Hunde füttern in unterschiedlichen Ländern
Wie Hunde in unterschiedlichen Ländern gefüttert werden, unterscheidet sich weltweit, denn Einfluss darauf haben unter anderem Kultur und Einkommen. Während in vielen Industrieländern Fertigfutter die führende Fütterungsart ist, sind in anderen Regionen Barf, selbst gekochte Mahlzeiten oder Essensreste beliebter.
Auf dem globalen Hundefuttermarkt dominiert insgesamt weiterhin Trockenfutter, da es lange haltbar, einfach zu lagern und vergleichsweise günstig ist. Nassfutter stellt nach Trockenfutter die zweitgrößte Produktkategorie weltweit dar und wird Hunden häufig als Alleinfutter oder Ergänzung zum Trockenfutter gefüttert.
Barf als Biologisch Artgerechte Rohfütterung gewinnt vor allem in Europa, Australien und den USA zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Hundehalter entscheiden sich für das Barfen und bestellen die Zutaten bequem über einen Barf Onlineshop. Barf bleibt weltweit betrachtet eine besondere und umstrittene Form der Hundeernährung.
Welche Hundenahrung ist weltweit beliebt?
Welche Hundenahrung weltweit beliebt ist, unterscheidet sich je nach Region und vor allem die Kultur, das Einkommen, die Infrastruktur, die Vorschriften und die Verfügbarkeit von Futtermitteln bestimmen die bevorzugte Fütterungsart. Nordamerika gilt weltweit als größter Verbraucher von Hundefutter, gefolgt von Europa.
In Nordamerika und Europa ist die Auswahl an Futtermitteln für Hunde und andere Haustiere besonders groß. Der Heimtiernahrungsmarkt in Nordamerika und Europa reicht von klassischem Trocken- sowie Nassfutter in allen Qualitätskategorien und Preisklassen über Barf bis hin zu vegetarischen oder veganen Produkten.
Welche Hundenahrung in Europa, Indien, den USA, Japan, Australien und Südafrika am beliebtesten ist, stellen wir im Folgenden detailliert vor.
Hunde füttern in Europa
Das Füttern der Hunde in Europa zeichnet sich durch eine besonders große Vielfalt bei der Hundeernährung aus. Trockenfutter ist in den meisten europäischen Ländern die am häufigsten verwendete Fütterungsart bei Hunden. Neben Trockenfutter wird bei der Hundeernährung auch Nassfutter allein oder in Kombination mit Trockenfutter regelmäßig eingesetzt. Vor allem in Deutschland, Österreich, Skandinavien, Großbritannien und der Schweiz wächst das Interesse an Barf.
Im Gegensatz zu Fertigfutter oder Barf sind selbst gekochte Mahlzeiten für Hunde in Europa vergleichsweise selten. Europäische Hundehalter legen häufig großen Wert auf eine transparente und offene Deklaration der Zutaten, hochwertige Rohstoffe und eine regionale Produktion. In den letzten Jahren steigt die Nachfrage in Europa nach fleischreduzierten oder vegetarischen Futtermitteln. Oft verwendete Zutaten im europäischen Hundefutter sind Huhn, Rind, Karotten, Kürbis, Kartoffeln und Zucchini.
Hunde füttern in Indien
Viele Hunde in Indien werden mit selbst gekochten Mahlzeiten oder Essensresten gefüttert. Die meisten Hunde werden fleischarm oder vegetarisch ernährt, weil auch ein großer Teil der Bevölkerung in Indien vegetarisch lebt. Industrielles Trockenfutter gewinnt besonders in größeren indischen Städten zunehmend an Bedeutung.
Nassfutter spielt in Indien im Gegensatz zu Trockenfutter oder selbst gekochtem Futter bislang nur eine untergeordnete Rolle. Barf als Rohfütterung ist in Indien kaum verbreitet, weshalb auch die Auswahl an Barf Shops sehr begrenzt ist. Typische Zutaten in selbst zubereiteten Mahlzeiten für Hunde in Indien sind Reis, Huhn, Lamm, Eier, Linsen, Karotten, Moringa, Joghurt und Paneer.
