Überwintern 2011

Marokko-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2011 - Februar 2012  |  von Anja & Wolfgang

Marokko: Von 04.02. bis 07.02

Schlaglochsuchtag

04.02.2002 150 km
Tagesziel: Moulay Bousselham
Wetter: Sonnig, <15º
Unser Tagesziel heute Moulay Bousselham kann eigentlich ganz einfach über die Autobahn erreicht werden. Wir schlagen jedoch alle gutgemeinten Ratschläge in den Wind und versuche diesen Ort auf Nebenstrassen, quer durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete, Tomaten- und Bananenplantagen zu erreichen. Eine Qual für Fahrer und Fahrzeug, denn irgendwie hat jeder Ort, jede Plantage am 'wer hat das schönste und grösste Schlagloch' teilgenommen. Nun denn irgendwann war auch diese absolut nicht zu empfehlende Strecke geschafft. Wir schauen zuerst kurz am Marabout vorbei,

bevor wir uns den Fischhändlern auf der anderen Seite des Parkplatzes zuwenden.

Wir kaufen uns 1kg Fisch, 1xBarsch und1xDorade für Dirh 60, lassen es sofort ausnehmen (Dirh 5) und am Stand nebenan grillen (Dirh 15).

Frisch gestärkt schauen wir uns noch die Lagune von oben an,

fahren runter zum Hafen, lehnen die Angebote der Fischer zu kleinen Bootstouren durch die Lagune zur Vogel/Flamingo-Beobachtung dankend ab und fahren dann auf etwas besseren Strassen noch weiter bis Larache, zum CP Aire de Repos de Larache. (Dirh 50 incl. warme Dusche & WiFi!!!). Hier können wir endlich wieder einmal unsere E-Mails lesen und einen Update von unserem Reisebericht ins Netz stellen.
SP: Camping bei Larache

Verbummelter Sonntag

05.02.2002 80 km, 5 Std Stadtbummel
Tagesziel: Asilah
Wetter: Sonnig, <15º
Nach einer kalten Nacht (<5º) beschliessen wir, den Morgen erst einmal mit einem Bummel durch Larache zu verbringen, bevor wir weiter 'Richtung Norden' fahren. Wir gehen einfach entlang der Hauptstrasse, kommen an eine Kirche vorbei und erreichen dann den Place de la Liberation, den Hauptplatz.

Von dort gehen wir weiter Richtung Meer bis zu den Klippen, sehen links von uns den Leuchtturm und den Friedhof,

rechts von uns eine verfallene portugiesische Festung.

Wir gehen weiter am Meer entlang bis zum Fischerhafen und steigen dann hoch Richtung Medina, zur Moschee, zum Marabout.

In der Medina selbst malerische Gassen mit weiss-blau gestrichenen Häusern

und einen kleinen überdeckten Souk.

So langsam wird es wärmer, wir gehen kreuz und quer durch die Neustadt zurück zum Auto, fahren an den Resten der antiken (Römer-)Stadt Lixus vorbei und besuchen den Cromlech von Msoura (der Wärter freut sich über mindestens Dirh 20). Hier wurden vor ca. 5000-7000 Jahren Hinkelsteine kreisförmig um ein Grab aufgestellt,

die meisten sind schon ziemlich zerbröckelt, aber der grösste davon ist immerhin noch 6m hoch.

Genug der Kultur für heute, wir fahren noch ca. 30km bis Asilah, wo wir auf einem bewachten Strandparkplatz (Dirh 30) die Nacht verbringen wollen. Doch zuerst ist nochmals ein Stadtbummel angesagt. Wir gehen die Strandpromenade entlang bis zur Stadtmauer und dann durch ein Tor in die schön erhaltene (renovierte) Altstadt.

Am anderen Ende der Altstadt warten bereits über hundert sonneblumenkernkauende Leute auf den Sonnenuntergang (auch eine Art Sundowner).

Uns zieht es jedoch zurück zum Auto, wir finden noch die Fussgängerzone, den Hauptplatz Mohammed V, den zentralen Markt

und hoffen nur, dass diese Nacht nicht ganz so kalt wie die letzte sein wird.
SP: Parking am Strand von Asilah

Auf Herkules Spuren

06.02.2002 110 km
Tagesziel: Tanger
Wetter: Sonnig, >15º
Die Nachttemperaturen waren relativ angenehm, der Verkehrslärm hielt sich in Grenzen, so dass wir gut ausgeruht zu neuen Taten aufbrechen können. Unser erstes Zwischenhalt auf dem Weg nach Tanger ist bei den Herkulesgrotten.

Hier soll sich Herkules nach seinem Kampf mit dem Riesen Antäus ausgeruht haben,

bevor er dann das Gebirge das den Zugang vom Mittelmeer zum Atlantik versperrte aufriss und damit die Meerenge von Gibraltar schuf. Im Westen, da wo sich das Mittelmeer mit dem Atlantik vermischt befindet sich auf europäischer Seite Tarifa, auf afrikanischer Seite Cap Spartel.

