"Kommen Sie, kommen Sie!", "Schmatz ned so" und "Proszę wódki"

Polen-Reisebericht  |  Reisezeit: August 2019  |  von Martin Mitterer

Warszawa / Warschau: Aberglaube, Rücksäcke und der schönste Ausblick

Die kriegerische Seejungfer

Wer das Wappen Warszawas betrachtet, wird vielleicht von der barbusigen Seejungfer überrascht sein. Dennoch ist sie immer wieder anzutreffen. So auch auf einem der vielen Plätze, den es in der Stadt gibt. Hintergrund des Wappens ist eine alte Legende. In dieser wird erwähnt, dass eine Seejungfer von einem habgierigen Kaufmann gefangen wurde, der aus ihrem wunderschönen Gesang Profit schlagen wollte. Die Bewohner des kleines Fischerdorfes befreiten sie und bestraften den Kaufmann schwer. Daraufhin versprach sie, Warschau und ihre Bewohner zu beschützen.

Der Lauf um die Glocke

Ich finde es immer wieder interessant, dass sich trotz unserer rationalen Welt immer noch Spuren und Beispiele für alten "Aberglauben" finden. So auch bei einer großen Glocke. Denn es heißt, wer dreimal um die herumläuft und sie dann berührt, dem winkt das Glück. Dass wir das natürlich sofort ausprobiert haben, ist wohl klar.

Man kann nie genug Glück haben

Man kann nie genug Glück haben

Kleine Komplimente

Als wir auf dem Platz mit der großen Säule König Zygmunts / Sigismunds auf den Rest der Gruppe warteten, erhielt ich ein unerwartetes Kompliment. Denn eine junge Frau kommentierte meinen Rucksack mit den Worten "Nice backpack". Leider war ich zu verwundert und überrascht, um schnell genug zu reagieren. Ich konnte nur noch sehen, dass sie den selben Rucksack hatte, bevor sie wieder in der Menge verschwand. Ein passendes Foto von uns beiden habe ich also leider nicht.

König Zygmunt / Siegmund

König Zygmunt / Siegmund

Der schönste Ausblick Warszawas

Zum Abschluss dieses langen Tages genossen wir noch den - nach Ansicht vieler Warschauer*innen - schönsten Ausblick der Stadt: Den vom Aussichtsbereich des Kulturpalastes. Der Ausblick ist übrigens deshalb so schön, weil man den Palast nicht sieht. Einer Erzählung nach bot man der Stadt eines von zwei Geschenken an: Eine Metro oder den Kulturpalast. Und wie man sieht, hat sich die Stadt für letzteres entschieden. Inwieweit es in der Ostblockzeit wirklich eine Entscheidungsmöglichkeit gab, kannst du selber entscheiden.

Der Palast für Kultur und Wissenschaft

Der Palast für Kultur und Wissenschaft

© Martin Mitterer, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wie viele andere Länder Europas hat Polen eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie reicht von einem einflussreichen und großen Königreich bis zu Zeiten, in denen Polen überhaupt nicht mehr existierte. Welche bedeutende Rolle hier die katholische Kirche spielte, wurde mir erst während dieser Reise bewusst. Polen ist vor allem auch eines: Ein Land mit freundlichen Menschen und großen Teilen noch unberührter Natur.
Details:
Aufbruch: 20.08.2019
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 30.08.2019
Reiseziele: Polen
Der Autor
 
Martin Mitterer berichtet seit 3 Wochen auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (1/1):
Martin Mitterer [?] 1569498299000
Herz­lich wil­lkom­men. Danke für euer Inte­res­se an meinen Ein­drücken aus Polen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Kom­menta­re hinter­lasst. Ich freue mich auch über An­re­gun­gen und Impulse für spätere Reisen. Denn Polen sieht mich sicher wieder.