2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Costa Rica-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Costa Rica - ab 10.06.2014: Costa Rica 1 – ab 10.06.2014 1550 km

Ziel: gemütlich übers Land zur Grenze nach Panama.
Wetter: tagsüber heiter bis wolkig, angeblich 'Winter'=Regenzeit, im Bergland < 30º; im Flachland schwül-heiss > 30º. Nachmittags/Nachts auch mal ein kräftiger Regenschauere

Der Grenzübertritt in Nicaragua war eigentlich schnell erledigt, nachdem ich dem Zöllner das richtige Einfuhrpapier gegeben hatte und die $3 Ausreisestempelgebühr gegen Quittung bezahlt wurden.
Bei der Immigration in Costa Rica mussten wir uns die Einreisezettel erst beim Schalterbeamten holen, aber dann ging alles recht schnell - Stempel für 90 Tage. Die Autoeinfuhr wurde mittlerweile gegenüber den Bericht von Petra & Klaus beschleunigt. Man geht mit den Dokumenten und den meisten benötigten Kopien zum Zöllner gegenüber der Migration, bekommt dort seine Fallnummer und eine Anweisung was an Kopien noch fehlt, geht dann auf die LKW Rampe zum Versicherungsschalter (90Tage = US$ 36) dann die Rampe runter zum Kopierladen CRC 50 / Seite, wieder hoch auf die Rampe zum Zoll, Papierstapel abgeben, und ca. 10min später, wenn alles im Computer eingetippt ist ein Einfuhrdokument in Empfang nehmen. Weiter zur letzten Kontrolle, Dokument vorzeigen, Laufzettel abgeben, Welcome in Costa Rica. Zeitbedarf für beide Grenzen knapp 2 Stunden, für den Inhalt des Autos interessierte sich keiner, ein Grenzhelfer akzeptierte ein freundlichen 'nein Danke'. Kurz hinter der Grenze bei La Cruz besuchen wir die Finca Canas Castilla, die von einem Schweizer Paar betrieben wird, das Stellplätze hier für US$ 10/Nacht anbietet, dazu noch 5km markierte Wanderwege, über 120 beschriftete Bäume, ein Platz eigentlich zum Wohlfühlen, zum Verweilen.
Uns treibt es jedoch vorwärts, wir besichtigen Liberia, wo es eigentlich ausser Einkaufsquellen, amerikanischen Fast Food Ketten und dieser modernen Kirche wenig zum Sehen gibt.

Auf dem Weg zum Nationalpark Rincón de la Vieja führt uns Garmin wieder mal auf Umwege, dafür kommen wir aber an den Rio Negro Hot Springs vorbei (E=US$10), die wir auch mal schnell umsonst anschauen dürfen. Über eine schwankende Hängebrücke - das kostet woanders alleine schon $10, wird der Fluss überquert und die Kaskade der Badebecken mit Temperaturen von heiss bis erträglich erreicht.

In einem blubbernd köchelnden Thermalwasserbecken wird Vulkanschlamm erhitzt,

der dann zur Verschönerung weiblicher Körper(teile) erst mit breiten Bürsten aufgetragen wird,

um dann nach dem Antrocknen im naheliegenden Fluss wieder abgewaschen zu werden. Leider haben wir nicht genug Zeit um das Ende dieser Aktion und somit deren Erfolg/Misserfolg abwarten zu können. Wir bedanken uns nochmals bei dem freundlichen Wächter, lassen uns noch den Weg zum nahegelegenen Wasserfall erklären, von dessen Begehung uns aber nach 16h wegen zu vieler Schlangen abgeraten wird und fahren letztendlich hoch zum NP wo wir vor dem Eingangstor die Nacht verbringen.
Am nächsten Morgen dann besuchen wir den NP Rincón de la Vieja und erfahren noch vor bezahlen der Eintrittsgebühr (US$ 10), dass der Weg zum Kraterrand aus Sicherheitsgründen seit knapp 2 Jahren gesperrt ist. Wir können also nur den Rundwanderweg Las Pailas machen (3km ca. 2 Stunden) und/oder zu einem der Wasserfälle hier wandern. Auch gut, wir ziehen los, überqueren auf einer Hängebrücke den Rio Colorado

wandern durch den Regenwald

und fühlen uns fast wie in Yellowstone. Nach Töpfen mit kochendem Wasser und ein paar Fumarolen

muss auf diesem Baumstamm mit Sicherungsseil ein kleiner Bach überquert werden,

bevor wir in den 'Spa Bereich' dürfen. Hier kocht der Schönheit-Natur-Schlamm,

mal mit Wasser verdünnt,

mal hochkonzentriert.

