Sardinien mit Dachzelt Frühling 2018

Italien-Reisebericht  |  Reisezeit: April / Mai 2018  |  von Sina, Bernhard und Sia Mara Gruber

Von Cala Gonone ins Wasserdorf Sadali

03.05.2018 Von Cala Gonone ins Wasserdorf Sadali

Wir haben es ja fast schon geahnt. Uns weckte ein sehr zorniger Polizist. Er werkelte an unserem Zelt und schimpfte. Irgendwann kroch Bernhard die Leiter runter. Er wollte 50,00 €. Wir weigerten uns lange diese zu bezahlen und diskutierten. Erzählten ihm, dass uns gestern ein Campingplatz gar nicht mehr reingelassen hätte, was auch wirklich stimmte. Aber das war ihm alles egal und nörgelte weiter. Immer wieder schrie er Bernhard an, dass er italienisch reden sollte. Wir sind zwar am Lernen, aber so gut beherrschen wir die Sprache leider auch noch nicht. Da wir zumindest einen ordentlichen Strafzettel haben wollten, war er noch mehr verärgert. Ansonsten wäre das Geld wahrscheinlich in seine eigene Tasche gewandert. Wir konnten bald wieder lachen. So gesehen hatten wir bisher eh immer Glück. Lustigerweise hörten wir plötzlich Menschen, die uns als Schneckenbande vom Internet kannten. Ein Regensburger Pärchen blieb extra stehen um uns Hallo zu sagen. Entschuldigt, dass wir noch ein wenig neben der Spur aufgrund des Vorfalls in der Früh waren! Wegen der anhaltenden schlechten Wetterlage saßen wir uns in eine Bar im Ort Baunei und planten unsere Route. Das Wasserdorf Sadali in der Barbagia Seulo reizte uns schon immer sehr. Die kurvenreiche Fahrt dorthin zog sich eine Weile. Graue Wolken hangen in den Bergen. Wir kamen durch Gairo Vecchio. Es wurde durch einen Erdrutsch zu einem Geisterdorf, welches wir aber aufgrund des Niederschlags heute nicht genauer besichtigten. Nächster Halt war der größte Wasserfall Sardiniens Cascate di Lequarci in Ulassai. Abends erreichten wir endlich das hübsche kleine Dorf mit rund 1000 Einwohnern mitten im Gennargentu Gebirge. Auf Sardinien ist Sadali der Ort mit den meisten Quellen. Er liegt auf einer Hochebene, wo etwa 60 – 80 Prozent der jährlichen Regenmenge im Gestein gespeichert und kontinuierlich abgegeben wird. Wirklich überall hört uns sieht man Wasser plätschern. Es fließt unter den Häusern, durch die Wände und in den Bächen. Der Wasserfall Cascata di San Valentino liegt sogar im Zentrum. Im Moment wirkte alles sehr verlassen. In der Bar Pizzeria Da Corrado fragten wir nach, ob es irgendwo etwas zum Essen gibt. Daraufhin griff der Besitzer zum Telefon und rief tatsächlich seine Frau an, welche dann kam und uns etwas kochte. Die Sarden sind halt wirklich so nett. Nachdem wir unseren Hunger gestillt haben, wurde uns das nochmal richtig bewusst. Drei junge Burschen und ein pensionierter Polizist luden uns immer wieder auf Getränke ein. Zusammen amüsierten wir uns köstlich bis spät in die Nacht. Die Jungs sind anständig und nüchtern geblieben, da sie am nächsten Tag arbeiten mussten. “Pul“ der alte Mann hingegen brachte uns alle herzhaft zu lachen und war auch schon angeheitert. „Ahhuuuuu“, schrie er immer. Wir waren ihm sympathisch. Es ist echt der Wahnsinn, wie viel Spaß wir hatten, obwohl unser Italienisch noch nicht gut ist. Die wundervollen Menschen sagten, dass wir uns einfach auf die Piazza im Ort stellen können. So war dies unser heutiger Nachtplatz. Auch im Dachzelt hatten wir zu zweit noch viel gelacht. Bei dem Wetter war es ja auch kein Wunder, dass uns der Wein und das Bier so schmeckte.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wer uns kennt, unsere Reiseberichte gelesen hat oder auch vielleicht ein paar YouTube Videos gesehen hat, weiß dass unser Herz für Sardinien schlägt. Also ging es diesmal wieder nach Sardinien. Wir waren dennoch gespannt, da wir noch nie im Frühling auf die Insel gefahren sind.
Details:
Aufbruch: 21.04.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 13.05.2018
Reiseziele: Italien
Der Autor