Irland

Irland-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2018  |  von Gerd Dorn

Dublin

Im Hotel war ein kleines Café integriert, in dem wir am nächsten Morgen zunächst frühstückten. Wir wollten erst am Nachmittag weiter und wollten unser Gepäck bis dahin im Gepäckaufbewahrungsraum lassen. Leider war dies nicht möglich - der Raum war bereits gefüllt. Was ist denn hier los? Ein paar Straßen weiter sollte ein Hotel sein, wo wir es abstellen können. Das hat auch geklappt, anschließend ging es frohen Mutes an die Erkundung von Dublin.
Irgendwas war so richtig komisch. Zwischen Straßen und Gehwegen standen überall Absperrgitter. Überall! Ich hab dann jemanden gefragt, was los ist, verstand die Antwort leider nicht. Phonetisch klang es wie The Phooop. Keine Ahnung. Für ein Popkonzert sperrt man doch nicht alles ab. War vielleicht Dublin-Marathon oder so etwas?
Egal. Über den Liffey zunächst zu den Resten der alten Stadtmauer. Die sind nun wirklich erbärmlich und man muss da nicht hin.
Dann an einer katholischen Kirche vorbei zur Christ Church.

Die Christ Church von Dublin
Vor der Kirche die allgegenwärtigen Absperrungen.

Die Christ Church von Dublin
Vor der Kirche die allgegenwärtigen Absperrungen.

Wenn man das erste mal vor einer irisch/britischen Kirche steht, ist man schon etwas beeindruckt. Ein Kirchenschiff endet in einem quadratischen Turm, davor sind quer zwei Anbauten angebracht um dem Gebäude den Grundriss eines Kreuzes zu geben. Das ganze aus ziemlich dunklen Stein. Erbaulich fand ich diese Optik nicht, eher bedrückend, einschüchternd.
Beim Bummel durch dir Innenstadt fielen zahlreiche im klassizistischen Stil gehaltene Bauwerke auf. Da mir dieser Baustil sehr gut gefällt, war ich natürlich hellauf begeistert.

Die City Hall im klassizistischem Baustil

Die City Hall im klassizistischem Baustil

Wir wollten uns auch das Schloss von Dublin anschauen. Leider war da kein durchkommen. Die Straßen waren alle gesperrt, davor uniformierte Einsatzkräfte, die den Durchlass für Passanten verweigerten. Wir versuchten verschiedene Wege, es war überall das Selbe.
Nun gut - haben wir das eben nicht gesehen. Über die Ha'penny Bridge (außer ihrer interessanten Geschichte ist sie nicht bemerkenswert) zum O'Connel Monument durch typisch britisch-irische Straßen,

Die Straßensilhouette ist häufig ähnlich: Unten farbenfrohe Einzelhandelsgeschäfte - darüber Wohnbebauung mit rotem Backstein

Die Straßensilhouette ist häufig ähnlich: Unten farbenfrohe Einzelhandelsgeschäfte - darüber Wohnbebauung mit rotem Backstein

Dann fand sich auf dem Weg am Liffey entlang in Richtung Osten eine Skulpturensammlung, die an die Great Famine (Die Große Hungersnot zwischen 1845 und 1849) erinnern soll. Abgehärmte, zerlumpte Gestalten mit wenigen Habseligkeiten oder schwachen Kindern auf dem Arm. Protagonisten, die ein Hohelied auf die Freie Marktwirtschaft und deren Selbstheilungskräfte singen, sei empfohlen sich mit diesem dunklen Kapitel der europäischen Geschichte zu beschäftigen.
An der Jeanie Johnston, einem alten Segelschiff, vorbei dann zur Samuel Becket Bridge. Eine eigenwillige Brückenkonstruktion, die architektonisch sehr interessant ist. Ziel war das Bord Gáis Energy Theater. Gibt es im Netz sehr schöne Bilder - die Realität war enttäuschend. Einfach nur ein moderner Bau aus Stahl und Glas.
Karo war fasziniert von der zahlreich vertretenden Streat Art. Mein Fall ist das nicht ganz so.

Ist das da an der Wand Kunst oder Schmiererei? Street Art Enthusiasten kommen in Dublin voll auf ihre Kosten.

Ist das da an der Wand Kunst oder Schmiererei? Street Art Enthusiasten kommen in Dublin voll auf ihre Kosten.

Durch das schöne Viertel an der Umgebung des Trinity College Dublin vorbei ging es dann zurück zum Hotel. Kurz davor warf ich einen Blick auf eine am Kiosk ausliegende Zeitung. Die Überschrift lautete: "The Pope in Dublin". Nun wurde alles klar. Der Papst besuchte ausgerechnet an diesem Samstag Dublin. Daher die Straßenabsperrungen, das nicht zugängliche Schloss und die exorbitanten Übernachtungspreise.
Autos waren jetzt am Nachmittag gar nicht mehr auf der Straße. War ja alles gesperrt. Wir gingen um unsere Koffer zu holen und wollten ursprünglich mit einem Taxi zum Mietwagenverleih. Ging nicht, weil ja alle Straßen gesperrt waren. Also zu Fuß los. Nach etwa 1,5 km waren die Straßen nicht mehr gesperrt, dafür war es jetzt auch nur noch ein knapper Kilometer bis zum Verleih. Da sind wir den dann auch noch gelaufen.

Den gemieteten Wagen Opel Corsa o.ä. hatten sie nicht, dafür gab es für das selbe Geld einen Skoda Rapid. Prima!
Rein und los! - Denkste, Irland hat ja Linksverkehr. Die ersten Kilometer waren gar nicht so einfach. Ursprünglich wollte ich die gesondert Mautpflichtige M50 meiden, der Typ bei der Autovermietung hielt das aufgrund der gesperrten Innenstadt für gar keine gute Idee. Also sind wir sie doch gefahren, obwohl ich kein gutes Gefühl dabei hatte.

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mietwagenrundreise durch die Grüne Insel
Details:
Aufbruch: 24.08.2018
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 02.09.2018
Reiseziele: Irland
Großbritannien
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 31 Monaten auf umdiewelt.