Irland

Großbritannien-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2018  |  von Gerd Dorn

The Gobbins

Auf einer Halbinsel bei dem Ort Ballystrudder findet sich ein einzigartiges Erlebnis, eine Tour auf einem Klippenfad entlang der Küste.
Da man diesen nur innerhalb einer geführten Tour erkunden darf, hatten wir bereits im Voraus in Deutschland Tickets gebucht. Das Ticket kostet 15 Pfund pro Person, ist also vergleichsweise preiswert. Wir hatten gleich die erste Tour um 09:00 Uhr gebucht, mussten also rechtzeitig gegen 07:30 Uhr losfahren.
Nach einer Stunde Fahrt kamen wir dann zum Ort Ballystruder und fanden auch schnell das Besucherzentrum. Hier wurde zunächst unser Schuhwerk inspiziert. Ohne feste Schuhe geht hier gar nichts. Mit Karos Turnschuhen war man nicht einverstanden, man gab ihr kostenlos geeignetere Schuhe. Rucksäcke, Taschen oder ähnliches durfte man ebenfalls nicht mitnehmen. Es gab ein wenig Theater, weil der Guide dies auch auf mein kleines Kameratäschchen, dass ich am Gürtel befestigt hatte, ausweitete. Nach einem heftigen Disput legte ich dieses dann ab. Aber schön zu wissen, dass auch andere Nationen Vertreter haben, die Vorschriften pedantisch bis ins kleinste auslegen.

Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung ging es dann zunächst mit einem Shuttlebus zur Küste. Vor Beginn der Tour muss jeder Teilnehmer noch einen Helm aufsetzen. Der Klippenpfad ist kein Pfad im herkömmlichen Sinn, es handelt sich vielmehr um Stahlkonstruktionen, die an die Klippen gebaut und an diesen befestigt wurden. Dazwischen geht man durch Höhlen (da diese teilweise recht niedrig waren wurde jetzt auch der Sinn des Helmes klar) oder auch gelegentlich ein Stück auf gewachsenem Boden.

Der Küstenpfad "The Gobbin" schlängelt sich an den Küstenfelsen entlang

Der Küstenpfad "The Gobbin" schlängelt sich an den Küstenfelsen entlang

Hier wird der Besucher allerdings durch starke Geländer vor Unfällen geschützt. Das ganze wirkte sehr sicher und ungefährlich auf mich. Die Brücken und "frei schwebenden" Streckenabschnitte wurden nicht gleich nach dem selben Schema konstruiert, sondern variieren im Aufbau und in der Konstruktion.

Karo in der "Tubular Brigde"

Karo in der "Tubular Brigde"

Leider ist der Küstenabschnitt hier bei weitem nicht so sehenswert, wie beispielsweise beim Ring of Kerry oder den Cliffs of Moher. Dennoch hat man auch hier sehr schöne Fotomotive.

Schöne Ausblicke an der nordirischen Küste

Schöne Ausblicke an der nordirischen Küste

Von den Klippen aus sieht man gelegentlich Kolonien von Seevögeln. Hier soll auch die einzige Festlandskolonie von Papageientauchern in Nordirland beheimatet sein. Leider waren diese schon seit etwa zwei Wochen weg. Schade!
Man kommt an ziemlich tiefen Felsspalten vorbei, in einigen konnte man Vögel und in einer sogar eine Fledermauskolonie bewundern.

Bei "The Gobbin" handelt es sich um keinen Rundweg, man geht hin - und dann wieder zurück. Insgesamt hat die Tour knapp drei Stunden gedauert. Auch wenn die Küste hier nicht so spektakulär ist (Die Werbeprospekte versprechen etwas anderes, klar) ist es eine lohnende und empfehlenswerte Tour. Der Pfad ist zwar uneben und holprig, nennenswerte Ansprüche an die Kondition stellt er jedoch nicht. Klippen gibt es nur wenig bis gar nicht, daher ist die Bezeichnung Klippenpfad ein wenig irreführend.

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mietwagenrundreise durch die Grüne Insel
Details:
Aufbruch: 24.08.2018
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 02.09.2018
Reiseziele: Irland
Großbritannien
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 31 Monaten auf umdiewelt.