Hunde füttern in den USA
In den USA werden die meisten Hunde mit sehr fleischlastigem Trockenfutter gefüttert, gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Barf kontinuierlich. Nassfutter und selbst gekochte Mahlzeiten werden in den USA zwar ebenfalls als Form der Hundeernährung genutzt, sind insgesamt jedoch weniger relevant.
Getreidefreie Rezepturen und Futtermittel mit nur einer tierischen Proteinquelle werden in den Vereinigten Staaten immer beliebter. Aufgrund der großen Auswahl an Hundefutter in den USA fallen Qualität, Zusammensetzung und Preis entsprechend unterschiedlich aus. Häufige Zutaten im Hundefutter auf dem amerikanischen Tierfuttermarkt sind Huhn, Truthahn, Rind, Mais, Süßkartoffeln, Reis und Karotten.
Hunde füttern in Japan
Die Hundefütterung in Japan beschränkt sich größtenteils auf das Selbstkochen oder die Fütterung von Premium-Nassfutter. Barf ist in Japan bislang nur wenig verbreitet. Trockenfutter wird in Japan deutlich weniger gefüttert als Nassfutter. In Japan leben überdurchschnittlich viele kleine Hunderassen, was sich bei der Nachfrage nach Hochwertigkeit auch auf das verkaufte Futter auswirkt.
Aufgrund der starken Vermenschlichung von Haustieren in Japan nimmt die gesundheitsorientierte Ernährung einen hohen Stellenwert ein, weshalb vermehrt auf hochwertige Zutaten, gut verdauliche Rezepte und eine natürliche Zusammensetzung geachtet wird. Typische Zutaten beim Selbstkochen von Hundefutter oder im Premium-Nassfutter sind in Japan Huhn, Fisch, Reis, Satsumaimo als Süßkartoffel, Kürbis und Furikake als Topping.
Hunde füttern in Australien
In Australien ist Trockenfutter die am häufigsten verwendete Fütterungsart für Hunde. Neben Trockenfutter wird in Australien die Barf Ernährung immer beliebter, sodass viele Hundehalter rohe Fleischprodukte verfüttern. Besonders in Küstenregionen Australiens wird Hunden teilweise auch frischer Fisch oder Fischreste gegeben.
Regionale Zutaten und nachhaltig produzierte Futtermittel gewinnen in Australien zunehmend an Bedeutung. Nassfutter für Hunde hat in Australien eher einen geringeren Stellenwert, genau wie selbst gekochte Mahlzeiten. Häufige Zutaten im Hundefutter in Australien sind Rind, Lamm, Huhn, Känguru, Süßkartoffeln, Kichererbsen, Reis oder Sorghum und Kelp.
Hunde füttern in Südafrika
In Südafrika wird der größte Teil der Hundepopulation mit Trockenfutter gefüttert. Neben Trockenfutter sind in Südafrika selbst gekochte Mahlzeiten und Essensreste ebenfalls weit verbreitet. Nassfutter oder Barf wird in Südafrika deutlich seltener gefüttert. In städtischen Gebieten wird bei Hunden häufig industriell hergestelltes Alleinfutter verwendet, in ländlichen Regionen sind selbst zubereitete Mahlzeiten und verfügbare Lebensmittel wichtig.
Südafrika verfügt über eine gut entwickelte Heimtierbranche, weshalb hochwertiges Trockenfutter vieler nationaler und internationaler Hersteller problemlos erhältlich ist. Zu den typischen Zutaten in südafrikanischem Hundefutter gehören Huhn, Rind, Strauß, Maisbrei (Pap), Pet Mince als gehacktes Fleisch, Reis und Sorghum.
Was sind internationale Vorschriften zu Hundefutter?
