Mit 5th Wheel durch Jordanien und Syrien

Jordanien-Reisebericht  |  Reisezeit: Februar - April 2011  |  von Christoph Lehner

Die wüste Wüste im Nordosten Jordaniens

Vom Toten Meer führte mich der Weg zunächst zum Amman Airport. Dort hatte ich mit Donald abgemacht (der, der in Züri und Winti gelebt und gearbeitet hat). Ein feiner Mensch. Als Kind lebte er in Libyen, wo seine Eltern als Ärzte gearbeitet haben. Später dann in Effretikon. Zum Beispiel. Als Kellner, wo täglich um 6 Uhr ein alter, grimmiger Mann kam und einen Kafi trank. Warum er denn schon so früh komme? Weil er der Erste sein wolle, wenn die MIGROS um halb acht öffne. Solche Geschichten sind noch schöner, wenn sie dir in Jordanien erzählt werden.
Ich wollte den Flughafen gerade verlassen, als jemand hinter mir pfiff. Wie ein Vögeli zwitscherte. Es war Raed, der Mick-Jagger-Typ, den ich hier vor einem Monat kennengelernt hatte. Er hatte Feierabend und wollte nach Hause, in einen Vorort von Amman. (Besser würde er in einen Vorort von Birmingham passen.) Wir fuhren zusammen los. Auf einer "End-of-the-world"-Autobahnstrecke. Und es regnete. "I like this weather", sagte er trocken. Ich schob eine good old Pink Floyd ein - The dark side of the moon. "I like Pink Floyd", sagte er und setzte nach: "I think I fly." Zu Hause bei ihm wurde ich zum Essen eingeladen. Seine Frau, eine Palästinenserin aus Israel, hatte eine Reisplatte mit Gemüse und Poulet gekocht. Draussen war`s düster und kalt. "I like the suburbs of Birmingham", I said to myself.
Dann ging`s weiter Richtung Wüste. Geradeaus-Road, anfangs noch Ortschaften neben der Strasse, "Wie-kann-man-hier-auch-leben"-Orte. Dann mehr und mehr Steinwüste. Viele Lastwagen verkehrten auf dieser Verbindungsstrasse zu Irak und zu Saudi-Arabien. Schöne, alte aus den 60ern (Mercedes Rundhauber) und neuere, von europäischen Transportfirmen übernommene. Der "Karl Hugentobler" und der "Pierre Leconte" sind unterwegs , am Steuer sitzen dunkelschnäuzige Arafats. Einer trägt, passend zur Landschaft, den Schriftzug "Frische kennt keine Grenzen". Der Beruf des Kameltreibers ist demjenigen des Pneu-Flickers gewichen. Immer wieder gibt es am Strassenrand kleine Pneu- Werkstätten.
Al Azraq und Al Safawi sind zwei Orte, die an Kreuzungen solcher Verbindungsstrassen gelegen sind. Läden, Plastikramsch-Läden und Restaurants in einer langen Reihe, am Ende Garagen und Tankstellen. Saudis steigen aus ihren Chevrolets. Über allem scheppert ER und ruft zum Gebet. Eher vergeblich, wie mir schien.
In der Nacht wurde es ziemlich kalt. Umso mehr genoss ich dann Kafi und Zigi in der Morgensonne.

© Christoph Lehner, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zwei Monate in Jordanien und Syrien
Details:
Aufbruch: 07.02.2011
Dauer: 9 Wochen
Heimkehr: 12.04.2011
Reiseziele: Jordanien
Syrien
Der Autor
 
Christoph Lehner berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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