Honduras - Gruene mango mit Chili und Salz

Reisezeit: August 2004 - Juli 2005  |  von Anne Weinhardt

Laut schallende Salsa-Musik auf der Strasse, Taco- und Baleada
(Weizentortillas mit Fuellung aus roten Bohnene und Kaese)staende an jeder
Ecke, eine Masse an tropischen Pflanzen sowie Fruechten und freundlich
laechelnde Menschen.
Was frueher fuer mich wie eine exotische Reise klang, ist inzwischen zum
Alltagsbild geworden.

Honduras - Charamuca de Marañon

Neun Monate bin ich jetzt schon in der "Bananenrepublik" Honduras - ein
winziges Land zwischen Guatemala, Nicaragua und El Salvador und das
zweitaermste Lateinamerikas.
Vor ca. 4 Jahren entschied ich mich ein Austauschjahr nach Costa Rica zu
machen, doch die dortigen Plaetze waren schnell vergeben, sodass es fuer
mich am 19.August 2004 in mein "Zweitwunschland" Honduras ging.
Ich hatte nicht die geringste Ahnung was mich erwarten wuerde, doch trotz
anfaenglichen Problemen mit der spanischen Sprache und der unvergleichbaren
Kultur lebte ich mich sehr gut ein.
Nachdem ich zunaechst in einem kleinerem ort im Osten (Danlì) und danach im
Norden (Santa Rita de Yoro) wohnte, lebe ich nun seit Januar in einer
6-koepfigen Familie in der Hauptstadt Tegucigalpa.
Meine Gasteltern und Gastgeschwister (2 Schwestern, 19 und 21 Jahre & 2
Brueder 16 und 17 Jahre alt) leben in recht aermlichen Verhaeltnissen und es
kann schon mal vorkommen das Trinkwasser und Klopapier ausgehen. Wasser
kommt ca. alle 2 Tage und wird in einer Art Regentonne aufbewahrt, aus der
wir es zum Duschen mit einer Plastikschuessel schoepfen muessen. Doch trotz
der grossen Armut und den darausfolgenden Problemen (z.B. eine extrem hohe
Kriminalitaetsrate und Korruption), machen die "Catrachos" (wie die
Honduraner sich nennen) das Beste aus ihrem Leben und wirken zumindest nach
Aussen hin gluecklich und vergnuegt.
Die letzten Monate studierte ich in der hiesigen Nationalen Universitaet,in
der ich mich in Theater, Fotografie, Journalismus, Franzoesisch usw.
einschrieb.
An der Bildung ist zu bemerken, dass Honduras ein drittes Weltland ist.
Selbst in der Uni behandeln die Studenten Themen (z.B. in Mathe, Englisch,
Chemie, etc.), die wir bei uns in der Schule schon ewig abgeschlossen haben.
Im "Colegio" (der Schule), das ich 3 Monate im letzten Jahr besuchte, sieht
das ganze noch schliemmer aus. Aufgrund der schlechten Bezahlung erscheinen
Lehrer, wann sie wollen und die Schueler sind ebenso eingestellt. Jedoch
versucht das Land das Bestehende zu verbessern, was man von uns, speziell in
M-V, wohl nicht behaupten kann.
Inzwischen hatte ich auch schon Gelegenheit viel vom Land kennenzulernen und
seine Vielfaeltigkeit zu geniessen. Waehrend es im Sueden hoellisch heiss
und trocken ist und der Mittelteil des Landes aus mit Kiefern bedeckten
Bergen besteht, entfaltet Honduras im Norden seine ganze Pracht. Bei dem
tropischen Dschungel und dem karibischen Meer mit seine Traumstraenden, wie
aus dem Reiseprospekt, fuehlt man sich wie im Paradies. Dies wird im Moment
noch durch den farbenpraechtigen Karneval bestaerkt.
Im Juni habe ich vor noch Teile Nicaraguas und Guatemalas zu entdecken und
dann ist meine Zeit hier am anderen Ende der Welt auch schon abgelaufen. Es
ist erstaunlich wie schnell so ein Jahr voruebergeht und wieviel Erfahrungen
man macht. Neue Menschen, Sprachen, Kulturen - ein voellig anderes Leben.
Einfach Einzigartig! Ich kann es nur jedem empfehlen.

© Anne Weinhardt, 2005
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 19.08.2004
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 25.07.2005
Reiseziele: Honduras
Guatemala
Der Autor
 
Anne Weinhardt berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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