Kalifornien

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2019  |  von Uwe H

June Lake

Das nächste Quartier ist auf der Ostseite der Sierra Nevada gelegen.
Für den späteren Nachmittag ist am Lake Tahoe starker Wind angekündigt und Checkout bei den Rustic Cottages ist erst 11:00. Da fahre ich noch vor dem Frühstück mal zum nahen Donner Lake und paddle da eine Runde. Der stürmische Wind mit den dazugehörigen Wellen setzt aber schon gegen 8:00 ein, so dass dies eine kurze Runde wird. Auf dem Rückweg kommen Wind und Wellen wenigstens von hinten. Anschliessend lasse ich mir noch das Frühstück schmecken, das es ebenfalls bis 11:00 gibt und kann ohne Hektik packen.
Auf dem Weg zum nächsten Quartier in June Lake besuche ich das Nevada State Railroad Museum in Carson. Ein Highlight sind hier zwei Dampfloks von um 1870, die aussehen wie in einem beliebigen Western-Film. Das ist kein Zufall, denn die beiden Loks haben tatsächlich in vielen Hollywood-Streifen "mitgespielt" und blieben auch deshalb erhalten.

In Gardnerville mache ich ein paar Einkäufe beim letzten Walmart auf dem Weg. Mein Weg führt am Mono Lake vorbei, wo ich am Informationszentrum stoppe. Gegen 17:00 komme ich in June Lake an, die Lake Front Cabins sind leicht zu finden. Wir befinden uns jetzt in über 2300 m Höhenlage. In der Cabin gibt es ausführliches Informationsmaterial, u.a. auch zur Höhenkrankheit. Ich bleibe davon verschont, sicher half da die fast eine Woche am Lake Tahoe auf knapp 2000 m. Am Abend mache ich noch einen Rundgang durch den sehr überschaubaren Ort June Lake und zum benachbarten Gull Lake.

Am nächsten Tag geht es nach Mammoth Lakes. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es da viele schöne Bergseen. Ich fange mit dem Twin Lakes an, dann wandere ich rund um den Lake Mary. Weitere Seen sind der Lake Mamie und der Horseshoe Lake.

Bei letzterem stehen allerdings große Warnschilder, die vor einer erhöhten CO2-Konzentration aus Erdspalten warnen. Gegen Mittag mache ich einen Stadtbummel im Ort Mammoth Lakes. Zum Lunch kehre ich in Schat's Bakery ein. Dann statte ich der Touristeninformation einen Besuch ab. Ein Jahrespass für die Nationalparks lohnt sich "gerade so". Plötzlich gehen alle Lichter aus. Die Mitarbeiter nehmen das gelassen: Wegen des sich verstärkenden Sturms wird die Stromversorgung vorbeugend abgeschaltet. Durch beschädigte Freileitungen sollen keine Gefahren oder gar Brände entstehen.
Nachmittags geht es zu dem National Monument "Devils Postpiles". Die Zufahrt auf einer sehr kurvenreichen und schmalen Straße ist schon ein Erlebnis für sich. Vom Parkplatz aus ist es dann nur 1 km bis zu den berühmten Basaltsäulen.

Da es noch nicht so spät ist, mache ich noch die Wanderung zu den etwa 3 km entfernten Miranda Falls.
Auf dem Rückweg nach June Lake hat der Sturm zugenommen. Ich möchte mir trotzdem die übrigen Seen am June Lake Loop ansehen. Gleich der erste See, der Grant Lake hat meterhohe Wellen, die Gischt produziert Regenbögen.

Im weiteren Verlauf des Tals nimmt der Sturm etwas ab. Bei meiner Ankunft wartet eine Überraschung: Auf dem Platz, wo ich eigentlich mein Auto abstelle, liegt eine große Birke. Der Nachbar hat die Vermieter schon informiert. Eine Mitarbeiterin des Vermieters kommt auch wenige Augenblicke später. Mit der Birke kann sie natürlich erst mal nichts machen, aber die Cabins sind noch heil. Sie hilft routiniert über die Folgen des hier ebenfalls angekündigt abgeschalteten Stroms hinweg. Kerzen, Streichhölzer und eine Kurbellampe sind für jede Cabin schnell zur Hand. Die Gasheizung und das Warmwasser für die Dusche funktionieren unabhängig vom Strom (der nicht vorhandenen Elektronik sei dank). Mit dem Gasherd gelingt sogar die Herstellung eines brauchbaren Kaffees.

Der Strom ist auch am nächsten Morgen noch nicht wieder da, aber mit dem Gasherd sind Kaffee und Porridge zu Frühstück kein Problem. Eher ein Problem sind die geschlossenen Tankstellen im weiten Umkreis. Meine aktuelle Tankfüllung würde noch bis zum nächsten Quartier auf der Westseite der Sierra reichen, aber viel Reserve gibt es da nicht.
Ich mache zunächst eine Wanderung um den Gull Lake, dann gehe ich mit dem Paddelboard auf den June Lake. Der See ist nicht besonders groß, so dass ich ein zweite Runde beginne. Der Wind hat allerdings ziemlich plötzlich aufgefrischt und ich kehre vorsichtshalber um.

Am Nachmittag fahre ich an den weniger als einen Kilometer entfernten Gull Lake. Dieser See ist kleiner und liegt geschützter, so dass hier der Wind nicht so stört.

Bei der Rückkehr ist der Strom wieder da. Ich möchte mir noch das Tuffsteingebiet am Mono Lake ansehen. Das ist nur etwa 20 Minuten mit dem Auto entfernt. Vom Parkplatz aus gibt es einen Rundwanderweg am Ufer, der durch die eindrucksvollen, aber fragilen Tuffsteingebilde führt.

Eigentlich hatte ich erwogen, hier auch Paddeln und Baden zu gehen. Das Wasser ist aber extrem alkalisch, und ohne Süßwasserdusche danach (für mich und das Board mit Zubehör) ist mir das unangenehm. Schon ein ins Wasser gesteckter Finger fühlt sich irgendwie seltsam an.

© Uwe H, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diese Reise führt als Rundtour erst an der Küste nördlich von San Francisco entlang. Im weiten Bogen geht es dann zum Lake Tahoe an der Grenze zu Nevada und durch die Nationalparks Yosemite, Kings Canyon und Sequoia. Die Pazifikküste wird bei Monterey südlich von San Francisco wieder erreicht.
Details:
Aufbruch: 16.09.2019
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 29.09.2019
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Uwe H berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.