2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Uruguay-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Rückverschiffung ca. 13250km: Verschiffung 1 – ab 30.03.2015

Ziel: Seereise von Montevideo nach Hamburg.
Hier: Von Montevideo der Küste entlang bis Vitoria, Brasilien, 1760nm (nautical miles) = 3260km
Wetter: tagsüber sonnig, heiss, blauer Himmel < 30º.

30.03. (Tag 1) 20nm
Unser Agent hat uns gebeten bis 10h am Eingang zum Hafen von Montevideo zu sein. Gegen 8h verlassen wir den CP Paraíso Suizo und fahren noch die letzten 90km nach und quer durch Montevideo mit seinen für eine Großstadt eigentlich fast leeren Strassen

und seinen schönen Bauwerken.

Die Stadt müssen wir uns beim nächsten Mal noch etwas genauer ansehen. Am Hafeneingang treffen wir die 4 Mitreisenden, die wir alle unterwegs schon mal getroffen haben und unseren Agenten, der uns aufs Hafengelände geleitet. Beim Zoll geben wir unser Auto-Einfuhrdokument ab, fertig, um den Ausreisestempel bei der Migration kümmert sich der Agent und so stehen wir bereits gegen 10:30 neben unserem Schiff, der Grande Nigeria

und sehen den Entladearbeiten zu.

Ein fünfter Mitreisender stößt noch zu uns, bevor wir gegen 13h mit unseren Autos in den fast leeren Frachtraum dürfen.

Wir bekommen unsere Kabinen zugewiesen und unser erstes Mittagessen, 4 Gänge, italienische Küche, Pasta, Fisch,

Fleisch und Obst. Dazu noch ¼ l Rotwein, was wohl das Ende der schlanken Taille bedeuten dürfte. Nachmittags schauen wir von Deck aus beim Beladen zu,

um 17h wird die Heckklappe geschlossen,

ein Schlepper kommt, zieht uns von der Kaimauer weg

und schon sind wir auf dem Weg nach Zarate, ARG,

den ersten Hafen, den wir anlaufen werden. 18h, Zeit zum Abendessen mit Pasta, gebratenen Auberginen, Zwiebel-Fleisch, Banane und natürlich dem kleinen Rotwein.

31.03. (Tag 2), Montevideo über Buenos Aires nach Zarate, 177nm
Wir sind dabei uns an unseren neuen Tagesablauf zu gewöhnen, 7:00 Aufstehen, 7:30 Frühstücke, 11h dieses umfangreiche Mittagessen und 18h das fast genauso grosse Abendessen. Eine unserer Mitreisenden unterhält uns mit einem kleinen Morgenkonzert,

während wir auf dem erdbraunen Rio de la Plata die 18 Stunden lange Reise nach Zarate antreten.

Nachmittags um 16h ist Lotsenwechsel,

Buenos Aires wird im Abendrot passiert,

der abendliche Mond scheint durch den Antennenwald,

aber die Ankunft, das Anlegen in Zarate um 2h Morgens haben wir verschlafen.

01.04.(Tag 3) Zarate:
Um 7h morgens ein Blick über den Fluss auf diesen herrlichen Sonnenaufgang,

ein Blick flussabwärts auf den Containerkran

und ein Blick über den Hafen,

in dem hauptsächlich Autos auf ihre neuen Besitzer warten. Den Rest des Tages, von den Essenspausen abgesehen, verbringen wir damit die Be- und Entladearbeiten aussicherer Entfernung vom obersten Deck zu überwachen. Um 22h, das Beladen ist immer noch in vollem Gange, gehen wir total erschöpft erst mal ins Bett.

02.04.(Tag 4) Zarate->Buenos Aires->Montevideo, 177nm:
Irgendwann in der Nacht müssen wir abgelegt haben, denn als wir um 7h an Deck gehen, haben wir das enge Fahrwasser, das nach Zarate führt, bereits wieder verlassen.

Nach dem Frühstück kommt Buenos Aires in Sicht

und am Nachmittag passieren wir Montevideo. Das Wetter ist warm und sonnig, auch die lehmig braune Brühe des Rio de la Plata hellt sich langsam auf, wir nähern uns dem offenen Meer.

