Indien von Süd nach Nord, 1993/4

Indien-Reisebericht  |  Reisezeit: November 1993 - Februar 1994  |  von Adi Meyerhofer

Indien (3. Jan. bis 4. Feb. 1994): Nach Norden, nicht immer geradeaus

Bahnfahrkarten und Bierflaschenetikett

Bahnfahrkarten und Bierflaschenetikett

Aurangabad

Wähernd Südindien vom Wesen der Leute vergleichsweise entspannt ist, wird es nördlich von Goa "typischer." Im "Hindi-Belt" findet man die dauernde Anmache und mehr von Dreck und Gestank, was so viele Leute von Indien abschreckt.

Als ich in Aurangabad ankam waren dort Unruhen, man riet vom Betreten der Innenstadt ab, es war geschossen worden mit zwei Toten. [Ich glaube das war wegen der Unbenennung der Marathwada University zur "Babasaheb Ambedkar Marathwada University", Ambedkar ein "Unberührbarer."]

Eine der großen indischen Luxushotelketten hatte während dieser Tage Anzeigen mit Sonderangeboten geschalten gehabt. Ich fuhr in das außerhalb liegende Hotel und gönnte mir zwei Nächte zu knapp je 30 $ der Sorte Luxus, die der Inder "world class" nennt: Versiffter Pool, gelegentlich funktionierendes Aircon, indifferentes Personal und miserabler chicken tikka im ansonsten leeren Restaurant. Aber schließlich hieß es schon 1911 in Murray's Handbook: "As a rule, the food supplied in hotels and railway refreshment rooms in India is not very good. Outside the really large places and cantonments, the meat, with exception of bullock hump, is often lean and tough, the fowls are skinny, and the eggs ridiculously small."

Ajanta, Eingang.

Ajanta, Eingang.

Buddhistisches Relief, Ajanta.

Buddhistisches Relief, Ajanta.

Ajanta Caves

Zu den Höhlen von Ajanta, die als buddhistische Einsiedelei dienten gibt es zahlreiche Darsstellungen, die auch die Kunstgeschichte besser darstellen als ich das hier könnte. Bemerkenswert ist, daß man sich von oben in den Berg hineinarbeitete, das Gesamtwerk also "aus einem Stück" gemeißelt ist.

Buchtips:

  • Rajesh Kumar Singh; An Introduction to the Ajanta Caves: With Examples of Six Caves; Vadodara : Hari Sena Press, 2012.

  • Brancaccio, Pia; The Buddhist caves at Aurangabad
    transformations in art and religion;
    Leiden [u.a.], Brill, 2011 Umfang: XXI, 332 S.; ISBN 978-90-04-18525-8

  • Spink, Walter M.; Ajanta: history and development; Leiden [u.a.] 5 Bände (Brill), Serie: Handbuch der Orientalistik : Zweite Abteilung, Indien

  • Jamkhedkar, Aravinda P.; Ajanta; New Delhi 2009 (Oxford Univ. Press); ISBN 978-0-19-569785-8 [Führer durch 30 Höhlen]

Die Ajanta Caves sind von Aurangabad per Bus errreichbar.

Jaipur

Von Aurangabad per Bahn mit Umsteigen in Delhi nach Jaipur.

Indische Transportmittel: Kuh und Ambassador-Limousinen (Jaipur, Jan. 94)

Indische Transportmittel: Kuh und Ambassador-Limousinen (Jaipur, Jan. 94)

Frühmorgens in Jaipur angekommen -- die Stadt gilt wegen des früher zum Bauen verwendeten Sandsteins als "pink city" -- gings zum Palace of the Winds (Hawa Mahal), so genannt weil durch die durchbrochenen steinernen Fensterverkleidungen ein Luftzug in den Harem des Maharajas gelangte. Die Damen darin, lebenslänglich eingesperrt, konnten sich durch die kleinen Öffnungen am Markttreiben "erfreuen" ohne gesehen zu werden.

Fassade des Palace of the Winds (es gibt auch eine Aussichtsplattform im Gebäude auf der Straßenseite gegenüber)

Fassade des Palace of the Winds (es gibt auch eine Aussichtsplattform im Gebäude auf der Straßenseite gegenüber)

Vom Inneren des nicht sehr großen Palstmuseums habe ich keine Bilder, er war jedoch den Eintritt allemal wert. In Erinnerung blieben mir zwei mannshohe "Vasen" aus massivem Silber. Ich blieb nur den Tag über im retiring room (65 Rs.) und nahm den nächsten Nachtzug nach Agra.

Detail eines Palasttors in Jaipur (Exquisite Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigen Steinen)

Detail eines Palasttors in Jaipur (Exquisite Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigen Steinen)

"Retiring Room"-Ticket Jaipur und 10 Rs-Schein. Ungewöhnlich, daß er keine Löcher durchs Wasserzeichen hat. Noten werden üblicherweise zusammengeheftet.

"Retiring Room"-Ticket Jaipur und 10 Rs-Schein. Ungewöhnlich, daß er keine Löcher durchs Wasserzeichen hat. Noten werden üblicherweise zusammengeheftet.

© Adi Meyerhofer, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Lang, lang ist's her.
Details:
Aufbruch: November 1993
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 24.02.1994
Reiseziele: Thailand
Sri Lanka
Malediven
Indien
Pakistan
Türkei
Der Autor
 
Adi Meyerhofer berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.