"Kommen Sie, kommen Sie!", "Schmatz ned so" und "Proszę wódki"

Polen-Reisebericht  |  Reisezeit: August 2019  |  von Martin Mitterer

Gdańsk: Altstadt

Schmale Fronten, günstige Wechselkurse und Speicher

Wie viele andere Städte Mittel- und Osteuropas teilte auch Gdańsk das Schicksal der Zerstörung. Im Gegensatz zu anderen polnischen Städten wurde Gdańsk aber erst nach dem Ende des zweiten Weltkriegs zerstört. Da es sich um eine "deutsche Stadt" handelte, wurde sie im Zuge des Einmarschs der Sowjettruppen systematisch durch Panzerbeschuss zerstört. Innerhalb der letzten ca 80 Jahre wurde dann viel in den Wiederaufbau investiert.

Gdańsk nach der Zerstörung 1945

Gdańsk nach der Zerstörung 1945

Im Rechtsviertel der Altstadt erfuhren wir dann, dass sich der Steuersatz für Gebäude nach der Anzahl der Fenster an der Straßenfront richtete. Je mehr Fenster, desto höher die Steuer. Darum waren die Häuser recht schmal und lang.
Außerdem stellten wir fest, dass sich die Wechselkurse der einzelnen Stuben zum Teil deutlich unterscheiden. Da ich bereits in Kraków gewechselt hatte, war mein Wechselkurs sehr schlecht.

Zu den bekanntesten Gebäuden der Altstadt zählen das Rathaus, das Goldene und das Grüne Tor, das Arsenal sowie die Marienkirche. Den sehr gestauchten Kirchturm erklärt man sich in Gdańsk damit, dass sich ein Riese daraufgesetzt hat. Der erste Teil des Aufstieg über eine enge Wendeltreppe gestaltet sich als abenteuerlich. Deshalb ist es für mich sehr sinnvoll, dass Auf- und Abstieg über getrennte Treppen verlaufen. Nicht auszudenken wäre hier Gegenverkehr von oben. Auf Höhe des Kirchendachs öffnet sich dann die Treppe und der Aufstieg ist zwar keineswegs einfacher. Lediglich das Gefühl, einen Drehwurm zu bekommen, fällt weg. Am Ende führen noch einmal ca. 10 der insgesamt über 400 Stufen auf einer sehr steilen Leiter hinauf. Der Ausblick auf Danzig ist dafür beeindruckend. Der Abstieg über die Wendeltreppe gestaltet sich wieder abenteuerlich. Wer so wie ich hinunter gerne die Hand auf den Handlauf legt, erleidet durchaus den einen oder anderen Adrenalinkick. Die abschließende steile Leiter konnte ich wirklich nur rückwärts bewältigen. Wer sich jetzt denkt: "So ein Sumser". Ja, so bin ich eben.

Das Rathaus mit dem schöneren Turm

Das Rathaus mit dem schöneren Turm

Das goldene Tor

Das goldene Tor

Die Marienkirche mit ihrem gestauchten Kirchturm

Die Marienkirche mit ihrem gestauchten Kirchturm

Das grüne Tor - warum "grün" weiß ich nicht

Das grüne Tor - warum "grün" weiß ich nicht

An der Motława / Mottlau wurden die alten Speicherstädte rekonstruiert

An der Motława / Mottlau wurden die alten Speicherstädte rekonstruiert

Wünsch dir 'was

Etwas oberhalb der Motława stehen hinter einem niedrigen Zaum Steine, die der Person, die sie betrachtet, einen Wunsch erfüllt. Wer sie auch noch umarmt, dem / der wird der Wunsch schneller erfüllt. Das sich ein paar in der Nacht zu den Steinen schlichen, versteht sich wohl von selbst.

Wunschsteine

Wunschsteine

© Martin Mitterer, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wie viele andere Länder Europas hat Polen eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie reicht von einem einflussreichen und großen Königreich bis zu Zeiten, in denen Polen überhaupt nicht mehr existierte. Welche bedeutende Rolle hier die katholische Kirche spielte, wurde mir erst während dieser Reise bewusst. Polen ist vor allem auch eines: Ein Land mit freundlichen Menschen und großen Teilen noch unberührter Natur.
Details:
Aufbruch: 20.08.2019
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 30.08.2019
Reiseziele: Polen
Der Autor
 
Martin Mitterer berichtet seit 3 Wochen auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (1/1):
Martin Mitterer [?] 1569498299000
Herz­lich wil­lkom­men. Danke für euer Inte­res­se an meinen Ein­drücken aus Polen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Kom­menta­re hinter­lasst. Ich freue mich auch über An­re­gun­gen und Impulse für spätere Reisen. Denn Polen sieht mich sicher wieder.