03.04.(Tag 5) Montevideo-> bis auf die Höhe von Chuy, Brazil ->
Heute ist den ganzen Tag über kein Land zu sehen

dazuhin ist es so kühl, so windig, dass sein Aufenthalt an Deck wenig Spass macht. Wir verbringen den Tag mit Lesen unter Deck, Nach dem Abendessen sitzen wir zu sechst um einen I-Pad und spielen Chinese Chess (Halma??).

04.04.(Tag 6) Vorbei an Porto Alegre -> Richtung Paranagua:
Es geht weiter Richtung Norden/Nord-Osten. Gegen Mittag ist stellenweise die Kettenlinie erkennbar.

Der Wind hat etwas nachgelassen, so dass wir zumindest stundenweise auch aufs Deck zum Lesen gehen können. Abends wird Anja erst einmal mit einem Kuchen überrascht,

bevor wir dann den Tag gemeinsam mit unseren Mitfahrern ausklingen lassen.

05.04.(Tag 7) Pontal do Parana, 20nm östlich von Paranagua:
Seit heute Nacht liegen wir gemeinsam mit noch etwa 60 Schiffen auf Reede vor der Ilha do Mel (Honiginsel),

über die wir vor ein paar Wochen erst gewandert sind. Das Wetter heute ist grau, schwül und teils sogar regnerisch,

geradezu ideal, den Ostersonntag mit einem 7 gängigem Mittagessen zu begehen. Wir dürfen heute erst um 12h zum Mittagessen erscheinen, aber dafür wird uns fast alles was das Herz begehrt serviert. Angefangen vom Krabbencocktail,

über Parmaschinken und Parmesan Käse,

Riesen-Garnelen

Tintenfischsalat, Pasta und Lammbraten bis zur Ostertorte,

lauter Leckereien, die wir gemeinsam mit dem Kapitän und seinen Offizieren verspeisen durften.

Den Nachmittag verbringen wir unter Deck zwischen Fernseh- und Gymnastik Raum, den Abend mit Karten- und Brettspielen.

06.04.(Tag 8) Ilha do Mel -> Paranagua, 756nm seit Montevideo:
Wir liegen den ganzen Tag auf Reede vor der Ilha do Mel, der Himmel teils trüb,

teils sonnig

und teils stürmisch, regnerisch.

Gegen 19h kommt der Lotse an Bord, werden die Anker gelichtet und irgendwann mitten in der Nacht erreichen wir den Hafen von Paranagua.

07.04.(Tag 9) Paranagua Hafen -> Santos, 147nm:
Noch vor dem Frühstück ein erster Blick auf den Hafen,

später schauen wir aus sicherer Entfernung erst dem Vollmond

und dann den Ladearbeiten zu.

Gegen 12h dann heisst es ‚Leinen los‘, es geht zurück, vorbei an Ponta do Sul unserem CP auf dem Festland,

vorbei an Encantadas auf der Ilha do Mel

wo wir vor 3 Wochen nach unserer Wanderung „kaltes Bier und eine grosse Portion in Olivenöl und Knoblauch gebratene Schrimp“ genossen haben, bis wir dann das offene Meer erreichen. Der Lotse geht von Bord

und wir fahren weiter Richtung Nord-Osten, dem Hafen von Ziel Santos entgegen.

08.04.(Tag 10) vor Santos auf Reede
Am Morgen erfahren wir, dass im Hafen von Santos einer der riesigen Getreidespeicher brennt, solange das Feuer nicht gelöscht ist, ist ein Einlaufen und Laden unmöglich. Draussen auf Reede verbringen wir den Tag mit Warten und Sonnenbaden.

09.04.(Tag 11) vor Santos auf Reede
Der Speicher brennt immer noch, am Horizont sind schwarze Rauchwolken erkennbar, auch diesen Tag verbringen wir draussen auf Reede mit Warten und Sonnenbaden.

10.04.(Tag 12) vor Santos auf Reede
Das Feuer in den Speichern ist endlich gelöscht, doch erst am späten Abend, bekommen wir endlich einen Lotsen, der uns in den Hafen von Santos geleitet. Somit nochmals ein Tag draussen auf Reede mit Warten und Sonnenbaden.