Die östliche Begrenzung dieser Meerenge bilden die 'Säule des Herkules', also der Felsen von Gibraltar und der Jebel Musa, die wir in den nächsten Tagen noch besichtigen werden. Heute fahren wir weiter nach Tanger, parken bewacht in der Nähe des Bahnhofs und gehen dann den Strand, die Corniche entlang Richtung Hafen in dem eine AIDA vor Anker liegt.
Uns interessiert jedoch viel mehr die Medina. Da wir von hier schon so viele Schauermärchen gehört haben gehen wir zuerst mal zum Grand Socco

durch das grosse Tor und immer weiter hoch bis zur Kasbah. Dann wieder bergab Richtung Hafen zum Petit Socco, den wir ausgiebig durchwandern. Hier sind zum ersten mal in Marokko die Bettler lästiger als die Händler, die hier sogar helfend / beschützend eingreifen.

Wir finden dort auf dem Fischmarkt einen 20kg schweren Loup de Meer

der dann doch leider zu viel Fisch für uns ist - ohne Kühltruhe an Bord.
Wir schauen dann noch kurz beim Hotel El Minzah vorbei, dessen Piano Bar

als Vorbild für Ricks Bar im Film Casablanca diente - die es ja in Realität nie gegeben hat.
Zurück beim Auto fahren wir nun langsam dem Meer entlang Richtung Ceuta. An einem Oued, kurz vor Ksar-es-Seghir, ist hier rechts und links der Strasse ein Souk (Flohmarkt) aufgebaut, der anscheinend von den Frauen der Umgebung zum Anlass genommen wird, hier festlich gekleidet ein farbenfrohes Stelldichein zu feiern.

Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter bis Ksar-es-Seghir, schauen uns im Vordergrund die alte Kasbah an,

sehen im Hintergrund wie am Ausbau des neuen Hafens Tanger Med gearbeitet wird und entdecken in der Ladenstrasse bei einen Metzger dieses T_Bone Steak.

Der Grill nebenan brennt auch schon und da die Police Royal nichts dagegen hat, dass wir unter ihren Augen vor dem Fischerhafen über Nacht parken fahren wir eben heute nicht mehr weiter.
SP: Am Fischerhafen von Ksar-es-Seghir

Bei Säulen des Herkules - unsere letzten Stunden in Marokko

07.02.2002 40 km
Tagesziel: Ceuta
Wetter: Sonnig, <20º
Heute Morgen werden wir von unseren 'Wächtern' noch freundlich verabschiedet, werfen einen ersten Blick auf Tarifa, auf Europa, unserem Ziel für heute

und fahren dann an der Grossbaustelle Tanger Med vorbei.

Hier wird eine riesige neue Hafenanlage aus dem Boden gestampft. Die Passagierterminals und der Containerhafen sind Funktionsbereit, aber bis zur endgültigen Fertigstellung der ganzen Anlage dürfte dies schon noch ein paar Jahre dauern, da ja gleichzeitig auch der Hafen von Tanger einer Generalüberholung unterzogen wird. Wir fahren hoch zum Pass am Jebel Muse,

aber diese Säule des Herkules beschliesst sich heute in den Wolken zu verstecken, auch gut, dann eben bergab Richtung Ceuta (in Marokko Sebta genannt)

und dann drunten am Meer in Fnideq fahren wir noch mal kurz Richtung Tetuan zum tanken, denn zum einen ist unser Tank wieder mal leer, zum anderen beträgt der Preis für Diesel in Marokko Dirh 7,35/l etwa €0,73, in Ceuta €1,12 und in Spanien mittlerweile €1,33. Und weil wir noch genug
Zeit bis zur Abfahrt unserer Fähre haben lassen wir unser Fahrzeug auch gleich noch (hand)-waschen Dirh 30 + € 1 Tip.
Gründlichst gereinigt fahren wir dann zur Grenze, hier das übliche Chaos, dann weiter zum Fährhafen, dort nichts los, nicht mal der Drogenhund interessiert sich für uns und so verlassen wir gegen 14:30 den afrikanischen Kontinent.

© Anja & Wolfgang, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir sind auf dem Weg nach Süden, wollen weiter bis ans Meer, …. Dahin wo das Wetter hoffentlich noch so warm ist, dass man auch im ‚Winter‘ mit dem T-Shirt herumlaufen kann. Irgendwann werden wir wohl Marokko erreichen und wenn es die politische Lage dann erlaubt wollen wir noch weiter südlich bis Mauretanien / Senegal reisen.
Details:
Aufbruch: 24.10.2011
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 26.02.2012
Reiseziele: Marokko
Österreich
Italien
Frankreich
Andorra
Spanien
Portugal
Plage blanche
Gibraltar
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.