Australien nach Deutschland

Reisezeit: September - Dezember 2008  |  von Aline Hofmann

Island-Hopping

Als wir endlich unser Visum fuer Indonesien hatten konnte es dann los gehen. Das Schiff haben wir leider nicht mehr zu sehen bekommen, da es da Probleme gab und sie noch gar nicht wussten, ob sie es ueberhaupt hochholen koennen.
Von Dili aus kam dann eine 12-stuendige Busfahrt nach Kupang auf uns zu. Busfahrten in Indonesien sind immer wieder ein Erlebnis. Es wird grundsaetzlich versucht etwa ein Drittel mehr Leute reinzupacken als Sitze vorhanden sind, damit es sich auch lohnt. Das ist bei einer so langen Busfahrt schon an sich unbequem, da man nicht gross Moeglichkeiten hat seine Position mal zu aendern und in der Hitze eigentlich nicht auch noch permanenten Koerperkontakt braucht. Dazu kamen dann aber noch Dutzende Huehner, Saecke und Boxen, mit denen jedes bisschen noch vorhandener Platz ausgefuellt wird. Alles weitere was noch so mit musste (weitere Menschen, Gepaeck, Ziegen, Schweine...) wurde aufs Dach gepackt. Als einmal noch ein weiteres Schwein mitsollte, aber auf dem Dach absolut kein Platz mehr war, haben sie es in einem kleinen Bambuskaefig einfach an die Heckscheibe geschnallt. Auf einer 2 stuendigen Busfahrt auf Sumbawa hatten sogar wir mal das Glueck aufs Dach gepackt zu werden. Es war viel luftiger und bequemer da oben und man hatte eine tolle Aussicht. Nur Inge war nach einer Weile nicht mehr so beigeistert, da ihr staendig ein tiefliegender Ast ins Gesicht gepeitscht hat.
Aber zurueck zum Anfang: in Kupang angekommen warn wir dann so erschoepft, dass wir auf dem Markt etwas gegessen haben und sofort ins Bett sind. Da bin ich dann nicht mehr so schnell rausgekommen, da es mir ziemlich schlecht ging. Wir haben dann schnell herausgefunden, dass Touristen oft Probleme kriegen, wenn sie auf dem Markt essen, da es dort kein laufendes Wasser gibt und das Geschirr den ganzen Tag in der selben Schuessel Wasser gewaschen wird. Bei Inge, die einen sensibleren Magen hat als ich, ist noch am selben Abend alles wieder rausgekommen, und bei mir hat es sich dann eben so ausgewirkt, dass ich den Rest des Tages mit 39 Grad im Bett lag. Zum Glueck ging es mir am naechsten Tag wieder besser, da wir die 16 Stuendige Faehre nach Flores nehmen mussten, die nur alle paar Tage ging. Nachdem wir auch das ueberlebt haben, haben wir uns dann in Flores erst mal drei Tage lang einen tollen Strandbungalow gegoennt und uns erholt. Es war der perfekte Platz, komplett isoliert und ruhig, mit Haengematten zwischen Palmen direkt am Strand und abends gab es ein leckeres Buffet.

