Jordanien 2012

Jordanien-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2012  |  von Hartmut Laue

Zurück in Dana

Tja, die Reise geht dem Ende entgegen. Auf der Rückfahrt komme ich doch nochmal auf eine Strasse im Pistenstil. Der direkte Weg von Petra an Little Petra vorbei zur Dead Sea Road schlängelt sich in halsbrecherischen Kehren von über 1000m auf minus 300 m herunter in einer wilden Gebirgslandschaft. Die ersten Kilometer sind neu geteert, man schnurrt so dahin, dann besteht der knapp anderthalbspurige "Weg" nur noch alten Asfaltresten, tiefen Schlaglöchern und größeren Steinen. Die Steigung ist extrem, lt. Reiseführer für Wohnmobile nicht zu schaffen. Ich fahre längere Zeit im 1. Gang. "Bombastisch"!!

Ich machenun nochmal Station im Dana village. Man wird sich erinnern, wenn man in das mittelalterlich scheinende Dorf 400 m tief hineinfällt und die Ruinen und Steinhäuser sieht, ist man schon froh, dass es hier bereits (Eisen-)Betten gibt und fließendes Wasser aus der Leitung kommt. Erfreut stellt man fest, dass auch elektrisches Licht bereits Einzug gehalten hat.

Unter diesem Eindruck ist die Reaktion der ca. 15-jährigen Tochter einer deutschen Kleinfamilie verständlich (Vater Typ Lehrer, weiß alles ganz genau): "Langweilig", "null Bock". "dauernd neue Ruinen". Wanderung in der Schlucht? "ätzend!" Buch lesen? "kein Bock" usw. Als erfahrener Vater beschließe ich, den Tag der Tochter zu retten und lasse so nebenbei fallen "hier gibt's übrigens WLAN - kostenlos" - "Echt?" Sie springt auf, läuft nach unten und kommt mit ihrem Smartphone wieder, facebook rettet den Tag!

Abends treffe ich dann noch auf ein holländisches Paar aus Rotterdam, während die Beduinen aus dem Dorf Mandoline spielen und singen. Sein deutscher Wortschatz besteht aus 3 Wortungetümen: "Auspuffanlage", "linksrheinische Autobahn" und "Hauptknotenpunktwechselhinundherschieber (wir wissen aber beide nicht, was es bedeutet). .

Als ich vorhin hier in Dana ankam (ich hatte ja Suleyman 2 Tage vorher angerufen), dachte ich erst, das sieht aber gar nicht gut (d.h. fully booked) aus. Eine englische Schulklasse tobte über den Hof, eine Reihe von Neuankömmlingen wartet auf Zimmer, etliche Touri Autos vor der Tür.... Ich stelle mich zunächst mal etwas abseits, um den Trubel etwas abklingen zu lassen. Suleymann' Blick schweift zu mir herüber, er stutzt kurz und eilt dann freudestrahlend auf mich zu, schüttelt meine Hände. Hello Hartmut, how are you, welcome to Dana, nice to see you again, massa-al cher, kifhala usw. usf. Ich werde begrüßt wie ein längjähriger Freund, auch die anderen aus dem Hotel begrüßen mich herzlich. Da geht einem das Herz auf. "I hope you've got a room for me?" - "Of course, you are very welcome at any time!!" Die Geschichte mit dem Basset wird auch er wohl nicht so schnell vergessen.......

Ich bekomme dasselbe Zimmer, pardon, dieselbe Zelle Nr.10 wie eine Woche vorher, was den Vorteil hat, dass das Moskitonetz mückendicht ist, denn ich hatte es vorige Woche mit 20 großen Streifen Gewebeband (das man immer dabeihaben sollte) geflickt und ich finde es "unversehrt" vor. Mücken können einem wirklich die ganze Nacht versauen!

© Hartmut Laue, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von den Golanhöhen zum Toten und Roten Meer
Details:
Aufbruch: 03.10.2012
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 27.10.2012
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Hartmut Laue berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.