Irland

Irland-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2018  |  von Gerd Dorn

Cliffs of Moher

Ein paar Kilometer hinter Limerick grüßt die Silhouette des Bunratty Castles. Dabei handelt es sich um einen quaderförmig wirkenden grauen Betonklotz, der schon aus der Ferne abstoßend wirkt, Schnell weiter!

Von hier aus ist nur noch etwa eine Stunde bis zum kleinen Örtchen Doolin, an der atlantischen Westküste Irlands. Da die Cliffs of Moher nicht weit von hier entfernt sind und weithin angepriesen werden, platzt dieser Ort aus allen Nähten. Reisebusse vermengt mit PKW's und dazwischen viele Menschen.
Bezeichnenderweise heißt die Straße zum Hafen Fisher Street, hier fanden wir auch einen kostenfreien Parkplatz und den hiesigen Fahrradverleih.
Auch hier wieder: Fahrrad mieten kostet 15,00€ pro Rad. Egal ob für einen ganzen Tag oder nur für einen halben.
Nach dem Anmietprocedere sind wir dann schnell noch mal zum Hafen runtergeradelt - uninteressant, also weiter zu den Klippen.
Hinweisschilder zum Cliff Walk stehen genug, allerdings war der Beginn des Weges abgesperrt. Nur für Fußgänger! Keine Mopeds, keine Fahrräder. Na was soll das denn? Kurzentschlossen haben wir die Fahrräder über die Absperrung gehievt und sind weiter geradelt. Verdammt Clever! Der Weg - es handelt sich eigentlich nur um einen Trampelpfad - führt allerdings zeitweise direkt an der Steilküste entlang. Hier zu fahren wäre dann doch ein zu großes Wagnis - da schoben wir die Räder lieber.

Zu Beginn des Cliff Walks sind die Felsen nicht allzu steil.

Zu Beginn des Cliff Walks sind die Felsen nicht allzu steil.

Die Klippen sind zu Beginn nur etwa 10 Meter hoch. Vor dem Betreten der Kanten wird gewarnt, da diese abbrechen können. Der Weg von Doolin war nahezu unbenutzt. Nur gelegentlich trafen wir auf Spaziergänger, ansonsten ist man hier häufig allein mit der Natur. Die weiß schäumende Gischt ergibt einen herrlichen Kontrast zu der schwarzen Steilküste.
Unten in der Brandung tummeln sich verschiedene Vogelarten, denen man bei der Futtersuche zusehen kann.

Der Weg weiter am Cliff Walk entlang in Richtung Süden wird immer räudiger und schmaler. Pfützen sorgen schnell für durchnässtes Schuhwerk, rechts und links wuchern Hecken, so dass selbst das Schieben eines Fahrrads zur Qual wird. Karolin hatte zusätzlich mit dem Handycap ihres verletzten Fußes zu kämpfen, speziell für sie wurde es zur Tortur.

Die letzte Buch vor dem O’Brien’s Tower

Die letzte Buch vor dem O’Brien’s Tower

Wir kämpften uns bis zur letzten Bucht vor dem O’Brien’s Tower durch, dann ging gar nichts mehr mit den Rädern. Glücklicherweise fanden wir einen halbwegs vernünftigen Weg, der uns zur unweit gelegenen Straße brachte. Hier pausierten wir etwas, leider konnte Karo nicht mehr weiter. Die Strapazen des letzten Abschnittes hatten ihrem angeschlagenem Fuß doch zu sehr zugesetzt. Ich fuhr dann allein den letzten Kilometer über eine Hügelkuppe und war echt schockiert. Ein großer Parkplatz mit 12 Reisebussen, dazu viele PKW's und Wohnmobile, befindet sich hier. Die Insassen all dieser Gefährte bevölkerten den Turm und dessen Umgebung. Bisher konnten wir nahezu allein die urtümliche Natur bewundern und jetzt DAS. Dennoch stellte ich mein Rad ab und ging zum Turm hoch. Wenn man schon mal hier ist... Der Ausblick von hier ist allerdings grandios und erklärt die Menschenmassen.

Die Cliffs of Moher vom O’Brien’s Tower aus gesehen

Die Cliffs of Moher vom O’Brien’s Tower aus gesehen

Vom Turm bewegen sich die Massen dichtgedrängt auf einem straßenähnlichen Weg in Richtung Süden. Mir fehlte jeglicher Enthusiasmus, mich dort einzureihen. Mit dem Rad zu fahren war zwar aufgrund der Wegbeschaffenheit möglich, aufgrund der Menschentrauben leider nicht. Also bin ich schnell wieder zurück zu Karo, die sichtlich erholt auf mich wartete. Auf dem Hinweg hatten wir nicht bemerkt, dass der Weg dezent, aber stetig anstieg. Ist der Beginn bei Doolin noch nahezu auf Meeresspiegelniveau, haben die Klippen am Turm schon eine Höhe von etwa 200m. Da die Wegstrecke auf der Straße zudem deutlich kürzer ist, hatte die Straße ein deutliches Gefälle und wir sausten einfach nur die Straße nach Doolin zurück herunter.

Die Cliffs of Moher sind ein absolutes Must See in Irland. Allerdings sind sie nicht zum Fahrrad fahren geeignet. Von Doolin aus kann man die 7 bis 8 km zum O’Brien’s Tower auch zu Fuß bewältigen, der Weg zurück an der Straße entlang ist deutlich kürzer. Im gemütlichen Schritt in etwa 3 Stunden zu bewältigen. Die Situation am Turm wirkt zwar abstoßend, dennoch hat man hier den besten Ausblick, für einen kurzen Fotostop sollte man diesen auf jeden Fall besuchen.

Nachdem wir in Doolin die Räder zurückgegeben hatten, machten wir in einem Café noch bei Kaffee und Kuchen eine kurze Pause, bevor wir noch etwa eine Stunde in den östlich gelegenen Ort Gort fuhren. Unterkünfte in der Nähe der Cliffs waren ziemlich teuer, da fuhren wir lieber noch eine Stunde.

In Gort selbst erwartete uns eine Überraschung. Ein drei Sterne Wellness Hotel vom Feinsten. Für unter 50,00 € die Nacht, da müssen wir irgendein Sonderangebot mitgenommen haben. Das integrierte Restaurant hatte manierliche Preise, dort aßen wir zu Abend. Als ich fast fertig war, entdeckte ich ein etwa 3 cm langes Insekt auf meinem Teller, das dem Koch wohl in die Pfanne gefallen sein muss (Küche lieber nicht ankucken!!!!). Ich bin da nicht so eteputete, habs aber doch reklamiert und das Essen geschenkt bekommen. Klasse!

Karo ging es abends dann auch wieder gut.

Karo ging es abends dann auch wieder gut.

© Gerd Dorn, 2019
Du bist hier : Startseite Europa Irland Irland-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Mietwagenrundreise durch die Grüne Insel
Details:
Aufbruch: 24.08.2018
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 02.09.2018
Reiseziele: Irland
Großbritannien
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 31 Monaten auf umdiewelt.