"Kommen Sie, kommen Sie!", "Schmatz ned so" und "Proszę wódki"

Polen-Reisebericht  |  Reisezeit: August 2019  |  von Martin Mitterer

Wie viele andere Länder Europas hat Polen eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie reicht von einem einflussreichen und großen Königreich bis zu Zeiten, in denen Polen überhaupt nicht mehr existierte.
Welche bedeutende Rolle hier die katholische Kirche spielte, wurde mir erst während dieser Reise bewusst.

Polen ist vor allem auch eines: Ein Land mit freundlichen Menschen und großen Teilen noch unberührter Natur.

Anreise

Von Wien nach Kraków / Krakau

Es gibt Dinge, die sollte man einmal erlebt haben. Dazu gehört unter Umständen auch die Reise in einem Nachtzug. Vorraussetzung ist, dass man nicht viel schlafen will und auch keine Platzangst hat. Denn bei sechs Leuten kann es durchaus eng werden. Vor allem, wenn alle einen großen Koffer und einen Rucksack / eine Tasche mit haben.
Als ich mit meiner Reisegruppe, die sich aus 12 jungen Erwachsenen aus Tirol und Salzburg zusammensetzte, um ca. 22:50 in Wien in den Zug stieg, hatte ich noch keine Ahnung davon. Dementsprechend schwierig war es dann auch, die betreffenden zwei Liegeabteile zu erreichen. Denn am Anfang standen auf dem Gang verständlicherweise viele Koffer. Logisch, denn zuerst muss man sich ja klar werden, wer wo schläft und wie man das ganze Gepäck in den Gepäckfächern über der Tür unterbringt. Das nächste Problem besteht dann darin, die Temperatur im Abteil zu senken. Denn wer die Betten oben bezieht, kommt sich wie in einer Sauna vor.. Da ist es von großem Vorteil, dass man in polnischen Nachtzügen die Fenster öffnen kann. Etwas, das in österreichischen Zügen aus Sicherheitsgründen undenkbar ist. Auch die Leiter, mit der man die mittleren und die oberen Liegeplätze erreicht, hatte so ihre Tücken. Denn sie entwickelte recht oft ein unangenehmes Eigenleben, wenn jemand nach oben klettern wollte. Sprich, sie löste sich und kippte um.
Nach einer gefühlten Stunde war es dann allen gelungen, einen Liegeplatz zu finden.
Womit das nächste Problem ins Haus stand. Ich glaube, dass ich mit meinen etwas über 1,80m nicht übermäßig groß bin. Trotzdem scheint das die empfohlene Höchstgröße für den Liegewagen zu sein. Andernfalls hilft nur, die Füße anzuziehen oder zum Fenster hinauszustrecken. Vor allem bei der oberen Liege ist das ein Problem, weil dort der Schlafplatz durch die Deckenrundung und eventuell ins Bett ragendes Gepäck noch begrenzter ist. Eine Erfahrung, die ich bei der Rückfahrt von Warszawa / Warschau nach Wien machen durfte.

Einen Vorteil hat die Reise in einem Nachtzug aber schon: Man hat viel Zeit. Denn Verspätungen stehen auf der Tages- bzw. Nachtordnung, Da kann es schon vorkommen, dass der Zug eine Weile auf einem Bahnhof von einem Gleis aufs andere verschoben wird oder eine Stunde steht. Denn Nachtzüge haben Nachrang. Schließlich ist es ja auch relativ egal, ob man um 6:00 oder 8:00 in Kraków ankommt. Außer natürlich, man muss danach gleich zum Anschlusszug. Da das aber bei uns nicht der Fall war, war die ca. 90 minütige Verspätung auch kein großes Problem. Sie war sogar von Vorteil,. weil wir die Zimmer in unserem Hostel in Kraków erst um 14:00 beziehen konnten.

© Martin Mitterer, 2019
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 20.08.2019
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 30.08.2019
Reiseziele: Polen
Der Autor
 
Martin Mitterer berichtet seit 6 Wochen auf umdiewelt.