2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Argentinien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Chile 5380km/Argentina 7890km ab 01.01.2015: 11 Argentina – ab 31.01.2015 1630 km

Ziel: Von Ushuaia durch den Osten von Argentinien Richtung Norden bis nach Buenos Aires.
Hier Einreise aus Chile am Grenzübergang Paso Internacional Integración Austral und ab jetzt durch den Osten von Argentinien Richtung Norden bis Rada Tilly.
Wetter: Für Patagonien-Wetter außergewöhnlich gut, nur mäßig windig, sonnig erst < 25º weiter im Norden < 35º,
Wetter: Für Patagonien-Wetter außergewöhnlich gut, nur mäßig windig, sonnig erst < 25º weiter im Norden < 35º,
Schon bei der Ausreise aus Chile haben wir eine kilometerlange Autoschlange auf der Gegenspur gesehen und dann dies, ab der offiziellen Grenzlinie bis zur argentinischen Grenzstation diese doppelte Schlange von wartenden Autos.

Waren wir bisher doch immer recht schnell und zügig abgefertigt worden, so brauchen wir heute 2Std.45 Min bis wir auf unserem Laufzettel alle 4 Stempel haben und damit die Grenzzone wieder verlassen dürfen. Selber Schuld, wenn man(n) Samstags, Ende Januar, zur Hauptreisezeit einen der wichtigsten Grenzübergänge benutzt. Ab hier wird die Landschaft wieder flacher, eintöniger, Abwechslung bringst allenfalls noch dieses beleuchtete Autobahnstück bei Rio Gallegos,

einer ansonsten gesichtslosen Stadt, die einzige Sehenswürdigkeit, eine Holzkirche von 1900 ist fest verschlossen und die Flussuferpromenade, na ja,... Weiter geht die Fahrt, topfebene, schnurgerade Strassen,

allenfalls mal eine Gruppe Guanakos bringt noch Abwechslung.

Eigentlich wollten wir noch den NP Monte Leon besuchen, war leider schon geschlossen und der CP im Park ist auch vollbesetzt, fahren wir eben noch gute 20km weiter bis Cmte. Luis Piedra Buena, gehen dort auf den CP Isla Pavon (ARS 140), werfen erst den Grill an, dann ein schönes Stück Fleisch drauf und feiern Wochenende, Monatsende, läuten die letzten 80 Reisetage ein, sucht es Euch doch selberaus.
Am nächsten Morgen, vorbei an diesem Verkehrsopfer,

zurück in den NP Monte Leon, wandern dort erst mal 2km bis zur Pinguin Kolonie, die angeblich 60.000 Paare umfasst,

beobachten aus der Ferne die Pinguin-Surfer drunten im Wasser

und da hier der Trail quer durch das Brutgelände verläuft sehen wir die putzigen Kerle endlich auch mal so richtig aus der Nähe.

Die sind so neugierig darauf zu sehen welche Besucher heute da sind, ....

und jetzt noch ein Begrüßungsküsschen ???...

und jetzt noch ein Begrüßungsküsschen ???...

wir gehen runter zum Strand,

wandern dort bis zur Grotte,

die leider 2006 eingestürzt ist, gehen zurück auf die Strasse bis zur Isla Monte Leon mit ihrer Kormoran Kolonie

einst zum Guano Abbau ausgebeutet,

heute Naturschutzgebiet. Wir wandern noch weiter bis zum Sea Lion Rock mit seiner Seelöwen Kolonie

aber alle seine 300 Bewohner sind heute bei Ebbe anscheinend draussen beim Fischen. Macht nichts, schauen wir eben morgen früh dort nochmals vorbei, denn diesen Abend verbringen wir grillend und Abendrot beobachtend

auf den (kostenlosen) NP CP.
Heute Morgen Kormoran-Vollversammlung auf der Isla Monte Leon

und auch am Sea Lion Rock sind ganz weit draussen ein paar Seelöwen zu erkennen.

Im Guanako Valley sehen wir erwartungsgemäß etliche Guanakos

und draussen entlang der Hauptstrasse Richtung Norden noch zahlreichen Nandus.

Die Gran Bajo San Julian, mit 107m unter NN der tiefste Punkt des amerikanischen Kontinents kann leider nur von diesem Mirador aus, aus weiter Ferne bewundert werden,

das Tal selbst gehört zu einer Estanzia = Privatbesitz = Betreten verboten = Obelix....
Zeit zur Mittagspause, wir fahren ins nahegelegene Puerto San Julian, bewundern von draussen einen weiteren Nachbau der Nao Victoria

und lassen uns dann am Wasserfall-Flussschwimmbad für eine Weile nieder,

bevor wir dann die nächsten 300km Richtung Norden fahren, die Strassen schnurgerade bis zum Horizont, die Landschaft meist topfeben,

nur in derzeit ausgetrockneten Flusstälern geht es mal kurz in 1,2 Kurven um die 50m nach unten