Bei Temperaturen zwischen 75 und 110 Grad wird jedoch von einer direkten Anwendung abgeraten. Pünktlich nach 2 Stunden haben wir unsere Runde beendet und machen uns auf den 5km langen Wanderweg zum Cangreja Wasserfall. Auch hier gilt es erst einmal Hängebrücken zu überqueren

und durch den Regenwald zu wandern, bevor man nach 1 1/2 Stunden am Wasserfall mit seinem Badebecken steht. Keiner da, also nichts wie rein ins Wasser und abgekühlt.

Nach einer Stunde fröhlichem, störungsfreien Plantschen ein letzter Blick auf den Wasserfall

und auf bekannten Waldwegen

wieder zurück zur Rangerstation. Hier zur Suchtruppvermeidung kurz gemeldet, dass wir wieder wohl angekommen sind (ist hier Pflicht!!) und weiter die letzten Meter zu unserem SP wo wir von diesem Vogel bereits fröhlich begrüßt

und von diesem am nächsten Morgen gegen 5:30 genauso fröhlich geweckt werden.

Na ja, wenn der meint, dann stehen wir halt auf, machen uns reisefertig und fahren Richtung Süden an den Pazifik zum Playa Coco,

der seinen Namen dem Kokosnussbraunen Sandstrand verdankt.

Ansonsten hier die üblichen Happy Hour Bars und Souvenirläden.

Ein Stück weiter am Playa Grande kommen zwischen Oktober und Februar die Lederrückenschildkröten zur Eiablage an Land, in der restlichen Zeit ist das hier ein echtes Surfer Paradies

mit ordentlichen Wellen

und der speziell zum Schutz dieser Schildkröten eingerichtete NP Marino Las Baulas bleibt geschlossen.

In Tamarindo treffen wir dann zum ersten Mal auf eine größere Ansammlung von hauptsächlich amerikanischen Touristen

mit zugehöriger Infrastruktur wie Shopping Zentren,

riesigen Strand Hotels

und dutzenden von Surfschulen direkt am Strand, die sich aber mehr den Anfängern und weniger den Könnern widmen.

Auf der Ruta 160, die von mir den Namen 'zweitschlechteste Strasse auf unserer bisherigen Reise' erhält fahren wir weiter Richtung Süden. Einerseits durchqueren wir kleine romantische Dörfer mit einsamen Stränden,

andererseits kamen wir an zahlreichen Bau- und Werbetafeln von monströsen Hotel- und Apartment Grossprojekten vorbei, bei manchen waren sogar schon die Einfahrtstore fertiggestellt, bei denen ich mich frage wie man bei solcher Infrastruktur zahlungskräftige Kunden ohne Hubschrauber hierher locken will. Aber noch ist die Welt heil und Flamingos fischen im Brackwasser.

Die letzten 10km unserer Fahrt wurden dann noch zur Abenteuer Tour, denn ein Wegweiser zeigte Playa Samara rechts und Garmin meinte stur wir sollen uns links halten, alle paar hundert Meter kam 'bitte wenden'. Wir sahen auf seiner Karte, dass ihm ein Flussübergang fehlte, kann ja sein, wir fahren rechts weiter und stehen nach 10km tatsächlich vor einer Furt im Fluss. Ein entgegenkommender kleiner Jeep fährt quer und ich beschliesse, das ist für uns zu tief. Ich will schon umdrehen, da hält ein Toyota Kleinbus neben uns und der Fahrer meint in bestem Hochdeutsch: "Frontantrieb? das geht schon, folgen sie mir einfach." Noch schnell mal in Erinnerung gerufen, was ich beim Allrad-Training über Wasserdurchfahrten gelernt habe und dann ging es in einem grossen Rechtsbogen problemlos durch den Fluss - der Fahrer kannte sich wirklich aus und fuhr uns dann noch voraus bis wir das Zentrum von Playa Samara erreicht hatten. Dort drehte er ab und verschwand in der Dunkelheit. Hier noch ein Dickes Danke an den leider unbekannt gebliebenen. Wir gehen hier für 2 Nächte auf den CP Playa Cocos (CRC 3000 pP),

