Sandra & Michael auf den Philippinen (Manila, Palawan, Cebu, Negros, Bohol)

Philippinen-Reisebericht  |  Reisezeit: März 2019  |  von Sandra & Michael on tour

Apo Island - Schildköten bis zum Abwinken

Turtles, Turtles, Turtles.....

Der Tag sollte ein Highlight unserer gesamten Tour werden, aber das wussten wir natürlich noch nicht, als sich unsere Tauch-Bangka gegen 8 Uhr vom Strand in Dauin auf die ca. 45-minütige Fahrt nach Apo Island machte. Es sollte Schildkröten geben. Dass es am Ende des Tages so viele sein würden, dass ich irgendwann aufgehört habe, sie zu zählen, hätte sich keiner von uns zuvor erträumt. Ich hatte das große Glück, meine insgesamt drei Tauchgänge nur mit einem Philippino als Buddy zu genießen und dementsprechend war es äußerst entspannt. Kein Rudeltauchen, nur wir beiden. Und wir waren kaum im Wasser, da zog auch schon die erste Echte Karettschildkröte an uns vorbei. Und dann ging es eigentlich Schlag auf Schlag und das während aller drei Tauchgänge. Turtles, Turtles, Turtles. Und das in allen Lebenslagen. Schildkröten, die gerade ihr Mittagessen verspeisten, Schildkröten, die gerade ihr Mittagsschläfchen auf dem Dach der Korallen machten, Schildkröten, die immer mal wieder an die Wasseroberfläche schwammen, um nach dem Rechten zu sehen (also eigentlich um Luft zu holen). Und jede einzelne konnte man von so nahem und über eine so lange Zeit begleiten, dass es kaum zu fassen war. Minutenlang konnte ich immer wieder direkt neben riesigen Merresschildkröten tauchen, nur Zentimeter entfernt, jedes noch so kleine Detail aufnehmen, beim Fressen zuschauen, Putzerfische beobachten, die sich am Panzer andockten, um dort auch ihr Mittagessen zu finden. Es war einfach nur ein Fest für die Augen und obwohl ich seit ca. 25 Jahren tauche, war es einer der Tauchtage meines Lebens. Sandra erging es währenddessen schnorchelnderweise kaum anders. Auch sie kam nur mit Maske, Schnorchel und Flossen so nah an die Schildkröten heran, dass sie sie jederzeit hätte anfassen können. Soll man aber nicht und wir haben uns auch daran gehalten. An dem Glänzen in Sandra´s Augen konnte ich sehen, wie bewegend auch für sie die Momente mit diesen unbeschreiblich schönen Tieren unter Wasser waren. Die Unterwasseraufnahmen dürften für sich sprechen.....

Die Rückfahrt von Apo Island nach Dauin am Nachmitttag entwickelte sich dann tatsächlich noch zu einem kleinen Abenteuer. Es zog schlechtes Wetter auf und die Wellen machten es der kleinen Tauch-Bangka fast unmöglich, dagegen anzukämpfen. Die Fahrt glich einer Achterbahnfahrt, prasselnder Regen von oben, alle paar Sekunden gefühlte hundert Liter spritzendes Meerwasser beim Eintauchen des Bootes in die nächste hohe Welle. Die Gesichter der Bootscrew wurden zunehemend ernster und man sah, dass auch sie die Sache nicht mehr ganz so witzig fanden. Wir waren triefend nass und vor lauter spritzendem Salzwasser konnte man kaum mehr die Augen öffnen. An der Küste Dauins gaben sie schließlich auf. Eigentlich hätten wir die Küste noch ein Stück nördlich hochfahren müssen, um an unseren ursprünglichen Ablegeplatz vor der Tauchbasis zu gelangen, aber die Wellen und der Wind waren einfach zu stark, um dagegen anzukämpfen. Und so legten wir mit einiger Mühe weiter südlich am Strand an und die Jungs von der Tauchbasis organisierten eine Rückfahrt im Van. Eine Viertelstunde später, kaum an unserem morgendlichen Ausgangspunkt angekommen, war der ganze Wetterspuk urplötzlich auch schon wieder vorbei. Beinahe spiegelglattes Meer. Na toll. Nur kurz zuvor haben wir da draußen um unser Leben gekämpft (mit diesem Satz wäre die dramaturgische Textkomponente des heutigen Tages dann auch abgearbeitet). Aber ernsthaft: witzig war die Rückfahrt wahrlich nicht und man konnte erahnen, mit welchen Herausforderungen z.B. philippinische Fischer hier mitten im Pazifik bisweilen konfrontiert werden. Erst gar nicht daran zu denken, was hier zum Teil während der Taifun-Saison zwischen Juni und November los ist.....

Auf jeden Fall hatten wir uns das Abendessen barfuss unter Palmen am Strand mehr als verdient ! Und das Feierabend-Bier schmeckte noch besser als sonst.....

© Sandra & Michael on tour, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Abenteuer, Landschaft, Menschen, Tauchen. Und wir mittendrin....
Details:
Aufbruch: 04.03.2019
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.03.2019
Reiseziele: Philippinen
Der Autor
 
Sandra & Michael on tour berichtet seit 8 Monaten auf umdiewelt.