um dann gleich wieder auf das Niveau des Plateaus anzusteigen. In Puerto Deseado ist Schluss für heute, wir gehen auf den CP Municipal (ARS 100/Nacht) und erholen uns von den Anstrengungen des Tages.
Hier in Puerto Deseado kann man sich für ARS 900 mit Zodiacs (= seefestes Schlauchboot mit starkem Aussenbordmotor) zur Isla Pinguino bringen lassen, oder so wie wir einfach den Costero Trail entlanggehen, zur Isla Quiroga hinüberblicken,

wo Möwen, Kormorane und Pinguine in friedlicher Eintracht leben,

gelegentlich einen Canyon umwandern,

der auch als Badeplatz benutzt werden kann

und einfach mal den Tag, den Sonnenschein, das Wetter geniessen. Wir legen so in 7h, 20km bei 200hm Profil zurück, holen uns beim Metzger nochmal eine Schulter von einem Patagonien Lamm, heizen zurück auf dem CP Municipal schon wieder den Grill an,...
Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach Seelöwen, die es hier an der Küste geben soll, aber sowohl an der Cueva de los Leones, als auch am Roca Leones und am Playa Leones lässt sich heute kein einziger blicken. Leicht enttäuscht fahren wir die 135km zurück zur Ruta 3 und auf dieser Richtung Norden bis an den Stadtrand von Caleta Olivia. Hier sehen wir am Strassenrand den perfekten Platz für die Mittagspause, ein riesiger gekiester Parkplatz oberhalb der Klippen, doch als wir dort nach unten zum Strand schauen, können wir es fast nicht glauben, da ist doch auf S 46º 48186', W 067º 48484' eine riesige, nirgends vermerkte / dokumentierte Seelöwenkolonie. Geschätzte 500 Tiere, alles sind da,

vom ausgewachsenen, um die 400kg schweren, bis 2,5m grossen Bullen

bis zu verspielten Jungtieren. Während die meisten faul an Land liegen,

sind andere mit schwimmen, fischen, oder mit der Verteidigung ihres Lieblingsplatzes beschäftigt.

Hier könnte man stundenlang rumsitzen und zusehen. Wir fahren irgendwann weiter auf der Ruta 3 die Küste entlang bis wir Rada Tilly erreichen, dort biegen wir nach Westen ab, durchqueren das Haupt?-Ölfördergebiet von Argentinien, mit Ölpumpen teilweise im 200m Abstand und aktiven Bohrtürmen, bis wir Sarmiento erreichen. Hier holen wir uns auf der Tourist-Info noch ein paar Unterlagen für unsere für Morgen geplante Besichtigung bevor wir uns dann auf dem CP Municipal Puente Traveso niederlassen (ARS 40/Nacht bei Minimalausstattung).
Am nächsten Morgen bringen uns erst 10km Teer- und dann noch 19km Schotterstrasse zum Monumento Provincial Bosque Petrificado Sarmiento, zur Zeit der Dinosaurier ein tropischer Palmenwald, der irgendwann in einem riesigen See versunken ist. Salze, Mineralien haben sich in das Holz eingelagert, die Bäume versteinert.

Heute geht man auf einem etwa 2km langen Pfad durch eine Wüstenlandschaft

und bestaunt, was Wind und Wetter mittlerweile wieder freigelegt haben.

Dazu noch im Hintergrund dieses Schauspiel an Farben, die uns den Lauf der Zeit hier verdeutlichen.

Es geht zurück nach Sarmiento, zurück durch das Ölfeld mit seinen Pumpen, mal vereinzelt,

mal dicht an dicht wie auf einem Schachbrett aufgereiht

und seinen Bohrtürmen zur Erschliessung neuer Förderquellen.

Wir erreichen Rada Tilly und fahren dort auf 7km Staubstrasse bergauf zur Reserva Punta Marques (ARS 20pP). Vor 30 Jahren wurde hier ein Reservat zum Schutz der einst doch recht dezimierten Seelöwen eingerichtet. Der Bestand hier hat sich von einst 500 auf Mittlerweile gut 3000 Tiere erholt.

Leider darf man die Tiere hier nur aus weiter Entfernung per (gestelltem) Fernglas beobachten.

Dafür erfahren wir von unserem sehr fachkundigen Führer, dass Seelöwen etwa 25 Jahre alt werden, Männchen eine Harem von 10-12 Weibchen haben, die Tragezeit etwa 12 Monate beträgt und die Weibchen bereits 5 Tage nach dem Wurf wieder trächtig werden können.
Von droben auf dem Berge in langer Blick auf den Strand von Rada Tilly,

hier ist es schön, hier lasst uns wohl sein. Wir ziehen für die nächsten 2 Nächte auf den CP Municipal 'Rada Tilly' (ARS 80/Nacht) und werden im nächsten Kapitel dann berichten was wir hier noch alles erlebt haben.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.