verbringen den Samstag mit PC und Auto- / Hausarbeiten, gehen zum Einkaufen mal schnell in den Ort

und erleben so live, wie Costa Ricas Fussballteam gegen die Mannschaft aus Uruguay aus einem 0:1 Rückstand noch einen 3:1 Sieg macht. Der Jubel ist gross

und wir freuen uns mit den Siegern.
Eigentlich wollten wir heute an den Strand von Montezuma, aber bei dem heftigen Regen heute Morgen und den zu erwartenden Lehmstrassen lassen wir das lieber sein und fahren über Nicoya (ausdruckslos) nach Copal (hier gab es auch nichts zu sehen), überqueren dann die Taiwan - Costa Rica Friendship Bridge,

durchqueren Canas (Mercado geschlossen, dafür gibt es hier einen etwas größeren Supermarkt) und erreichen endlich (leider 2 Tage zu spät) Tilaran.

Hier findet jedes Jahr am 13. Juni ein unblutiger Stierkamp statt, steht sogar im Reiseführer. Tja wer lesen kann...., so müssen wir uns eben mit den Nachfeiern wie dieser Marimba Band begnügen.

Wir fahren am Nordufer der Laguna Arenal entlang,

entdecken dabei zahlreiche dieser Hinweisschilder, die teilweise sogar Hefeweissbier versprechen

und stehen dann am Ostufer der Laguna vor dem NP Volcan Arenal.

Hinauf darf man wegen Aktivitäten schon lange nicht mehr, allenfalls eine einstündige Wanderung an den Fuss des Berges ist noch möglich, aber dafür ist es heute fast schon zu spät. Wir machen uns lieber erstmal auf die SP Suche. Den CP Pura Vida im nahegelegenen gibt es nicht mehr, der vom Lonely Planet vorgeschlagenen SP im Gringo Pete's Hostel musste einem Anbau weichen, aber der Besitzer schickt uns 300m weiter zum Cabinas Jerry's (Hostel) und da dürfen wir für US$4 pP bequem im Garten stehen, - wenn jetzt noch der endlose Regen aufhören würde.
Koordinaten: N10.46900, W 84.64828, Free WiFi, tolles WC, warme Dusche, Platz für etwa 2 nicht zu grosse / schwere Fahrzeuge.
Am nächsten Morgen ist der Vulkan Arenal wolkenverhangen, dafür fahren wir erst einmal der Sonne entgegen durch Städte wie Ciudad Quesada und Zarcero.

Wir fahren ins Hochland, kommen an zahlreichen Kaffeeplantagen vorbei, stecken auf 1100m höhe im dichten Nebel und als der aufreisst von einem Mirador dann dieser Blick ins Tal

und noch schnell dieses Foto ganz speziell für Vickerl gemacht.

Über Naranjo geht es weiter nach Sachi, der Stadt, die für ihre buntbemalten Ochsenkarren berühmt ist,

die man hier in der Fabrik als Barmöbel für einen 4-stelligen US$ Betrag kaufen kann,

auf Wunsch werden sie dann auch für einen weiteren 3-stelligen Betrag Frei Haus geliefert. Wir schauen eine Weile den Künstlern beim Bemalen der Wagen zu, jeder Pinselstrich reine Handarbeit, stöbern noch kurz im Souvenirladen, finden aber nichts das klein genug wäre um in unser Auto zu passen. In zahlreichen Werkstätten hier in der Stadt werden handwerklich Massivholzmöbel hergestellt, von denen wir uns etliche auch in unserer Wohnung vorstellen könnten. So viel schauen macht hungrig, wir suchen uns eine Soda (= einfaches Restaurant für Mittagsimbiss) und bestellen das hier typische Mittagsgericht Casado,