Von dort aus ging es dann weiter nach Moni, einem kleinem Ort in den Bergen. dort haben wir den Sonnenaufgang auf dem Vulkan Kalimutu angeschaut und wurden danach von einem Einheimischen mit dem Moped durch die kleinen Nachbardoerfer gefahren. Im Haus seiner Tante haben wir gezeigt bekommen wie "ikat", ein traditionelles indonesisches Gewebe, gemacht wird. Dort hatten wir auch noch eine weitere interessante Erfahrung. Wir wurden gefragt ob wir eine seltsame lokale Nuss probieren moechten. Das haben wir natuerlich nicht abgelehnt, aber dann doch gleich bereut. Diese Nuesse waren ziemlich gross, aber man musste sie im Ganzen in den Mund nehmen und drauf rumkauen. Es war der Schlimmste Geschmack, den ich je erlebt hab, aber wir wollten auch nicht unhoeflich sein, und haben deshalb versucht uns zu beherrschen und zaghaft drauf rumzukauen. Die eigentlich weisse Nuss hat mit Speichel vermischt eine sehr rote Fluessigkeit ergeben, die man immer wieder ausspucken musste. Nach etwa fuenf Minuten haben unsre Gastgeber dann anscheinend erkannt, dass wir uns nicht so wohl fuehlen und gemeint, dass wir es auch ganz ausspucken koennen, was man uns nicht zweimal sagen musste. Nachdem wir mit viel Wasser den Geschmack etwas aus dem Mund bekommen haben, haben wir entdeckt, dass diese Nuss sogar ein leichtes High-Gefuehl ausgeloest hat. Es soll ausserdem gut sein fuer die Zaehne.
Nach diesem Erlebniss ging es dann weiter ins naechste Dorf, wo wir in ein traditionelles Dorfoberhaupt-Haus durften, was auch sehr interessant war. Auf der Heimfahrt auf einer ruhigen Strasse durften Inge und ich dann fuer eine Weile die Mopeds fahren, da wir es lernen wollten. Es war gar nicht so schwer, wie ich es mir vorgestellt hab, aber auf eine mehr befahrene Strasse wuerde ich mich noch nicht trauen. Abends warn wir dann noch in einer heissen Quelle baden. Unser "Tourguide" konnte nicht mit, da es nur fuer Frauen war. Er hat uns also einfach an ein Reisfeld gefahren und gemeint dass wir da in der Mitte die heisse Quelle finden. Wir haben schnell entdeckt, dass es nicht sehr einfach ist sich durch ein Reisfeld zu schlagen, vor allem, weil alles sehr glitschig ist und man staendig ausrutscht. Wir haben es aber schliesslich gefunden und obwohl es eigentlich nur eine grosse Pfuetze war, war es sehr angenehm, da wir schon ewig nicht mehr in warmen Wasser gebadet hatten.

Nach Moni haben wir uns dann entschieden, ziemlich schnell zu reisen. Wir sind direkt von Moni mit nur einer Uebernachtung komplett durch Flores gefahren bis an den Kuestenort Labuanbajo. Dort habe ich im Hotel erstmal den Schluessel im Zimmer eingeschlossen. Als ich an der Rezeption nach einem Ersatzschluessel gefragt hab, wurde der Angestellte erstmal ein bisschen blass und kam dann nach fuenf Minuten mit einem grossen Bonbonglass voll mit Schluesseln. Inge und ich haben uns ziemlich beherrschen muessen, als er dann einen nach den anderm ausprobiert hat. Nach etwa fuenfzig Schluesseln hat er aufgegeben und kam zurueck mit einem Werkzeugkoffer, womit er dann innerhalb ein paar Sekunden das Fenster geoeffnet hatte.
Von Labuanbajo aus sind wir dann in einem Stueck mit der Faehre nach Sumbawa, haben Sumbawa mit dem Bus durchquert, sind dann mit der Faehre nach Lombok und dort mit dem Bus in die Stadt Senggigi. Von dort sind wir dann auf die sehr kleine Insel Gili Trawangan, wo ich schon im Juni war und wo es mir so gut gefallen hat, dass wir diesmal 10 Tage geblieben sind. Auf der Insel gibt es keine motorisierten Fahrzeuge, keine Strassenhunde, keine Polizei, und die Menschen leben alle sehr relaxt. Es war perfekt dort, um fuer eine Weile einfach mal nichts gross zu machen. Nebenbei gibt es dort auch sehr schoene Stellen zum Schnorcheln. Wir haben Schildkroeten, Rochen und die verruecktesten Fische gesehen.
Danach sind wir dann nach Bali. Das war vor drei Tagen und ich hatte leider noch nicht viel davon, da ich mir mal wieder irgendwas eingefangen hatte. Ich hatte starke Magen-Darm Probleme und lag die letzten beiden Tage mit beinahe 40 Grad im Bett. Heute geht es mir etwas besser. Wir sind gerade erst in der Stadt Ubud angekommen und wollen hier zwei Tage bleiben.

Blick von unserm Beach Bungalow in Flores

Blick von unserm Beach Bungalow in Flores

die heisse Quelle in Moni

die heisse Quelle in Moni

auf dem Dach des Busses

auf dem Dach des Busses

© Aline Hofmann, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
von Darwin nach Wiesloch - hoffentlich komplett ohne fliegen zu muessen, das ist das Ziel von mir und meiner belgischen Freundin Inge
Details:
Aufbruch: 20.09.2008
Dauer: 13 Wochen
Heimkehr: 19.12.2008
Reiseziele: Australien
Indonesien
Osttimor
Thailand
Der Autor
 
Aline Hofmann berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.