Coulee, Cataldo & Caldera

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Ulrich Mattheus

Hepburn's Mesa

Nach einer Übernachtung in Missoula, Montana, fahren wir am frühen Morgen zügig weiter. Es strömt im Regnen, na ja, ihr wisst schon. Die gestrige Hitze hätte uns warnen sollen. Ein Tief war im Anmarsch, das zunächst schwülwarme, später feuchtkalte Luft mit sich führte. Jetzt haben wir den Salat. Ausgerechnet so kurz vor Yellowstone gibt es einen Wetterumschwung. Wir befürchten Schnee und geschlossene Strassen. Aber wir haben unser Programm und müssen da durch.
PENG! Da schiesst jemand auf uns! Nein, so verrückt sind sie in Montana dann doch nicht. Ein Stein hat unsere Windschutzscheibe getroffen und einen kleinen Riss verursacht. "Noch mehr Probleme", denken wir, aber wenigstens hört es im Lauf des Vormittags auf zu regnen und wir erreichen den nächsten Halt im Trockenen.

Die Hepburn's Mesa ist ein Hügel aus Sedimentgestein, das vor relativ kurzer Zeit - 2,2 Millionen Jahre - von einem Lavafluss überdeckt wurde. An der seitlichen Abbruchkante entdeckte der Hobby-Paläontologe John Hepburn, der 1909 in dieses Gebiet zog, zahlreiche Fossilien aus dem Miozän. Er eröffnete ein Museum mit seinen Funden, das nach seinem Tod im Jahr 1959 leider wieder geschlossen wurde.

Die Hepburn's Mesa ist ein Hügel aus Sedimentgestein, das vor relativ kurzer Zeit - 2,2 Millionen Jahre - von einem Lavafluss überdeckt wurde. An der seitlichen Abbruchkante entdeckte der Hobby-Paläontologe John Hepburn, der 1909 in dieses Gebiet zog, zahlreiche Fossilien aus dem Miozän. Er eröffnete ein Museum mit seinen Funden, das nach seinem Tod im Jahr 1959 leider wieder geschlossen wurde.

Der schwarzrandige Steilhang an der Ostseite des Yellowstone River wird Hepburn‘s Mesa genannt. Sie wird bedeckt von Basaltlava, die von einem kleinen Vulkanschlot stammt, der schon lange wegerodiert ist. Geologisch ist die Lava „jung“, wahrscheinlich „nur“ 2,2 Millionen Jahre alt. Grössere Mengen von Eisen im Basalt lassen ohn schwarz erscheinen. Ein Teil des Eisens kristallisierte als Magnetit und in grösseren Mengen kann es Kompasse stören. Der Basalt liegt auf lockerem Kies, der wiederum auf älterem, hellen, feingranulärem Sedimentgestein liegt, das in einem alten See abgelagert wurde, der hier einst lag. Das Sedimentgestein der Mesa enthält zahllose Fossilien aus dem Miozän, einschliesslich alter Nager, Maulwürfe und einem Urpferd namens Merychippus, dem Urvater der heutigen Pferde. Auf dem Basalt der Mesa liegt eine eiszeitliche Moräne aus dem Pleistozän. Die Oberfläche ist buckelig und übersät von Findlingen. Viele Generationen lang jagten Indianer Bisons über die Klippen, um Nahrung und Häute zu gewinnen. Hepburn‘s Mesa ist benannt nach John Hepburn, einem Viehzüchter und Hobby-Paläontologen. Er kam 1909 hierher, nachdem er viele Jahre im Yellowstone Nationalpark gearbeitet hatte. Von 1935 bis zu seinem Tod 1959 führte er ein Museum mit Fossilien und geologischen Ausstellungsstücken, die er in der Gegend fand.

Yellowstone River
Aus dem Yellowstone Lake fliesst der Yellowstone River zunächst nach Norden, wo er in der Nähe von Gardiner, Montana, den Nationalpark verlässt. Er wendet sich dann nach Nordosten, wo er von rechts in den Missouri fliesst. Der Yellowstone River ist 1114 km lang. Nur unwesentlich länger ist der Rhein: 1233 km.

Yellowstone River
Aus dem Yellowstone Lake fliesst der Yellowstone River zunächst nach Norden, wo er in der Nähe von Gardiner, Montana, den Nationalpark verlässt. Er wendet sich dann nach Nordosten, wo er von rechts in den Missouri fliesst. Der Yellowstone River ist 1114 km lang. Nur unwesentlich länger ist der Rhein: 1233 km.

Die feingranulierten Sedimentgesteine wurden in einem alkalischen, flachen See abgelagert.
Die Fossilien, die nahe Hepburn‘s Mesa entdeckt wurden, zeigen, dass dieses Gebiet ein trockenes bis halbtrockenes Klima während des Miozäns vor 11-18 Millionen Jahren hatte.
Die Absaroka-Kette östlich der Strasse markiert das westliche Ende des Beartooth Plateaus und besteht überwiegend aus präkambrischem Grundgestein mit einer lokalen Decke aus Vulkangestein. Das Beartooth Plateau drückte sich vor etwa 55 Millionen Jahren durch Sedimentgesteine hoch und enthält einige der ältesten Gesteine der Erde.

© Ulrich Mattheus, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
"Hä?", werden sich die meisten da fragen. Hinter diesen Begriffen stehen eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zu einem Supervulkan. Von Portland/Oregon nach Moose/Wyoming im Grand Teton Nationalpark, sind es 1635 km. Unterwegs begegneten uns technische Meisterleistungen, geschichtsträchtige Orte und am Ende erwanderten wir die Caldera des ältesten Nationalparks der Welt.
Details:
Aufbruch: 18.05.2016
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 23.05.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 9 Wochen auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (1/1):
Blula 1550827523000
Lieber U­LI;­
Ich freue mich sehr, dass Du diesen er­stklas­si­gen Rei­se­bericht nun auch hier in diesem Forum verö­ffent­licht hast. Ja, ich kenne ihn bereits aus der GEO-RC, die nun leider ihre Pforten gesch­los­sen hat, aber ich habe ihn gerade noch einmal mit Freuden ge­lesen.
Du vers­tehst es einfach auch in diesem Bericht, Deinen Lesern Dein im­men­ses geo­lo­gisches Wissen auf vers­tändliche Weise näher­zub­rin­gen. Was man nir­gen­dwo sonst so einfach nach­le­sen könnte, erfährt man bei Dir aus erster Hand und dazu auch leicht vers­tändlich. Danke dafür.
LG Ursula