Thailand&Kambodscha

Kambodscha-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober / November 2017  |  von Thomas K.

Battambang

Die schönste Art von Siem Riep nach Battambang zu gelangen ist es wohl mit dem Boot über den Tonle Sap See und dann weiter über den Sangker Fluss zu fahren. Das muss ein tolles Landschaftserlebnis sein. Das Boot aber verlässt Siem Riep schon sehr früh am Morgen und die Anlegestelle liegt außerhalb der Stadt. Die Fahrt dauert etwa 6 -8 Stunden. Ich entscheide mich dann doch für die etwas komfort-
ablere Busfahrt mit nur 4 Stunden und bin am frühen Nachmittag in Battambang.

Reisfelder bestimmen das Landschaftsbild.

Reisfelder bestimmen das Landschaftsbild.

Vom Busterminal zum Hotel ist es ziemlich weit und ich wundere mich, dass das TukTuk nur 50Cent kostet. Heute gibt es nur noch einen kleinen Erkundungsspaziergang in die Stadt und ein kurzes Bad im Pool. Am Abend sitze ich auf der Terasse des Hotelrestaurants bei einem (oder mehreren) Angkor Bier. Zu essen gibt es heute LokLak, ein kambodschanisches Nationlagericht aus Rindfleisch. Sau lecker und zu Hause auch recht einfach nach zu kochen.

Gut: Das Angkor

Gut: Das Angkor

Battambang

Battambang ist wenig touristisch. Auf mich wirkt es wie eine ärmlich anmutende Großstadt. Aber irgendwie herrscht hier ein besonderes Flair. Es herrscht eine friedvoll gemütliche Atmosphäre fernab aller Hektik. Schon am frühen Morgen liegt Musik in der Luft. Aus der Ferne dudelt unentwegt asiatische Musik. Klingt interessant. Bis Mittag bleibe ich am schönen Hotelpool. Die Sonne scheint warm, und das Wasser ist erfrischend.

Killing Caves

Für den Nachmittag habe ich bei dem TukTuk-Fahrer, der mich gestern zum Hotel gebracht hat, einen Ausflug zu den Killing Caves gebucht. Ein Ort Kambodschanischer Geschichte. Hier wurden damals Verbrecher gefoltert, getötet und anschließend in eine Höhle gesto- ßen. Lügnern riss man z.B.die Zunge raus und notorischen Säufern flößte man Bier ein. Noch heute kann man die Totenköpfe der Opfer besichtigen und einen Einblick in die Höhle bekommen. Der Fahrer holt mich pünktlich ab und fragt, ob es in Ordnung sei, wenn wir noch andere Gäste mitnehmen würden. Wir holen zwei Jungs und ein Mäd- chen aus einem Hotel ab und nehmen sie mit. Das Mädchen und einer der Jungs kommen aus Deutschland der andere ist Amerikaner. So gibt es mit Deutsch und Englisch keine Verständigungsprobleme. Die Killing Caves liegen einige Kilometer außerhalb der Stadt, und ein warmer Wind fegt uns um die Ohren, als wir mit Vollgas über die Landstraßen brettern. Das gibt einen Riesenspaß und eine Fotoorgie. In einem Dorf nahe den Killing Caves ist die TukTuk Fahrt zu Ende. Auf den Berg geht es zu Fuß.

Früher sahen alle Straßen in Kambodscha so aus. Heute nur noch wenige Nebenstarßen.

Früher sahen alle Straßen in Kambodscha so aus. Heute nur noch wenige Nebenstarßen.

Auf diesen Berg müssen wir hoch.

Auf diesen Berg müssen wir hoch.

Das tut doch weh!

Das tut doch weh!

Nur nicht runterfallen....

Nur nicht runterfallen....

.... sonst landest Du da!

.... sonst landest Du da!

Neben den Killig Caves gibt es auch noch eine Tempelanlage zu besichtigen.

Neben den Killig Caves gibt es auch noch eine Tempelanlage zu besichtigen.

Darf ich dem mal am Schwanz ziehen?

Darf ich dem mal am Schwanz ziehen?

Irgendwo findet sich immer etwas Brauchbares.

Irgendwo findet sich immer etwas Brauchbares.

