die Pyramiden liegen in der Wüste auf der westlichen Seite des Nils.

Die Pyramiden

Die Pyramiden

Welch ein Getümmel

Welch ein Getümmel

Kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, wurden wir schon belagert von Händlern und Kameltreibern. Viele Händler haben erkannt, dass sich an den Pyramiden gute Geschäfte machen lassen, so dass das gesamte Gebiet von diesen mittlerweile überlaufen ist. Die einen wollten uns unbedingt etwas verkaufen, die anderen uns einen Kamelritt aufschwatzen.
Es gab damals schon eine Art von Touristenpolizei, die sich einmischte, wenn die Händler allzu aufdringlich wurden.
Die Kamele waren teilweise recht gepflegt, aber trotzdem stanken sie manchmal penetrant, und wir hatten ausserdem überhaupt keine Lust, bei der Hitze auf einem Kamel durch die Gegend zu reiten.

Auf dem Weg zu den Pyramiden

Auf dem Weg zu den Pyramiden

Schön geschmücktes Kamel

Schön geschmücktes Kamel

Die Pyramiden von Gizeh entstanden bereits in den Jahren 2620 bis 2500 v. Chr. und sind eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Ägypten.
Sie werden jedes Jahr von Millionen von Touristen besucht.
Neben den drei Hauptpyramiden - Cheops, Chephren und Mykerinos - gibt es noch einige kleine Nebenpyramiden, wo die Frauen der Pharaonen begraben wurden.
Die Cheops Pyramide ist die grösste der Pyramiden mit ursprünglich 146 m Höhe, durch Witterungseinflüsse im Laufe von mehr als 4 Jahrtausenden ist sie heute allerdings nur noch 138 m hoch. Die Seitenlänge beträgt 225 m.

Cheops Pyramide

Cheops Pyramide

Die Cheobs-Pyramide

Die Cheobs-Pyramide

Cheops Pyramide

Cheops Pyramide

Die mttlere der drei Pyramiden ist die Chephren Pyramide mit einer Höhe von 136 m, also fast so hoch wie die Cheops Pyramide, erbaut für den Sohn von Pharao Cheops.
Die kleineste der Pyramiden ist die nur 62 m hohe Mykennos Pyramide, erbaut für den Sohn von Pharao Chepren.

Die drei Hauptpyramiden

Die drei Hauptpyramiden

Wie klein ist der Mensch neben der Pyramide

Wie klein ist der Mensch neben der Pyramide

De Pyramiden von Gizeh gehören wie die Sphynx seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Pyramiden dienten als Grabmale für die Pharaonen der 4. Dynastie - Cheops, Chephren und Mykerinos.
In den Pyramaden wurden keine Mumien oder Grabbeigaben gefunden. In der Cheops-Pyramide gibt es mehrere Grabkammern, aber der Sarkophag in der Königskammer war leer.
Etwa 10.000 ägyptische Arbeiter haben die Pyramiden errichtet. Da das Rad noch nicht erfunden war, und es auch keine Flaschenzüge gab, rätselt man noch heute über das "wie". Erstaunlichweise brauchte man nur ca. 20 Jahre, um eine Pyramide zu bauen.

Bei den Pyramiden

Bei den Pyramiden

Am Fuss der Pyramide

Am Fuss der Pyramide

Unweit der Pyramiden von Gizeh liegt die Grosse Sphinx von Gizeh. Die Skkulptur ist 20 m hoch und hat eine Gesamtlänge von 73 m und zeigt einen männlichen Löwen mit einem menschlichen Gesicht. Sie wurde etwa zur gleichen Zeit erbaut wie die Pyramiden - wahrscheinlich zur Bewachung des Areals.
Die Sphinx war früher bunt bemalt und hatte auch eine Nase. Man weiss nicht genau, warum die Sphinx bereits seit mehreren Jahrhunderten keine Nase mehr hat.
Bei der Sphinx konnten wir am Nachmittag in einem Restaurant etwas essen und trinken.

Pyramide und Sphinx

Pyramide und Sphinx

Die Wüste kommt näher...

Die Wüste kommt näher...

Sphinx und Pyramide

Sphinx und Pyramide

Das ägyptische Nationalmuseum gegründet im Jahre 1858 zählt mit über 150.000 Objekten - pharaonische Grabbeigaben, Totenfiguren, Selen, Säulen, Münzen, Werkzeuge sowie Kleidung und Schmuck - zu den grössten Museen der Welt.
Es ist die weltweit grösste Sammlung altägyptischer Kunst, das Nationalmuseum konzentriert sich ganz auf die Zeit des Pharaonenreiches, darunter die Mumien grosser Pharaonen und die Schätze aus dem Grab des Tut-anch-amun.
Ein grosser Teil der Objekte ist in Magazinen verstaut. Aus diesem Grunde hat man sich entschieden, andere Museen auszubauen, neue Funde in der Nähe ihres Fundortes auszustellen oder einige Objekte aus dem Museum in Kairo in andere Museen zu überführen.
Man ist regelrecht überfordert mit der Fülle und der Enge der Exponate. Unser Guiide führte uns daher nur zu den Highlights, da wir ja auch nicht allzuviel Zeit für diesen Besuch hatten
Es war streng verboten zu fotografieren und zu filmen, und es wurde immer wieder kontrolliert.

