Mit unserem Schutzengel durch Asien...

Reisezeit: Oktober / November 2015  |  von Alessia Argiolas

Nepal: Panchase Trek Tag 1

Von Pokhara nach Pachure

Heute geht es mit dem Trekking los! Wir haben uns die Route nach Panchase ausgesucht, es soll ein relativ einfaches Trekking in den Hügeln vor dem Himalaya sein - unberührt und erlebnisreich. Zuerst müssen wir Ghatichhina erreichen. Es soll ein öffentlicher Bus von Hallen Chowk dahin fahren. Den finden wir auch, nur dummerweise fährt der Bus erst um 14 Uhr. Da die Fahrt eine Stunde dauert und das trekking zu unserem Tagesziel ca. 3 Stunden in Anspruch nimmt, können wir nicht warten! Ein Taxi für 30 Euro kommt nicht in Frage, also versuchen wir es per Anhalter! Wir fangen schon mal an zu laufen und nach einer halben Stunde fährt schon der erste Pickup vorbei und er nimmt uns mit! Für schlappe 1,5 Euro erleben wir eine coole Fahrt, wir lernen Einheimische kennen und machen sogar Bauchmuskeltraining, weil die Straße gar keine Straße ist und bei jedem Schlagloch müssen wir mithüpfen

Unsere Mitfahrgelegenheit

Unsere Mitfahrgelegenheit

Nun geht es von Thulakhet weiter! Ganz viele Schlukinder begleiten uns auf dem Weg nach Ghatichhina. Sie unterhalten sich mit uns auf Englisch, wollen fotografiert werden und machen mit uns Gymnastikübungen... die Sonne scheint, es ist herrlich!

Torbens neue Freundin

Torbens neue Freundin

Von Ghatichhina fangen die Stufen an... erst Dutzende dann Hunderte dann Tausende
Nach dem ersten Dorf wechselt das Wetter schlagartig und fängt an zu schütten. Wir können aber nicht warten, weil wir noch 2 Stunden vor uns haben und wir müssen vor Abenddämmerung am Ziel sein!

Treppen über Treppen!

Treppen über Treppen!

Da unten sind wir heute gestartet... und wir sind nur auf halber Strecke!

Da unten sind wir heute gestartet... und wir sind nur auf halber Strecke!

Der Regen ist das kleinste Problem! Die Steinstufen werden rutschig, die Trampelpfade werden schlammig. Aber es kommt noch schlimmer. In Makanpur sollen wir nach dem Weg fragen, da unser Ziel mitten im Dschungel liegt. Nur die Einheimischen sind alle in den Häusern bei so einem Wetter
Wir gehen ins letzte Haus rein, rufen das obligatorische "Namaste" und eine alte Frau ohne Zähne bittet uns rein. Schade, dass wir uns nicht annähernd verständigen können. Immerhin haben wir verstanden, dass sie Ana heißt. Wir rufen unseren Gastgeber an und er spricht mit Ana, die uns dann den weiteren Weg beschreibt. Während wir uns von der alten Dame verabschieden, machte sie uns mit Handzeichen auf Blutegel aufmerksam! Wir verstehen zwar, müssen aber trotzdem weiter. Keine 5 Minuten später wurde ihre Vorwarnung Realität. Durch den Regen animiert, klettern die kleinen Biester immerzu unsere Beine hoch. Deswegen haben sich die Einheimischen alle in die Häuser verkrochen! Wir sind eigentlich am Ende unserer Kräfte, durchnässt und der Weg ist verdammt rutschig (ich habe mich schon 3 mal hingelegt), aber irgendwie treibt uns das Adrenalin immer weiter den Berg hinauf. Wir rennen buchstäblich um unser Leben! Plötzlich kommen uns doch tatsächlich 2 Leute entgegen. Es sind Rouz (Rouz ist unser Gastgeber, der in diesem menschenleeren Dschungel lebt) und sein französischer Kumpel Robin, der in Makanpur wohnt. Alles in allem sind wir nach 3 anstrengenden Stunden völlig durchnässt angekommen.

Unsere Unterkunft im Dschungel

Unsere Unterkunft im Dschungel

Dieser Ort ist was ganz besonderes: Rouz und Fatima sind ein iraniches Ehepaar, das vor ein Paar Jahr einen Biobauernhof hier oben am Ende der Welt etabliert hat. Es heißt Adam Tribe Organic Farm und ist extrem empfehlenswert! (http://www.adamtribe.net)
Nichts großes... es werden Gemüse und Getreide angebaut und ein Paar Tiere hausen im Stall: Hühner, Enten, Kaninchen, Büffeln und ein Affen!

Rouz hat einen Affen - im doppelten Sinne

Rouz hat einen Affen - im doppelten Sinne

Es gibt hier nur Solarstrom, eine selbstgebaute Toilette mit Dusche, leckeres und sauberes Quellwasser und außergewöhnliche, liebevolle Gastgeber! Es sind noch 2 Freunde aus dem Iran und zwei Franzosen aus dem Nachbardorf zur Besuch, also sind wir insgesamt 8 Leute. Sie sagen uns, es ist noch keiner bei Regen so schnell wie wir hochgekommen! Wir sind übrigens heute in drei Stunden 1.000 Höhenmeter aus Treppen hochgelaufen. Wir werden wie alte Freunde empfangen, essen alle zusammen ein leckeres veganes Abendessen - natürlich alles frisch aus dem eigenen Garten. Einen Kühlschrank gibt es nicht. Wir verbringen einen wunderschönen Abend zusammen und die ganze Anstrengung sind wie weggeflogen. Wenn es nicht die Blutegel gäbe! 2 haben sich an meinem Bauch und Bauchnabel bedient und ich habe es nur bemerkt, als sie satt und voller Blut auf meinen Schoss runtergefallen sind! Uns wird ganz viel über diese Mistviecher erklärt. Eigentlich sollen sie sehr gut für die Gesundheit sein, weil sie nur das schlechte Blut aussaugen. In Deutschland soll es angeblich eine Blutegel-Therapie geben, die von der Krankenkasse übernommen wird... ob das stimmt?
Na ja, um halb neun gehen wir ins Bett, wir haben uns einen langen Schlaf verdient!

© Alessia Argiolas, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die letzten Wochen waren für uns eine harte Probe... das wird eine Reise der Liebe, auf der Suche nach dem verlorenen Glück und die positive Energie, die die Welt voran bewegt. Namaste!
Details:
Aufbruch: 04.10.2015
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 16.11.2015
Reiseziele: Nepal
Thailand
Laos
Der Autor
 
Alessia Argiolas berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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