Lust auf Zug

Swasiland-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Herbert S.

Königreich Swasiland

Um 8:15 Uhr werden wir in Mpaka nach der Immigration, die wir diesmal persönlich durchlaufen müssen, wieder von den Bussen abgeholt und fahren westwärts Richtung Ngolo – Die Straßen sind total verbumpt – alle Momente muß der Bus wegen der 'sleeping policemen' Schritttempo fahren.

Mario hält einen recht unstrukturierten Vortrag über das Königreich Swasiland, dem zu folgen u.a.- auch wegen der ‚ah‘, ‚und so‘ und weiterer Füllwörter schwer zu folgen ist.
(In Swasiland produziert Coca Cola das Konzentrat für ganz Afrika, der Zucker hierfür stammt vom angebauten Zuckerrohr; Ananas werden nicht für den Export angebaut, sondern sofort in Dosen konserviert; die Textilindustrie ist weitgehend verbunden mit USA; weitere Produkte sind Gold, Zuckerlösung und Marihuana)
Was wir nicht erfahren ist, dass das Königreich seit 2018 offiziell Königreich Eswatini genannt wird. Dies hatte König Mswati III. offiziell per Dekret angeordnet.
Die Unabhängigkeit des Königrichs wurde bereits durch Vereinbarungen von 1881 und 1884 zwischen den Regierungen des Vereinigten Königreichs und der Südafrikanischen Republik garantiert.

Holzwirtschaft

Holzwirtschaft

Holz in allen Variationen

Holz in allen Variationen

Nach knapp zwei Stunden Fahrzeit durch Landschaft ähnlich der des Krüger N.P. (Lowland ca. 400m) erreichen wir das Kulturdorf Mantenga (26,44° S/ 31,17° O – 700m ) – nahebei liegt die riesige Botschaft der USA.
Das Middleveld (Mittelland) - eine von vier Landschaftszonen - liegt durchschnittlich etwa 700 Meter hoch und besteht aus fruchtbarem Hügelland. Hier liegt auch mit Manzini die größte Stadt des Landes.

wegen eines Umzuges einer großen Gruppe Kinder wird der Verkehr gestoppt

wegen eines Umzuges einer großen Gruppe Kinder wird der Verkehr gestoppt

Botschaft der USA - ein riesiges Gelände hermetisch abgeschirmt

Botschaft der USA - ein riesiges Gelände hermetisch abgeschirmt

Das Swazi Cultural Village in Mantenga ist ein lebendiges Museum alter Traditionen, das einen klassischen Swazi-Lebensstil in den 1850er Jahren darstellt.

Es besteht aus 16 Hütten. Astzäune dienen als als Windschutz und Abgrenzung der Hütten, von denen jede ihren eigenen Zweck hat, denn Männer und Frauen werden strikt voneinander getrennt. Selbst die Großmutter - sie war einmal die erste Frau des Mannes -und ist allmählich zu einer Art Familienoberhaupt aufgestiegen - hat ihre eigene Hütte.
Eine Familie kann bis zu 30 Personen groß sein, möglicherweise wegen der Polygamie.

Die Hütten werden wegen ihrer Ähnlichkeit zu Bienenstöcken Beehives genannt. Sie werden kunstvoll aus Holzstangen, Gras, Schilf sowie Erde und Kuhdung errichtet.

unser Führer vor der Hütte der Großmutter

unser Führer vor der Hütte der Großmutter

Während unseres Rundgangs sehen wir einige Frauen in ihren traditionelles Gewändern, bevor wir sie dann bei der Tanz- und Gesangvorführung wiedersehen.

Im Westen des Landes liegt das Highveld (Hochland), das eine mittlere Höhe von 1.300 Metern aufweist und nach Westen in die südafrikanischen Drakensberge übergeht. Die höchste Erhebung innerhalb Swasilands ist der 1.862 Meter hohe Emlembe nahe der Westgrenze. Etwa ein Sechstel des Highvelds ist von Wäldern bedeckt. Die Hauptstadt Mbabane liegt in dieser Region.
Von den Rundhütten, die wir 1980 in der Nähe von Mbabane gesehen haben, bemerken wir nichts mehr, vielmehr scheint die Hauptstadt Swasilands inzwischen auf mehr als 1 Mill. Einwohner angewachsen zu sein. Durch schöne gebirgige Landschaft geht es weiter zu einer Recycling-Glashütte bei Maghundiwane. Hier werden ausschließlich aus Altglas kunstvolle Gegenstände geblasen. Wir finden einen hübschen Glasstopfen mit Elefant als Mitbringsel für unsere Haushüterin.

Glashütte

Glashütte

auf der Toilette mußte ich diese mehrsprachigen Aushänge festhalten !!!!

auf der Toilette mußte ich diese mehrsprachigen Aushänge festhalten !!!!

Über eine Höhenstrasse mit tollen Ausblicken nach beiden Seiten, vorbei an dicken FelsBrocken (1500 m) begeben wir uns auf den Rückweg.

Danach verlassen wir das Gebirge und fahren steil bergab zu einem Stausee nahe der Grenze zw. Swasiland und Südafrika. Ein weiterer Stop (einer unserer Busse hat inzwischen wegen Überhitzung halten müssen, die Engländer sind dann zu uns umgeschichtet worden) findet wieder an einem Craftcenter statt, dort entschließt sich Ulrike dann (endlich) den schon vorher bewunderten Anhänger zu kaufen. Ein interessanter Armreif für 2€ wird auch noch gefunden.

Der Grenzübertritt findet dann in Jeffres Peek bei Bulembo statt. Wir müssen erstmals persönlich über die Grenze, d.h. Ausreiseschlange Swasiland – 200 m laufen – Einreiseschlange Südafrika. Ganz wichtig sind die zwei Stempel im Pass. Nachdem wir sie haben, interesseiert es (natürlich) niemanden. Der Zug hat inzwischen die Strecke bis Kaapmuiden geschafft und dort wartet dann wieder die Zugmannschaft mit Erfrischungstuch und Begrüßungsschluck. Nahezu nahtlos müssen wir dann wegen der einstündigen Verspätung zum Abendessen. (Butternut Ravioli/ gefülltes Schweinefilet/ Schokoladentörtchen mit flüssigem Inhalt mit Vanilleeis)

Dann heißt es Abschied von der Zugbesatzung nehmen und es gibt eine ‚Cocktailparty‘ in Barwagen.

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Welt per Zug entdecken? … oder was eine Schienen-Kreuzfahrt von einer Bahnfahrt unterscheidet. Nach unseren Erfahrungen mit der Transsib haben wir uns entschlossen eine weitere Schienenkreuzfahrt in Afrika von Simbabwe nach Südafrika zu unternehmen.
Details:
Aufbruch: 19.08.2019
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 02.09.2019
Reiseziele: Simbabwe
Südafrika
Mosambik
Swasiland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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