Die internationalen Vorschriften zu Hundefutter unterscheiden sich weltweit deutlich, da jedes Land oder jeder Kontinent eigene Rechtsvorschriften hat. Die internationalen Vorschriften zu Hundefutter legen unter anderem Anforderungen an Sicherheit, Kennzeichnung und Zusammensetzung von Futtermitteln fest.
Die einzelnen Richtlinien, Gesetze und Verordnungen zu Hundefutter der einzelnen Länder fasst die folgende Liste im Detail zusammen:
- EU-Futtermittelrecht in der EU: Das EU-Futtermittelrecht von der Europäischen Kommission regelt die Herstellung, die Kennzeichnung, den Vertrieb, die Hygiene und die Sicherheit der Futtermittel für alle vom Menschen gehaltenen Tiere wie Heimtiere sowie Nutztiere in der EU.
- Keine gesetzlichen Vorschriften in Indien: In Indien gibt es keine gesetzlichen Vorschriften zur Hundeernährung, dafür aber die freiwillige Norm BIS IS 11968:2019 des Bureau of Indian Standards (BIS). Die BIS IS 11968:2019 definiert freiwillige Qualitätsanforderungen für Hunde- und Katzenfutter in Indien.
- AAFCO in den USA: Die AAFCO (Association of American Feed Control Officials) erstellt Nährstoffprofile und Kennzeichnungsrichtlinien für Futtermittel in den USA, während die FDA (Food and Drug Administration) die Produktsicherheit überwacht. Jeder US-Bundesstaat hat eigene Vorschriften für die Tiernahrung.
- Pet Food Safety Act in Japan: Der Pet Food Safety Act enthält Vorgaben zur Sicherheit und Kennzeichnung von Heimtierfutter in Japan, wobei die Höchstgehalte für Schadstoffe, Vorschriften zur Kennzeichnung und die Rückverfolgbarkeit festgelegt werden.
- Keine gesetzlichen Vorschriften in Australien: In Australien gibt es keine gesetzlichen Vorschriften zur Hundeernährung, dafür aber den freiwilligen Standard AS 5812:2023. Der AS 5812:2023 legt freiwillige Richtlinien für die Herstellung, Sicherheit und Vermarktung von Haustierfutter fest.
- Act 36 in Südafrika: Der Fertilizers, Farm Feeds, Agricultural Remedies and Stock Remedies Act 36 aus dem Jahr 1947 ist ein Gesetz in Südafrika, das die Herstellung, die Registrierung, den Verkauf und den Import unter anderem von Futtermitteln in Südafrika überwacht.
Was sollten Hundehalter bei der Fütterung auf Reisen beachten?
Hundehalter sollten bei der Fütterung auf Reisen beachten, dass die Vierbeiner das gewohnte Futter weiterhin fressen und man es deshalb entweder mitnehmen oder vor Ort kaufen muss. Man sollte die Fütterung bereits vor Antritt der Reise detailliert planen, damit der Urlaub für den Hund möglichst stressfrei verläuft.
Ein plötzlicher Futterwechsel im Urlaub sollte vermieden werden, weil dies mit hoher Wahrscheinlichkeit Verdauungsprobleme beim Hund auslöst. Wer das gewohnte Futter mitnehmen möchte, sollte sich vorab über die Einfuhrbestimmungen des Ziellandes, besonders bei rohem Fleisch und Barf Produkten, informieren. Falls man sich dafür entscheidet, das Hundefutter vor Ort zu kaufen, muss man sich darüber informieren, ob das gewohnte Futter am Urlaubsort erhältlich ist.
Muss das mitgenommene oder gekaufte Futter vor Ort gekühlt werden, sollte bei der Unterkunft sichergestellt werden, dass ausreichend Kühlmöglichkeiten vorhanden sind. Bei der Mitnahme des Futters muss es potenziell auch während der Hinreise gekühlt werden. Für viele Reisen zum Hunde füttern in unterschiedlichen Ländern eignen sich Trockenfutter oder haltbares Nassfutter besonders gut, da sie sich unkompliziert transportieren, immer vor Ort kaufen und einfach lagern lassen.