also einen Riesenteller voll mit Reis, Bohnen, Salaten, gebratener Banane, reichlich bzw. Fish und oben drauf noch ein Spiegelei. Frisch gestärkt fahren wir weiter, besuchen Alajuela, das für seine riesigen Mango Bäume am zentralen Platz bekannt ist,

dessen Theater Erinnerungen an ein Loire Schloss aufkommen lässt

und in dem ein Kardiologe seine Praxis direkt neben der Fleischklopsbraterei betreibt.

Wir bummeln noch eine Weile durch Heredia, laut Lonely Planet die schönste Stadt Costa Ricas mit unseren üblichen Zielen Markt,

Kirche und zentraler Patz,

dessen Pavillon heute von Jugendlichen als Trainingsfläche für Kunststücke benutzt wird,

die später wohl am Strassenrand gegen Trinkgelder gezeigt werden. Wir fahren noch steil hoch auf den Berg wo wir auf etwa 2400m Höhe direkt am Eingangstor zum NP Volcan Poas unser Nachtlager beziehen. Der Park macht morgen um 8 Uhr auf und wir wollen frühzeitig hoch zum Kraterrand, denn später am Tag soll sich da droben alles zuziehen. Die Nacht war ruhig, angenehm kühl und so stehen wir pünktlich um 8 Uhr zur Parköffnung bei Sonnenschein und blauem Himmel zusammen mit den ersten Besuchern am Eingangstor, bezahlen unseren $10pP Parkeintritt und 2m weiter zusätzliche CRC 1500 Rot Kreuz-Unterstützungs-Parkplatzgebühr. Wir fahren den restlichen Weg zum Besucherzentrum, parken (wie bei allen Vulkanen hier vorgeschrieben) rückwärts ein und machen uns auf den Weg. Vorbei an diesen 'Regenschirmen des armen Mannes'

erreichen wir nach etwa 600m den Kraterrand - und unsere Rechnung scheint aufzugehen, klare Sicht in den Krater und auf den erkalteten Krater am bewaldeten Hinterhang

und auch der saure, schwefelhaltige Kratersee ist deutlich zu erkennen.

Zufrieden machen wir uns auf zu den restlichen Wanderungen hier droben. Erst 800m durch dschungelartigen Nebelwald

zum Aussichtspunkt auf die Laguna Botos, einem weiteren Kratersee hier

und dann weitere 2,5km an solchen prachtvollen Bromelien vorbei

zurück zum Weg der vom Besucherzentrum zum Krater führt. Wir sind neugierig, wie es da gut jetzt kurz vor 10 Uhr weiter wohl aussehen wird. Die Sicht ist bescheiden, der Kater ist grossteils in Dampf und Wolkenschwaden gehüllt, das ist noch eines der besseren Bilder, die wir jetzt noch machen konnten - das frühe hier sein hat sich definitiv gelohnt.

Wir gehen auf einem weiteren kleinen Wanderweg, parallel zum Hauptweg weiter durch den Wald zurück zum Parkplatz, sehen dabei noch diesen bunten Vogel

und beobachten direkt am Parkplatz dieses Gürteltier (Amarillo) beim Frühstück.

Bei der Fahrt ins Tal kommen uns zahlreiche gutbeladene Touristenbusse entgegen, deren Insassen sich aber wahrscheinlich mit dem Trost eines Schildes hier droben begnügen müssen: Wenn Du nichts vom Krater siehst, dann lag es am Wetter, tröste dich damit, dass du hier droben wie ein Vogel über den Wolken warst.
Wir fahren erst den Hwy 126 entlang, kommen am Wasserfall La Paz

und später an riesigen Bananenplantagen vorbei,

erleben die ganze Palette des Wetters von Sonnenschein bis Gewitterschauer und erreichen schliesslich Limon, Hafenstadt an der Karibik Küste.