Bei einer grossen Statue von Ramses II erhielten wir einen Vortrag über diesen altägyptischen Pharao und einer der bedeutendesten Herrscher in diesem Land.
Während seiner Regierungszeit erreichte Ägypten eine wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung, wie sie nachher unter keinem Pharao mehr erreicht wurde.
Es ist bekannt, dass Ramses II 45 Söhne und Töchter hatte von verschiedenen Ehefrauen. Als sein Vater starb, musste er schon im Alter von 25 Jahren die Herrschaft übernehmen. Er liess gigantische Statuen von sich errichten und regierte länger als jeder andere. Er schloss Frieden mit seinen ärgsten Feinden und unter ihm entstand z.B. Abu Simbel. Man weiss nicht genau, ob er 80 oder evtl. sogar 90 Jahre alt wurde, seine Mumiei st bis heute erhalten.

Das absolute Highlight ist aber sicherlich der Schatz des Tut-anch-Amun mit der berühmten Goldmaske, dem 225 kg schweren Goldsarg und dem Kriegswagen.
Als das Grab des Tut-anch-amun 1922 geöffnet wurde, war es ein archäologischer Sensationsfund., denn niemals zuvor wurde ein noch noch komplett ausgestattetes Pharaonengrab gefunden. Die Sammlung des Tut-anch-amun-Schatzes ist ein Schwerpunkt des ägyptischen Museums.
Das Hightlight der gefundenen Schätze ist sicherlich die weltberühmte Goldmaske des Tut-anch-amun mit Einlagen aus Lapislazuli, Karneol, Quarz, Obsidian, Türkis und Buntglas - ein Meisterwerk des ägyptischen Kunsthandwerks. Sie war dem Kopf der königlichen Mumie übergestülpt.
Ebenso wertvoll und einmalig ist der goldene innere Sarg, in dem die Mumie des Pharaos lag. Der Sarg ist 187 m lang und mehr als 110 kg schwer und besteht aus massivem Gold mit Einlagen aus Buntglas und Edelsteinen.
Sehenswert sind natürlich auch der königliche Streiwagen und der vergoldete Statuenschrein, sowie das reichverzierte Mobiliar, das im Grab gefundenwurde sowie der mit Edelsteinen verzierte goldene Thronsessel und vieles mehr.
Man kam aus dem Staunen nicht heraus, aber viel Zeit zum Schauen hatte man nicht. Die Besucher gingen in einer langen Schlange vorwärts, und wenn man zu lange irgendwo stehenblieb, wurde man von einem der Wärter mit einer langen Stange angeschubst und aufgefordert weiterzugehen....

Bevor es mit dem Bus zurück nach Port Said ging, besichtigten wir noch eine staatliche Papyruswerkstatt. Es wurden sehr schöne Stücke ausgestellt und verkauft, aber diese waren nicht gerade günstig. Unser Guide verhandelte dann netterweise für uns, und wir konnten ein schönes Souvenir zu einem fairen Preis mit nach Hause nehmen.
Von Kairo nach Port Said sind es ca. 200 km,. Die Strasse dorthin war zwar richtungsgetrennt durch einen breiten Sandstreifen, aber man musste ständig damit rechnen, dass einem ein Fahrzeug quasi auf der falschen Spur entgegenkamen. Denn wenn es auf der richtigen Strassenseite nicht mehr oder schlecht weiterging, wechselte man einfach auf die falsche Seite...
Allmählich wurde es dunkel, aber es wurde trotzdem auf beiden Seiten "auf Teufel komm raus" gefahren. Und wir waren echt froh, dass nichts passierte, und wir am Hafen endlich aus dem Bus aussteigen konnten.
Es war zwar ein stressiger Tag, aber wir haben doch viel - vor allem von der ägyptischen Geschichte und Kultur - erfahren. Der Guide war ein Geschichststudent, der gut deutsch und englisch sprach.
Nach dem Nachtessen und einem Show-Programm auf dem Schiff, konnten wir unserer Aussenkabine recht gut schlafen. Am nächsten Morgen legte das Schiff in Limassol an, und wir genossen noch die weitere Ferientage.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Protaras - Paphos - Nikosia - Im Norden der Republik Zypern - Nord-Zypern sowie Schiffsausflüge nach Israel und Ägypten
Details:
Aufbruch: 02.09.1988
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 30.09.1988
Reiseziele: Zypern
Israel
Ägypten
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 13 Monaten auf umdiewelt.