GR 221 Tramuntana Mallorca - Ruta de Pedra en sec

Spanien-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2017  |  von Jessica & Sven Winkler

Inselüberquerung ca 130km 6500hm von Pollenca - St. Elm

Wenn die Berge rufen

Wer Mallorca von seiner natürlichen Seite kennenlernen möchte, sollte sich die Stiefel schnüren.. Die Insel bietet unzählige Wandertouren für jeden Geschmack der gern über stock und stein läuft.

Der Sommer auf Mallorca gehört den Strandfreunden. Zwischen Oktober und Mai geht es ein bisschen gemächlicher zu. .Dann wenn die Temperaturen auf der Insel WAnderwerte erreichen, kommen bis zu 120.000 Aktivurlauber aus halb Europa in die Berglandschaft der Insel. Zahlreiche Hotels vor allem im Bereich Agoturismo haben sich auf die besondere Kundschaft eingestellt und haben auch während der sogenannten Nebensaison geöffnet.

Mallorca ist ein wahres Eldorado für Outdoor-Fans und Rucksackträger.
Ausserdem lassen Ruhe, Atmosphäre, Meeresluft und insbesondere die milden Temperaturen den Glückshormonen beim sporteln freien lauf.

Die Serra de Tramuntana, jener gewaltige Gebirgszug und UNESCO-Welterbe, der sich von Andratx im Westen bis nach pollenca im Norden der Insel zieht, ist noch immer das Tourenziel der Wahl. Hier gibt es Routen für jeden Wunsch und in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden: Wanderwege zu den schönsten Gipfeln, durch verschlungene Wasserläufe, die sogenannten Torrents, und sogar in atemberaubende Höhlensysteme. Die bekannteste Strecke ist nach wie vor der Fernwanderweg GR221, der sich über 130 km quer durch die Berge, zieht, durch duftende Pinienwälder, und vorbei an herrlichen Ausblicken auf benachbarte Gipfel und das Meer.
Seine Bezeichnung Ruta de pedra en sec ( Route der Trockensteinmauern ) erhilet der Fernwanderweg, weil ein Grossteil der Strecke über traditionell gepflasterte Pfade und entlang von Natursteinmauern führt. Sie sind als Gebirgsgrenzen und zur Befestigung von Terrassenfeldern ständige Wegbegleiter des Wanderers.

Schützhütten ermöglichen Wanderern gleich mehrere Tage unterwegs zu sein und so die Insel auf eine ganz besondere Art und Weise kennenzulernen. Nicht beim Sonnenuntergang an der Küste, sondern mit einem wunderbaren Sonnenaufgang über den Gipfeln.
Eine vorherige Reservierung der übernachtungen mit Frühstück oder Halbpension oder ohne alles ist vor allem ratsam am Wochenende, da an diesen Tagen die mallorquiner auch ganz gerne die Bergstiefel schnüren um 1-2 Tagestouren zu unternehmen. Plant man unter der Woche zu laufen ist es für 1-2 Personen nicht unbedingt notwendig die Refugis vorzubuchen. Das macht die Tour etwas flexibler, oder man plant sich eben schon 1-2 Ruhetage ein. z.b. in Soller oder

Es gibt noch kein in sich geschlossenes, gekennzeichnetes Wegenetz, da viele Wanderwege über privates führen und manche Grundeigentümer dem Wandertourismus wenig Begeisterung entgegenbringen. Trotz mancher Verbotsschilder stösst man indessen nur selten auf ernsthafte Hindernisse

Von Pollenca bis nach Deja gibt es ein in sich geschlossenes Wegenetz mit unübersehbaren Wegweisern und Refugis als Übernachtungsmöglichkeit . Der südliche Teil von Valdemossa - Port dÁndratx ist in Teilen noch unbeschildert. Hier fehlen offizielle Ausschilderungen. Jedoch haben private Organisationen und Wanderer diese Wege und Pfade mit kleinen Steinpyramiden ( Steinmännchen) und Farbmarkierungen gekennzeichnet. Sie weisen vor allem an unsicheren und kritischen Stellen den richtigen Weg. Neben Gattern und Toren sind sog. Trockensteinmauern, die ohne Mörtel aufgeschichtet wurden, sowie Zäune kleine zu überwindende Hindernisse. Fast immer können diese aber mit Hilfe einer aufgestellten Leiter überwunden werden. Hier lohnt es sich allerdings die Augen immer nach dem nächsten Steinmännchen oder Farbklecks offen zu halten. Es macht den südlichen Teil jedoch viiieel Abenteuerlustiger als die manchmal schon zu viel aufgestellten Wegweiser im Norden.

Wer nur beschränkt Zeit hat oder nur einen Teil der Strecke gehen möchte, kann ab Valldemossa in 5 Tagesetappen, ab Deia in 4 oder als 3-tägige Variante ab Port de Soller einsteigen.

Beste Wanderzeit ist im Fühjahr ( März-Juni) und Herbst ( Mitte Sept. - Ende Nov. ) Im Sommer ist es meist zu heiss für Touren im Gebirge auf oft schattenlosen Pfaden und im Winter kann es durchaus im Gebirge auch mal schneien oder Neben und Regen kann die Tour erschweren oder sogar unmöglich machen.

WAsser: Auf dem Weg gibt es nicht viele Quellen, also bitte immer an ausreichend Wasser denken. Das Wasser in den Berghütten kann bedenklos getrunken werden. Dort haben wir auch immer unsere Flaschen für den nächsten Tag gefüllt. Einkehrmöglichkeit oder ein Supermarkt in den Ortschaften oder kleinen Städten auf dem Weg für die Proviantbeschaffung sollte immer genutzt werden, sehr viele davon gibt es unterwegs nicht.. Im Refugi kann man sich auch bei Bedarf eine Lunchbox kaufen.

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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 06.11.2017
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 13.11.2017
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Jessica & Sven Winkler berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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