Im Stadtpark diese Schildkröten, die an die geschützten Strände nördlich von hier erinnern, wo alljährlich Tausende von Schildkröten zur Eiablage anlanden

und dann ein erster Blick hinaus aufs aufgewühlte Meer, der allerdings nichts Gutes verheisst.

Karibik hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt, Schnorcheln, Baden, Schwimmen kann man bei dem Wasser eigentlich vergessen. Wir fahren noch ca. 20km weiter Richtung Süden zum SP Painted Palms bei San Clemente sitzen im Gewitterregen unter Kokospalmen und fragen uns, was der morgige Tag wohl bringen wird.
Gegen Morgen hat der Regen aufgehört, die Sonne geht noch hinter Wolken auf, aber es scheint doch ein freundlicher Tag zu werden. Wir erkennen jetzt auch, woher der Strand 'Painted Palms' seinen Namen hat,

da hat sich wohl einst ein Künstler an den armen Palmen ausgetobt und die Bananen dieser Plantage werden alle nach der Ernte einen blauen Aufkleber bekommen.

Ein Stück weiter am Playa Negra

wie der Name schon sagt schwarzer Sandstrand und noch ein paar km weiter in Puerto Viejo

sind wir im Party Ort der Karibik Küste hier angekommen. Bars, Hostels, Live Musik und ordentliche Strände, Urlauberherz, was begehrst du mehr?

Noch 10km weiter in Manzanillo ist die Strasse vorerst einmal zu Ende.

Man könnte jetzt ca.10km weit den Strand entlang durch einen NP zur nächsten Ortschaft Gondoca gehen, die auch auf einer ca. 60km langen Strasse um den NP erreichbar wäre, aber dann wären wir bereits kurz vor der Grenze nach Panama und da wollen wir eigentlich jetzt noch nicht hin. Wir schauen also eine Weile den Schnorchlern zu,

und knacken dann unsere erste selbstgefundene Kokosnuss.

Wir fahren zurück nach Puerto Viejo wo wir im Rocking J.S. Hostel als 'Camper mit eigenem Zelt' für US$6 pP unseren SP beziehen.
Die ganze Anlage hier scheint von Hundertwasser inspiriert zu sein, überall die buntesten Mosaike an den Aussen - und Innenwänden, in den Duschen eine halbe Conch Muschel als Auslauf

der Garten verträumt - romantisch,

Aussenplätze,

Hängemattenschlafsaal

und die Rezeption.

Uns gefällt es hier so gut, dass wir (unfreiwilliger Weise) noch 2 Tage bleiben. Beim Abfahren bemerken wir, dass diesmal der Vorderreifen zu wenig Luft hat. In der lokalen Werkstatt, bei Danny, stellt sich heraus, dass auch dieser Reifen innen bis auf den Gürtel abgefahren ist und dann hier die Luft langsam entweicht. Danny meint da stimmt was mit der Spur nicht, das sollten wir nachmessen. Auto aufgebockt, erst mal kräftig am Rad gerüttelt - das Spiel in den Tragegelenken ist erschreckend.

Irgendwie schafft es Danny in San Jose ein Originales Ersatzteil aufzutreiben und dies bis zum nächsten Mittag in seine Werkstatt liefern zu lassen (inzwischen hat Costa Rica Italien geschlagen ) . Eingebaut ist das Stück schnell, ab 15h wären wir wieder fahrbereit, aber jetzt noch 2 Stunden fahren und kein geeigneter SP in Sicht? Wir bleiben noch eine Nacht und brechen dann eben morgen früh von hier auf. Erst geht es bis Limon auf bekannter Strecke die Küste entlang und dann Richtung Süd-Westen nach Turrialba, eigentlich eine Hochburg für Rafting Touren. Nachdem wir uns die lehmbraune Brühe in den beiden Flüssen hier kurz angeschaut haben, - es ist halt Regenzeit - beschliessen wir das Rafting diesmal sein zu lassen und schauen uns dafür kurz die Stadt an. Der erste Halt in einem Supermarkt fällt länger als erwartet aus, denn dort sind vor einer Reihe Fernsehapparaten Stühle aufgestellt, damit die Kundschaft WM Spiele in aller Ruhe anschauen kann - und so kommen wir völlig unplanmäßig in den 'Genuss' der letzten 75 Minuten des Deutschland - Ghana Spiels,

während draussen auf dem Vorplatz die Band der Universität von hier fleissig übt.