11.04.(Tag 13) Santos Hafen -> Rio, 204nm
Um 7h Morgens ist die Welt noch in Ordnung,

wir liegen im Hafen von Santos

und beginnen sofort nach dem Frühstück damit die Ladearbeiten zu überwachen,

erlauben uns zwischendurch ein Blick auf die verbrannten Getreidesilos,

‚unterstützen‘ gegen 14:00 den Lotsen beim Einsteigen

und geniessen dann die Fahrt entlang des Hafens mit seinem alten (Zoll??)-Gebäude,

vorbei an der Fähre die wir vor ein paar Wochen selbst benutzt haben,

ein letzter Blick auf die Skyline,

auf eine der Stadt gegenüberliegende kleine Festung

und schon sind wir wieder auf hoher See

mit Ziel Rio, wo wir 7h Morgens ankommen und ab da auf Reede liegen.

12.04.(Tag 14) Rio
Wir liegen den ganzen Tag vor dem Strand von Copabana auf Reede,

die Sonne scheint, der Zuckerhut und Corcovado grüßen aus der Ferne, unsere einzige Aufgabe heute ist auf den Abend zu warten, erst um 22:30 geht unsere Fahrt weiter,

bis in den Hafen von Rio wo wir morgen weitere Ladung aufnehmen sollen.

13.04.(Tag 15) Rio Hafen
Wir liegen im Hafen von Rio,

werfen einen Blick auf die Brücke, die hinüber nach Cabo Frio führt, wo wir vor einem Monat schon gewesen sind,

auf die Innenstadt von Rio, den Zuckerhut,

den Corcovado,

alles Sehenswürdigkeiten, die wir vor kurzem erst besucht haben und beschliessen als Bordwache zurückzubleiben, während unsere Mitreisenden nach dem Frühstück zu einem kurzen, geführten Ausflug nach Rio aufbrechen. Um 16h sind alle schon wieder an Bord und pünktlich zum Abendessen um 18h legen wir ab, mit Ziel Hafen von Vitoria.

14.04.(Tag 16) -> Vitoria Hafen, 278nm seit Rio
Während des Frühstücks berichten uns Mitreisende, dass sie am frühen Morgen ein paar Delphine gesehen haben. Ansonsten verläuft der Vormittag ereignislos, gegen 14:00 kommt der Strand von Vitoria in Sicht,

wir fahren unter dieser riesigen Brücke durch,

immer weiter Flussaufwärts, mal an solchen einfachen Häusern vorbei,

mal an solchen luxuriösen Sportanlagen,

kommen auch mal an Stellen vorbei, an denen der Fluss nicht viel breiter als das Boot ist,

um dann endlich um 15:30 im Hafen von Vitoria anzulegen.

Als endlich der ganze Papierkram erledigt ist, ist es auch schon wieder Zeit zum Abendessen. Zum Nachtisch erleben wir, wie das Boot nochmals ablegt und im engen Hafenbecken von zwei Schleppern um 180 º gedreht wird um dann in Richtung ‚Hafeneinfahrt‘ wieder am selben Pier anzulegen. Heute Nacht werden die Ladearbeiten jedoch ohne unsere Aufsicht stattfinden müssen, denn nach dem Essen wollen wir ja noch wie üblich paar Runden am Kicker (Tischfussball) spielen, bevor wir den Abend mit Brett- und Kartenspielen ausklingen lassen.

15.04.(Tag 17) Vitoria Hafen -> Atlantischer Ozean / offenes Meer
Die Hafenarbeiter waren in der Nacht recht fleissig, denn bereits um 7h sind wir bereit zum Ablegen. Es geht wieder die schon bekannte enge Hafeneinfahrt entlang,

vorbei an den kleinen Inselchen mitten im Fahrwassert,

ein letzter Blick zurück auf Vitoria, auf Brasilen, aufs Festland,

bevor wir die mehrtägige Reise quer über den Atlantischen Ozean antreten.

In ein paar Tagen (6-9, je nach Wetterlage, Wind und Strömung) werden wir dann Dakar im Senegal (Afrika) erreichen. Damit uns die Zeit nicht zu lang wird, lädt uns der Kapitän schon mal ein die Brücke zu besichtigen,

ansonsten verbringen wir die Zeit mit Sonnenbaden, Lesen, Spielen und im Fitnessraum.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.