Eine tolle Landschaft

Eine tolle Landschaft

Im Dorf unten an der Straße haben sich eine ganze Reihe kleine Restaurants angesiedelt. Hier gibt es nämlich noch eine weitere Attraktion. Jeden Abend, bei Anbruch der Dunkelheit kommen hier hunderttausend Fledrmäuse aus den Felsen, die tagsüber in Höhlen schlafen. Nachdem wir uns ein Bier gegönnt haben meint der Fahrer plötzlich, er wüsste einen besseren Ort, um das Schauspiel zu beo- bachten, fernab von Leuten und Retaurants. Mitten in der Natur. Wenn wir uns beeilen schaffen wir es noch! Auf abgelegenen Neben- straßen fahren wir auf die andere Seite des Berges, wo das gleiche Schauspiel stattfinden soll. Das TukTuk wird am Straßenrand geparkt und weiter geht es auf einem steilen Pfad bergauf durch tropisches Buschwerk. Einen, vielleicht zwei Kilometer geht das so, bis uns eine hölzerne Barrikade mit der Aufschrift "Don't enter! Danger!" den Weg versperrt. Aber das ist kein Problem, denn hier haben wir unser Ziel erreicht. Ich fühle mich wie in einem Abenteuerfilm. Die einmalige Athmosphäre, die Geräusche des Urwaldes. Die Dämmerung hat bereits eingesetzt und kurz bevor es dunkel ist, ist plötzlich ein seltsames Rauschen in der Ferne wahrzunehmen. Es kommt immer näher und plötzlich ziehen tausende Fledermäuse nur zwanzig Meter vor uns aus dem Berg. Wie schwarze Rauchschwaden zieht sich der Schwarm über den dämmrigen Himmel und verteilt sich dann in alle Richtungen. Wir sind uns einig: Das Spektakel von hier zu erleben war tausend Mal authentischer als von der Straße im Dorf. Wir sind also an den richtigen Fahrer geraten.

Die Bambusbahn

Ein weiteres Highlight, was es leider nicht mehr gibt, war die Norry, die berühmte Bambusbahn. Einst wurden die kleinen draisinenähn- lichen Wagen in der Regenzeit als Transportmittel eingesetzt. Später entwickelte sie sich zu einer Touristenattracktion. Da Kambodscha aber beschlossen hat, wieder richitge Züge fahren zu lassen, mussten die alten Gleise abgerissen werden, um neue zu bauen. Schade! Trotz- dem will ich heute einen Spaziergang zum ehemaligen Bahnhof der Bomboo Train machen und mir ansehen, was noch so übrig geblieben ist. Bei so einem Spaziergang durch die ganze Stadt, kann man einen guten Eindruck von dem Leben in Battambang bekommen. Von dem Trubel, der in Siem Riep und den Tempelanlagen von Angkor Wat geherrscht hat ist hier keine Spur. In einem kleinen Straßenlokal will ich was zu Mittag essen, aber es ist nicht so einfach, wie man meinen will. Es gibt keine Speisekarte. Die Bedienung führt mich zu einer Theke am Eingang des Lokals, wo sie mir das Angebot zeigt. Viele in- teressante Sachen, von denen keiner weiß, was es ist. Außer der Be- dienung und die spricht kein Englisch. "Frog", sagt sie und deutet auf eine der Speisen. Das ist wohl das einzige, was sie auf Englisch weiß. Ich entscheide mich für etwas in einer roten, pastenartigen Sauce, was scharf aussieht. Schmeckt! Ist etwas fischiges in einer Chillisauce.

Der alte Bahnhof lag etwas außerhalb der Stadt, und mein Weg führt mich durch unggeteerte Seitenstraßen. Das Leben hier am Stadtrand ist geradezu ländlich. Kühe grasen gelassen am Wegrand. Hühner laufen aufgeregt hin und her und suchen nach Fressbarem. Ab und zu sind Kinder zu sehen, sie grüßen freundlich, betteln aber nicht. Fremde scheinen sich hier nur noch selten her zu verirren.

Auf dem Weg zum Bahnhof muss ich durch solche schönen Außenbezirke gehen

Auf dem Weg zum Bahnhof muss ich durch solche schönen Außenbezirke gehen

Die letzten Zeugnisse der legendären Bamboo Train

Die letzten Zeugnisse der legendären Bamboo Train

Hier verlief einst die Strecke ....

Hier verlief einst die Strecke ....

....heute nur noch ein Schotterweg. In Deutschland hätte man da sicher einen Radweg gebaut.

....heute nur noch ein Schotterweg. In Deutschland hätte man da sicher einen Radweg gebaut.

Zurück in der Stadt

Zurück in der Stadt

Schöne Gemälde in einer Tempelanlage

Schöne Gemälde in einer Tempelanlage

Marktszene in Battambang

Marktszene in Battambang

Schön: Der Hotelpool

Schön: Der Hotelpool

© Thomas K., 2020
Du bist hier : Startseite Asien Kambodscha Kambodscha-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Bangkok - SiemRiep - Battambang - Phnom Penh - Sihanoukville
Details:
Aufbruch: 21.10.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 11.11.2017
Reiseziele: Thailand
Kambodscha
Der Autor
 
Thomas K. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.