Wir besuchen noch den Samstags-Markt unter dieser Palmenallee

und fahren dann weiter zum NP Vulkan Irazu mit knapp 3500m, der höchste Vulkan Costa Ricas. Die Fahrt führt uns immer höher durch riesige Kaffeeplantagen,

irgendwann sind wir über den Wolken und schaue runter ins Tal,

bis wir dann auf 3250m direkt beim Eingangstor zum NP unseren SP beziehen und ganz in der Nähe steht hier auch noch ein Schweizer Buschtaxi mit Fernziel Alaska.
Die Nacht war mit 8º angenehm kühl und morgens um 8h ist die Sicht in den seit 1964 inaktiven Krater klar wie erwartet.

Nur der auf vielen Bildern noch vorhandene Kratersee ist mittlerweile verschwunden.

Wir tauschen mit den Schweizern noch für eine Weile Erfahrungen und Stellplatztipps aus, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Auf der Fahrt ins Tal dieser herrliche Blick auf die Hauptstadt San Jose und ihre Umgebung,

in der Stadt selbst einige bemerkenswerte Gebäude wie Cathedral,

Post Office,

National Theater

und auch sonst eine sehr lebendige, sehr ansprechende Stadt mit attraktiver Fußgängerzone.
Dazuhin gibt es hier wieder einmal eine Fachwerkstadt für unser Auto, wir versuchen in der Nähe davon auf dem Belen-Trailer Park unterzukommen - doch den gibt es seit Jahren nicht mehr. Wir machen aus der Not eine Tugend und bitten bei einer nahegelegenen Tankstelle um Nachtasyl, was uns auch sofort gewährt wird. Zwar nicht besonders romantisch, aber für den Notfall geht das allemal.
Ein Tag in der Löwengrube - Pardon, beim Peugeot Händler
Pünktlich zur Öffnungszeit um7:30 stehen wir vor dem Xiri Peugeot Händler in San Jose um ein paar kleinere Wartungsarbeiten machen zu lassen.
Das knacken an der Vorderachse war schnell lokalisiert und nach Ersatz einer Schraube sofort behoben.
Seit unserem Besuch bei Danny wissen wir, dass der Bremszylinder in unserem rechten Hinterrad tröpfelt. Ein neuer wurde besorgt und eingebaut, die hinteren Trommelbremsen gereinigt und eingestellt und weil wir schon dabei sind werden die vorderen Bremsscheiben abgedreht und ein Satz neuer Bremsklötze montiert. Dann ging es endlich an die Behebung unserer größten Kopfschmerzen. Seit der Abfahrt vom Irazu dreht das Auto kaum über 3000 rpm und stößt, beim Gas geben in diesem Drehzahlbereich auch noch weissen Rauch aus. Weisser Rauch könnte auch die Zylinderkopfdichtung sein, aber diesmal war es nur ein hängen gebliebener Luftmengenregler. Abhilfe durch Abziehen von zwei Schläuchen an Unterdruckdosen, ein paar Mal kräftig Gas geben, Schläuche wieder drauf und fertig. Scheint ein bekanntes, sporadisches Problem zu sein, das in Höhen über 3000m auftritt. Besser jetzt und dazu gleich noch eine einfache Lösung bekommen als in ein paar Monaten mit teilfunktionierenden Auto durch die Anden zu kurven. Pünktlich zum Geschäftsschluss um 17:30 bezahlen wir unsere Rechnung und quälen uns dann durch den Feierabendverkehr von San Jose. Etwa 60km weiter südlich in El Empalme geht auch für uns dieser Tag zu Ende.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.