Mit dem Auto durch Österreich: Vignette, Brenner und Streckenmaut richtig planen

02.11.2026  |  von Martin Gädeke

Wer mit dem eigenen Auto durch die Alpen fährt, genießt die Freiheit der Straße: ein spontaner Stopp am Bergsee, ein Kaffee mit Aussicht, Pässe und Täler im eigenen Tempo. Damit der Urlaub nicht mit einem Ärgernis an der Autobahn beginnt, lohnt vorab ein Blick auf die Maut. Österreich kennt zwei verschiedene Systeme, und genau die werden gern verwechselt.

Die Vignette: Pflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen

Auf dem gesamten Autobahn- und Schnellstraßennetz brauchst Du eine gültige Vignette, auf Landstraßen nicht. Vignettenfrei sind nur einzelne Abschnitte direkt hinter der Grenze, zum Beispiel die A 1 zwischen Walserberg und Salzburg Nord, die A 12 bis Kufstein-Süd und die A 14 bis Hohenems. Danach muss die Vignette gültig sein, und zwar vor der Auffahrt: Nachträglich kaufen geht nicht. Wer ohne Vignette kontrolliert wird, zahlt 200 € Ersatzmaut, und die ersetzt die fehlende Vignette nicht einmal.

Am bequemsten ist die digitale Variante. Wer die Österreich-Vignette online kaufen möchte, registriert sie direkt auf das Kennzeichen und spart sich den Weg zur Tankstelle. Das ist übrigens bald ohnehin der einzige Weg: Die Klebevignette 2026 ist die letzte, ab dem 1. Dezember 2026 gibt es Vignetten nur noch digital.

Was Europamaut für Autoreisende bedeutet

Europamaut ist ein Anbieter für digitale Vignetten in mehreren europäischen Mautländern. Der Ablauf passt gut zu spontanen Touren:

  • Sofort gültig: Die digitale Vignette gilt, sobald die Registrierungsbestätigung vorliegt, in der Regel nach wenigen Minuten. Den Starttag der 10-Tages-Vignette kannst Du frei wählen.
  • Ans Kennzeichen gebunden: Es gibt nichts, was an der Windschutzscheibe haftet oder verloren gehen kann. Wichtig ist nur, das Kennzeichen beim Kauf richtig einzugeben.
  • Kein Kleben, keine Warteschlange: Du brauchst weder Aufkleber noch Stopp an Tankstelle oder Grenze.
  • Papierlos: Alles läuft digital, das ist auch die umweltfreundlichere Lösung.
  • Gängige Zahlarten: Bezahlen kannst Du zum Beispiel per PayPal, Kreditkarte oder Google Pay.
  • Support per E-Mail: Bei Fragen hilft das Europamaut-Team rund um die Uhr per E-Mail.

Für Vielfahrer gibt es bei Europamaut außerdem eine Flatrate: Sie bezieht sich auf die 10-Tages-Vignette für Pkw und lässt sich monatlich kündigen. Jede Vignette aktivierst Du für Dein jeweiliges Reiseland und Deinen Reisezeitraum selbst.

Der Brenner: Streckenmaut statt Vignette

Wer über die Alpen nach Italien fährt, begegnet dem zweiten System, der Streckenmaut. Auf einzelnen Abschnitten zahlst Du eine eigene Gebühr, etwa auf der A 9 Pyhrn, der A 10 Tauern, der A 11 Karawanken, der S 16 Arlberg und der A 13 Brenner. Dort entfällt die Vignettenpflicht. Die Anfahrt, etwa über die A 12 durchs Inntal, ist dagegen vignettenpflichtig.

Für die gesamte A 13 gilt die Streckenmaut: Laut ASFINAG kostet die Einzelfahrt 2026 für Pkw bis 3,5 t 12,50 €, hin und zurück sind es also 25,00 €. Die Europabrücke ist darin bereits enthalten. Wer die Strecke häufiger fährt, findet bei der ASFINAG eine Mehrfahrten-Karte. Alles Wichtige zur Maut am Brenner inklusive der Unterschiede zur italienischen A22 findest Du kompakt in den Ratgebern von Europamaut. Wichtig zu wissen: Südlich der Grenze gibt es in Italien keine Vignette, dort wird nach Strecke und Fahrzeugklasse abgerechnet, an der Mautstelle bar oder per Kreditkarte.

Kurz vor der Abfahrt prüfen

  • Vignette für das richtige Kennzeichen und das richtige Zulassungsland registriert?
  • Starttag passend zur Reise gewählt?
  • Streckenmaut auf der Route (Brenner, Tauern, Arlberg) eingeplant?

Wer diese drei Punkte abhakt, kann sich auf das konzentrieren, wofür man in die Alpen fährt: die Landschaft.

© Martin Gädeke, 2026
Der Autor
 
Martin Gädeke hat www.umdiewelt.de vor über 25 Jahren gegründet, ist aber nur einer von tausenden Aut­oren - und bei Weitem nicht der Aktivste. Dafür ist er für alles andere auf der Seite zuständig und immer für Dich erreichbar!
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