Auf zu den Scheichs

Oman-Reisebericht  |  Reisezeit: Februar 2017  |  von Peter B.

Bedouin Rustic Camp/Wahiba Sands

Eine Nacht wollten wir in der Wüste verbringen. Es gibt inzwischen zahlreiche Camps in den Randbereichen der Wahiba Sands - hier muss jeder, der möchte, seines finden. Nach unserer Nacht im Bedouin Rustic Camp sind wir überzeugt, für uns das Richtige gefunden zu haben.

Wir sind mit normalem PKW unterwegs, daher die Abholung in Bidiya. Vom Mailkontakt angefangen war dies alles sehr angenehm. Punkt 15:30 wurden wir an der Shell-Station vom Chef persönlich eingefangen und mit einem wüstentauglichen, noblen Allradfahrzeug in 20-25 min. über eine Sandpiste ins Camp gebracht. Überhaupt bestimmen im Hinterland große, noble Geländekarossen (Fahrzeug würde zu klein klingen) das Straßenbild. Omanis geht es wirtschaftlich gut und das sieht man.

Der Chef ist selbst Bedouine, seine Familie mit 6, bald 7 Kindern, lebt in Bidiya. Die waren samit Schwester und Familie auch im Camp zu Besuch. Zu unserer Zeit gab es mit uns 10 Gäste und es ging alles sehr persönlich zu. Omanis sind gastfreundlich und teilen gern, insbesondere die Arbeit - und so gehörten zum Camp auch 2 Bangladeshi, die sich um Gäste und Vieh und jeden erdenklichen Kleinkram kümmerten.

Zum Camp gehören ein paar Steinhäuser und etliche Zelte, zur Hauptsaison Dezember/Januar können bis zu 50 Gäste untergebracht werden. Dies blieb uns glücklicherweise erspart und so war viel Zeit für Fragen über Wüste, Kamele und das Leben im Oman an sich.

die Begrüßung - unser Bedouine in der Mitte und rechts sein Schwager.

die Begrüßung - unser Bedouine in der Mitte und rechts sein Schwager.

Wir wurden zünftig eingekleidet - hier unser kleiner Bedouine, dem das Outfit mit Abstand auch am Besten stand - die Bilder der Großen sind der Zensur zum Opfer gefallen.

Wir wurden zünftig eingekleidet - hier unser kleiner Bedouine, dem das Outfit mit Abstand auch am Besten stand - die Bilder der Großen sind der Zensur zum Opfer gefallen.

Am späteren Nachmittag gings dann zu Fuß in die umliegenden Dünenfelder. Mit Ausnahme einzelner vorbeiknatternder Geländewagen auf der Sandpiste, die am Camp vorbeiführte, vermittelt die Wüste eine unbeschreibliche Ruhe, die wir als Europäer und noch mehr Stadtmenschen nicht gewohnt sind.

Blick aus den Dünen zurück aufs Camp

Blick aus den Dünen zurück aufs Camp

Der gelblich-rötliche Sand gab im LIcht der untergehenden Sonne ein tolles Wechselspiel an Farben.

Der gelblich-rötliche Sand gab im LIcht der untergehenden Sonne ein tolles Wechselspiel an Farben.

Zum Abend gabe es für Familie und Gäste gemeinsam ein bedouinisches Dinner mit dem, was Wüste und Umland so bietet. Davor wurde ein wenig bedounischer Tanz gemeinsam eingeübt, aber das war nur ein kleine Einführung.

In der Zeit kam für kurze Zeit starker Wind auf, so dass die Zeltgäste doch noch in die festen Behausungen umgezogen sind. Hat sich aber schnell wieder beruhigt und so konnten zu vorgerückter Stunde am Lagerfeuer noch viele Fragen zum Leben an und in der Wüste gestellt werden. War ein wirklich schöner Abend. Die Kids der Familie und Raphael machten parallel dazu eine Kissenschlacht und wurden dabei von einem der größeren Jungs in Schach gehalten.

Stimmungsvoller Abend.
Das Camp wird übrigens von Ende September bis Anfang Mai betrieben, dazwischen ist es mit bis zu 55 Grad zu heiß für Gäste und selbst Omanis. Jetzt sind es tagsüber Ende 20 und nachts so um die 20 Grad - also nicht kalt.

Stimmungsvoller Abend.
Das Camp wird übrigens von Ende September bis Anfang Mai betrieben, dazwischen ist es mit bis zu 55 Grad zu heiß für Gäste und selbst Omanis. Jetzt sind es tagsüber Ende 20 und nachts so um die 20 Grad - also nicht kalt.

Kalt war dafür das Wasser zum Duschen. ICH fand es angenehm. Dieses Gefühl teilten nicht alle Familienmitglieder. Aber der überall hinkriechende Sand musste runter.

Am Morgen gab es dann ein bedouinisches Frühstück. Einen Tag zu ertragen, aber so ganz ohne den gewohnten Kaffee und andere Annehmlichkeiten...das ist gewöhnungsbedürftig, auch wenn die morgendlichen warmen Speisen wirklich genießbar waren.

Anschließend ging es noch zu den Kamelen und den Ziegen, die zum Camp dazugehörten, die bekamen die Frühstücksreste. Wir können nun auch Ziegenmelken, eine Runde auf den Kamelen (eigentlich ja Dromedare, wie Raphael feststellte, aber auch von den Einheimischen als Camels bezeichnet) wurde gedreht.

ein Sohn von ihm

ein Sohn von ihm

2 Freizeitkamelsportler - fürs Racing reicht´s aber nicht.
Kamele spielen kiene wirtschaftliche Rolle mehr, nur noch für Touris oder eben fürs Kamelracing. Im Alltag haben die PS-Boliden gewonnen.

2 Freizeitkamelsportler - fürs Racing reicht´s aber nicht.
Kamele spielen kiene wirtschaftliche Rolle mehr, nur noch für Touris oder eben fürs Kamelracing. Im Alltag haben die PS-Boliden gewonnen.

Dann gings zurück zum Treffpunkt, Schwager und Familie haben uns dorthin gebracht und noch gewartet, ob denn unser Auto denn auch seinen Dienst tut. Alle unwahrscheinlich gastfreundlich.

Fazit:
Ein wunderschönes Erlebnis, wobei 1 Nacht zumindst für uns das richtige Maß war. Auch unser Camp war nicht billig, aber unter den gut bewerteten noch günstig. Und es war kein unpersönlicher Hotelbetrieb in der Wüste, sondern hatte etwas Familiäres, das uns besonders gefallen hat. Wir können das Camp wirklich empfehlen.

© Peter B., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
2 Wochen durch den Oman und Dubai
Details:
Aufbruch: 11.02.2017
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 25.02.2017
Reiseziele: Oman
Der Autor
 
Peter B. berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.